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Der wahre Grund, warum Ehen früher länger gehalten haben

17/03/2016 14:50 CET | Aktualisiert 18/03/2017 10:12 CET
MoMo Productions via Getty Images

Die Liebe ist das schönste und gleichzeitig komplizierteste Gefühl, zu dem wir Menschen in der Lage sind. Ohne Liebe würde wir nicht überleben. Und ohne Liebe wollen wir nicht leben. Sie ist unser stärkstes Handlungsmotiv und das ultimative Ziel, das wir im Leben erreichen wollen.

Und weil Liebe so wichtig ist, unser Leben so nachhaltig verändert und bestimmt, wollen wir die perfekte Liebe. Formschön, charakterstark, langlebig. Wie in den Gegenständen, die uns umgeben, suchen wir inzwischen auch in Beziehungen nach Perfektion.

Literatur, Musik und Film sind unsere Vorlagen auf der Suche nach dem Menschen, mit dem wir unser Leben teilen wollen. Mit Makeln haben wir Schwierigkeiten. Kompromisse kennen wir in Liebesdingen nicht.

So kommt es, dass es in unserer Generation so viele Single-Haushalte gibt wie nie zuvor und die Scheidungsraten Rekordhöhen erreichen.

Was nicht passt oder nicht mehr gefällt, wird ausgetauscht. Wir sind es gewohnt, im Überfluss zu leben und darin unterscheiden wir uns von unseren Eltern und Großeltern:

Neben gesellschaftlichen und praktischen Aspekten könnte dies ein Grund sein, warum Ehen früher länger gehalten haben.

Ein Gedanke, den ich neulich irgendwo aufgeschnappt habe, erschien mir ganz passend:

ehe halten

Bevor man etwas wegwarf oder aussortierte, versuchte man früher, es zu reparieren.

Heute versuchen wir eine gescheiterte Beziehung möglichst schnell abzuhaken und sehen uns nach Ersatz um. Schließlich sind wir auf einen Partner nicht angewiesen. Wir können alleine leben, verdienen auch als Single genug Geld für ein angenehmes Leben, und wenn wir möchten, können wir sogar alleine eine Familie gründen.

Die Generation unserer Großeltern hingegen war auf intakte Partnerschaften angewiesen. Mann und Frau waren ein Team, sie funktionierten als Einheit.

Natürlich gibt es Beziehungen und Ehen, die einfach nicht harmonisch sind und besser gelöst werden. Ich denke, niemand sollte ein unglückliches Leben führen, wenn es sich vermeiden lässt.

Es gibt aber auch Beziehungen, die zu schnell aufgegeben werden. Partnerschaften, die entsorgt werden, weil die Beteiligten nicht erforderlichen Kriterien erfüllen. Häufig lohnt es sich, eine Liebe zu reparieren, sich Mühe zu geben und Kompromisse einzugehen.

Mit anderen Worten: Bevor ihr den Mülleimerdeckel hochklappt, solltet ihr den Klebstoff zumindest in Erwägung ziehen.

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