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„Wir haben keine Ziele": Warum kein freier Wille glücklich macht - ein Gespräch mit den Besteller-Autoren Françoise und René Egli

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Wir hechten von Termin zu Termin, sitzen bis spät nachts an geschäftlichen E-Mails, versuchen, Partnerschaft, Karriere, Zeit für sich und Nichtstun unter einen Hut zu bekommen und stellen uns die Frage, wie wir, Tag ein, Tag aus, die vor uns liegenden 24 Stunden am Besten nutzen können. Vor über zwanzig Jahren haben René und Françoise Egli mit ihrem Bestseller „Das LOL²A-Prinzip" verschiedene wissenschaftliche und persönliche Erfahrungen und Thesen für ein zufriedenes Leben zusammengestellt und anschaulich aufbereitet.

Die Erkenntnisse von Forschern wie Albert Einstein oder Stephen Hawking werden auch heute häufig diskutiert, wie zuletzt die erneute Bestätigung der Relativitätstheorie Albert Einsteins beweist. Grund genug, das erfolgreiche Autorenpaar Egli zu einem Gespräch über ihre eigenen Lebensprinzipien und ihre Arbeit als Autoren zu sprechen.

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Giulia Wilzewski (links) im Interview mit den Autoren Françoise und René Egli

Françoise und René Egli, mit Ihrem Buch „Das LOL²A-Prinzip" haben Sie bereits vor über 20 Jahren einen Beststeller geschrieben. Was ist das Besondere am LOL²A-Prinzip?

René: Das LOL²A-Prinzip ist die Erkenntnis, dass jeder Mensch ausnahmslos universellen Lebensgesetzmäßigkeiten unterworfen ist. Das LOL²A-Prinzip ist die ‚Supra-Leitung' im Leben eines Menschen, denn es ist die radikalste Umsetzung des ökonomischen Prinzips, um ein zufriedenes Leben zu führen und so mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Woher kommt der Titel Ihres Bestsellers: LOL²A?

René: Wir wollten die Thematik des Buches in einem Wort zusammen: LOslassen, Liebe und Aktion. Dafür stehen die Buchstaben LOLA. Die Liebe, als wichtigstes Element steht im Quadrat. Zeitgleich wollten wir durch die Quadratzahl sichergehen, dass keine Verwechslung mit dem Frauennamen „Lola" entsteht.

Wie leben Sie selbst das LOL²A-Prinzip im Alltag?

Françoise: Jeder Augenblick ist ein Geschenk des Lebens. Auch wenn es eine unangenehme Situation ist, nehme ich sie an und irgendwo weiß ich, sie gibt mir etwas Positives. Ich habe nicht den freien Willen, das ist in Ordnung, aber ich vergesse niemals, dass die anderen auch keinen freien Willen haben.

Wenn mir jemand etwas Schlechtes tut, verstehe ich, es ist nicht zufällig gegen mich, er macht das nicht freiwillig. Das Leben gibt mir, was ich brauche. Das sind nicht immer nur die schönen Aspekte, sondern das große Ganze, sei es ein Streit oder eine Krankheit. Wenn wir den Moment annehmen und in allem die Liebe des Lebens sehen, klappt es.

Meistens kämpfen wir jedoch dagegen. Die Form begrenzt uns, aber wir müssen versuchen, durch die Form hindurch zu schauen und uns an die bedingungslose Liebe des Lebens zu halten.

René: Françoise macht mir keine Vorschriften, wie ich sein soll. Sie hat keine fixen Vorstellungen.
In einer Partnerschaft wird es dann dramatisch, wenn man sagt, Streit ist schlecht, nur die Harmonie in einer Partnerschaft ist wichtig. Wenn wir streiten, dann streiten wir.
Wir haben keine Ziele, vor allem ich musste lernen, dass es auch ohne Ziele und Erwartungen geht.

Wir machen das, was ansteht, und es geschieht, was geschieht. Aus diesem Grund beeindruckt mich auch die These, dass es keinen freien Willen gibt, wie sie u.a. Kant, Spinoza und Stephen Hawking vertreten. Für uns bedeutet diese Erkenntnis Freiheit. Der freie Wille bewirkt nämlich, dass man sich richtig oder falsch entscheiden kann. Das hat oft Gefühle der Angst oder Schuld zur Folge.

Wenn wir wissen, dass wir keinen freien Willen haben, kann uns so etwas nicht passieren. Der freie Wille bewirkt nämlich, dass man sich immer richtig oder falsch entscheiden kann.

In Ihren Büchern spielen wichtige Philosophen und Wissenschaftler wie etwa Kant und Einstein eine große Rolle. Sie begründen Ihre Erkenntnisse oft auf den gleichen Thesen wie die der großen Namen. Françoise und René, wie stehen Sie zu diesen „Beweisen"?

René: Ich suche den Sinn des Lebens und untermauere meine Gedanken gerne mit Erkenntnissen bekannter Wissenschaftler und Philosophen, da bereits viele in diese Richtung geforscht haben. Deswegen ist es für mich gut, wenn ein Zitat zur Verdeutlichung angeführt wird.

Françoise: Das Leben ist mein Philosoph und Lehrer. Für mich ist der Sinn des Lebens, einfach zu leben. Jeder Tag bringt mir etwas, und ich spüre das. Deswegen brauche ich nicht unbedingt für jede Theorie ein passendes Zitat, aber ich verstehe, dass Analytiker wie mein Mann René gerne wissenschaftliche Beweise zu Rate ziehen.

Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder können aus Ihren Büchern lernen. Nach Ihrem Bestseller haben Sie nun ein Kinderbuch veröffentlicht: „Ein Tag im Leben vom Kleinen Ich" und „Eine Nacht im Leben vom Kleinen Ich". Warum?

Françoise: Eigentlich habe ich das Buch zu erst für mich geschrieben, vor allem gezeichnet.

René: Es kamen immer wieder Leute, die meinten, wir sollen etwas für Kinder machen. Françoise: Ich hatte immer ein bewegtes Bild von dem Großen und Kleinen Ich, meinen Figuren, im Kopf. Das Kleine Ich, das unser eigenes Ego verdeutlichen soll, trifft auf das Große Ich, das Universum mit all seinen Geschenken und der großen Liebe. Ein Film wäre eine gute Idee, aber dazu braucht man ja erst einmal ein „Drehbuch" und das haben wir somit geschrieben.

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Die Bestseller-Autoren mit ihren Kinderbüchern

Worum geht es in der Fortsetzung „Eine Nacht im Leben vom Kleinen Ich"?

Françoise: Im ersten Buch begleiten wir das Kleine Ich am Tag. Doch nach dem Tag wird es schließlich Nacht. Am Tag ist das Kleine Ich mit den Geschenken des Lebens beschäftigt, aber wir haben noch nichts vom Leben selbst gehört, das kommt in der Nacht und gibt Vertrauen und Liebe.

René: Die Komponenten unserer Bücher sind das Wie und das Weshalb: Wie soll ich leben und weshalb? Im ersten Kinderbuch geht es darum, wie man leben soll. Das zweite Kinderbuch erklärt, weshalb man so leben soll, wie im ersten Kinderbuch beschrieben. Wichtig dabei ist, dass wir keine pauschale Methodik an sich bieten, sondern unsere eigenen Erkenntnisse auf Grundlage bekannter wissenschaftlicher Aussagen und Beispiele darstellen und komplexe Gedankengänge leicht verständlich machen.


Bei so vielen Ideen, stehen bestimmt auch spannende Projekte in Zukunft an, oder?

René: Ja, unbedingt! Wir möchten gerne noch einen Film und ein Spiel zu diesem Thema entwickeln. Wir hatten schon länger die Idee, das LOL²A-Prinzip in einem Spiel - quasi Spiel des Lebens - zu verpacken. Das Konzept steht, wir sind begeistert von der Idee und freuen uns auf weiterhin viele Geschenke des Lebens.

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Françoise Egli illustriert ihre Bücher liebevoll selbst

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