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Unter der Gürtellinie: Trend-Objekt Boxershorts

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MAN UNDERWEAR
Bernd Opitz via Getty Images
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Ein Match, ein kurzes oberflächliches Blabla und dann das erste Treffen. Wohin das bei Tinder-Dates führen kann, ist klar. Doch wenn es dann richtig zur Sachen gehen soll, kommt oft der große Schock. Wo Super Man drauf steht, ist eben oft kein heldenhafter Inhalt drin.

Ja, Boxershorts können (Liebes-)leben zerstören. Gleichzeitig sind sie ein essentielles Kleidungsstück für alle Männer, und nicht nur die. Immer mehr Frauen bevorzugen anstatt Pyjamas oder gemütlichen Schlafhosen, Boxershorts, die sie lässig mit Shirts kombinieren. Dass dieses Produkt boomt, zeigt ein Blick in die Wäsche-Abteilungen der Vertikalen wie H&M oder Zara Home.

Trotz der Beliebtheit gibt es nur wenige Labels, die sich direkt auf Boxershorts spezialisiert haben. Ein Start-up aus Wien versucht seit 2015 sein Glück in diesem Bereich und produziert mit True Boxers farbenfrohe und modische Boxershorts zu nachhaltigen Bedingungen.

Wie die Gründer Alexander Bayer und Marcus Stadler auf ihre Geschäftsidee kamen, warum Nachhaltigkeit in der Modewelt so wichtig ist und was die Alternativen zu ihrer Start-up-Gründung waren, das verrät Marcus Stadler im Interview:

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True Boxers-Gründer Alexander Bayer und Markus Stadler (r.)

Weshalb Boxershorts und nicht T-Shirts, Hosen oder Schuhe?

Marcus: Ganz einfach, weil Shorts ein Artikel sind, dem wenig bis kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde, bis wir unseren Eigenbedarf erkannt haben.

Als Gründer habt Ihr zum einen einen betriebswirtschaftlichen und einen juristischen Hintergrund. Wie sehr haben Euch diese Erfahrungen aus dem Studium geholfen?

Marcus: Mir hat das Studium bedingt bis wenig geholfen. Ich bin der Meinung, dass die Praxis das beste Studium ist. Alex hingegen hat vor allem juristisch doch einiges an wertvollem Input einbringen können.

Eure Väter waren oder sind beide selbstständig. Was war ihre erste Reaktion auf Eure Idee? Und was haben sie Euch geraten?

Marcus: Mein Vater war skeptisch, aber das bin ich gewöhnt. Im Nachhinein habe ich sogar erfahren, dass er nicht an die Idee geglaubt hat. Er arbeitet jedoch in der Modebranche und konnte uns daher bei den ersten Prototypen in diversen Grundsatzentscheidungen beratend zur Seite stehen.
Alex' Vater war stolz, dass sein Sohn ebenfalls den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat und hat ihm geraten, das Projekt strukturiert und konsequent anzugehen.

Wie kam es genau zu Eurer Geschäftsidee? Was war der Auslöser?

Marcus: Als ich mal wieder Shorts anhatte, die zum Fremdschäden waren, und dann tatsächlich die Hose runter lassen sollte, war es soweit. Ich dachte mir, das kann so nicht sein, hier muss sich was ändern. Also erzählte ich Alex von meiner Idee. Auch er kannte das Problem.

Apropos Nachhaltigkeit. Wie tragt Ihr zu einem bewussteren Umgang in der Modebranche bei?

Marcus: Wir arbeiten mit geprüften Familienbetrieben in Spanien und Portugal und verwenden zertifizierte Baumwollstoffe, die keine giftigen Farben beinhalten.

Was war rückblickend die größte Herausforderung im ganzen Gründungsprozess?

Marcus: Es hat uns Monate gekostet, die richtigen Produktionsstätten, Handelspartner und Stoffhersteller in Europa zu finden.

Wie erklärt Ihr Euch den Trend, dass auch immer mehr Frauen Boxershorts, z.B. als Pyjamaersatz, tragen?

Marcus: Das Styling beginnt ja bekanntlich schon bei der Unterwäsche. Warum sollten nur Männer ein Vorrecht auf das tolle Gefühl haben, Boxershorts zu tragen? Wir haben viele Freundinnen, die liebend gerne zu Hause in Boxershorts herumlaufen oder diese als Schlafshorts tragen. Außerdem finden wir Frauen in Boxershorts sexy!

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Immer mehr Mädels tragen zuhause Boxershorts

Was hättet Ihr gemacht, wenn aus True Boxers nichts geworden wäre? Euer Plan B?

Marcus: Dann hätte ich versucht hochwertiges Olivenöl auf nachhaltiger Basis in Europa herzustellen. Mir gefällt diese Vorstellung noch immer. Alex hätte sich im Designer-Möbelhandel verwirklicht.

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