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VZB-Jahrestagung: Die neue Architektur der Medien

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Von Freunden und Feinden der Medienbranche

Ist Facebook Freund oder Feind der etablierten Medien- und Verlagshäuser? Unter anderem diese Frage stellten sich rund 200 Gäste sowie hochkarätige Podiumsdiskutanten der Medienbranche bei der Jahrestagung des Verbandes der Zeitschriftenverlage in Bayern (VZB) am 5. April 2017 im Münchner Lenbach-Palais. Ariane Fornia, französische Schriftstellerin, Journalistin und Bloggerin, Christian Boros, Geschäftsführer Agentur Boros und Herausgeber DIE DAME des Axel Springer Mediahouse, Marcus da Gloria Martins, Leiter Pressestelle Polizeipräsidium München,
Dr. Tino Meitz, Kommunikationswissenschaftler Friedrich-Schiller-Universität Jena,
Boris Schramm, Managing Director GroupM Competence Center und Philipp Welte, Vorstand Hubert Burda Media besetzten als Experten und Medienpersönlichkeiten unter Moderation von Dr. Bernward Loheide, Leiter dpa-Landesbüro München, das Panel. Inspiriert von den interessanten und unterschiedlichen Standpunkten der Podiumsteilnehmer sowie von Staatsministerin Ilse Aigners Dinner Speech diskutierten die Gäste beim festlichen Dinner von Feinkost Käfer weiter.

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Podiumsdiskussion zum Thema "Die neue Architektur der Medien" im Lenbach-Palais

Print als Luxusprodukt

In der mitunter gespaltenen Podiumsdiskussion ging es nicht nur um das Thema des Abends "The New Architecture of Media", sondern auch um den allgemeinen Umgang mit neuen Innovationen, verändertem Leser- und Nutzerverhalten und der angemessenen Verbreitung von journalistischem, aber auch werbe-relevantem Content. So zeigte sich Christian Boros, der mit seinem Magazin DIE DAME die altehrwürdige Tradition der Herstellung eines reinen Printmediums aufrechterhält, überzeugt, dass sich gedruckte Magazine in Zukunft als Nischen- und Luxusprodukt etablieren und ihre Leser mit den spezifischen Eigenschaften wie Haptik oder Papiergeruch überzeugen werden.

Soziale Medien zum Austausch

Obwohl Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram solche physischen Komponenten fehlen, erfreuen sie sich dank anderer Vorzüge großer Beliebtheit. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Weg, um sich gemeinschaftlich durch ein Medium auszutauschen, ganz gleich wo auf der Welt sich der Gesprächspartner bzw. der andere User auch immer befindet. Genau diesen Anspruch, nämlich den des reinen gemeinschaftlichen Austausches, sollte man jedoch nicht mit einem publizistischen Ansatz verwechseln, wie Dr. Tino Meitz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena betonte. Warum ausgerechnet öffentlich-rechtliche Medien im TV am Ende ihrer Sendungen mit dem eigenen Facebook-Auftritt werben, sei in dieser Hinsicht schwer zu verstehen.

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Die Podiumsdiskutanten mit der Ersten Vorsitzenden des VZB Waltraut von Mengden: Marcus da Gloria Martins, Christian Boros, Dr. Tino Meitz, Waltraut von Mengden, Dr. Bernward Loheide, Ariane Fornia, Philipp Welte und Boris Schramm (v.l.)

Monopol der Social Networks

Und genau darin liegt eines der großen Probleme der neuen medialen Architektur. In den USA gehen 70% der Werbeerlöse an die Giganten der Digitalisierung Facebook und Google. Dieser Prozentsatz zeigt, dass eben jene Unternehmen eine riesige Macht ausüben und deshalb einen großen Einfluss auf User, aber auch Business Partner wie etwa Verlage haben. Ein Level Playing Fields und faire internationale Spielregeln sind unabdingbar für eine vertrauenswürdige und professionelle Medienbranche der Zukunft. Also genauso wie es die Erste Vorsitzende des VZB, Waltraut von Mengden, in ihrer Eröffnungsrede klar machte: „Verlage und Medienhäuser hatten noch nie so viele Chancen wie heute. Es ist unsere Aufgabe, die Zukunft aktiv und gemeinsam erfolgreich zu gestalten und eine neue Architektur der Medien zu schaffen."

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