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Wie du deinen Partner jeden Tag verletzt, ohne es zu merken

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PARTNER VERLETZEN
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Es passiert mir fast jeden Abend. Mein Partner und ich sitzen auf dem Sofa oder auf unserem Balkon, unterhalten uns, hören Musik oder sehen fern. Dann vibriert mein Handy. Manchmal nur einmal, manchmal auch oft hintereinander.

Und dann spüre ich es. Mein Partner sagt nichts, er guckt auch nicht böse oder reagiert auf irgendeine offensichtliche Weise darauf. Aber dass dieses Vibrieren etwas auslöst in ihm, spüre ich ganz deutlich.

Wenn ich dann auf das Handy-Signal reagiere - manchmal geht es aus beruflichen Gründen einfach nicht anders - fühlt sich das nicht gut an. Ich unterbreche unsere wenige gemeinsame Zeit. Ich schenke dem blöden Ding Aufmerksamkeit, die ich gerade jemand anderem zugestehen sollte.

Natürlich habe ich mich manchmal gefragt, ob das wirklich so schlimm ist. Es ist doch eigentlich nur eine Kleinigkeit, es sind doch nur wenige Augenblicke. Woher kommt dieses ungute Gefühl?

Der Partner spürt die Zurückweisung

Eine Studie der Baylor University im US-Bundesstaat Texas liefert eine mögliche Erklärung: Handys gefährden zunehmend unsere Beziehungen und unsere Zufriedenheit.

James A. Roberts, der die Studie leitete, erklärt: "Wir haben herausgefunden, dass Konflikte entstehen, wenn ein Partner spürt, dass er zu Gunsten des Handys weniger beachtet wird. Das führt zu geringerer Zufriedenheit des Partners innerhalb der Beziehung."

Die geringere Zufriedenheit bedinge wiederum eine geringere Zufriedenheit mit der Lebenssituation, was schließlich zu Depressionen führen könne.

Wir haben es alle schon mal erlebt

Den Partner wegen des Smartphones zu ignorieren, ist inzwischen so geläufig, dass es einen eigenen Begriff für das Phänomen gibt: Phubbing.

Des Phubbings macht man sich schon schuldig, wenn das Handy nur in Sichtweite liegt. Noch schlimmer ist es natürlich, wenn ein Partner das Smartphone in der Hand behält oder sich während eines Gesprächs damit beschäftigt.

Bei fast 40 Prozent der durch Roberts befragten Teilnehmer löste ein solches Verhalten ihres Partners ein schlechtes Gefühl aus. Bei mehr als 20 Prozent kam es zu Konflikten in der Beziehung.

Die meisten glauben, es sei keine große Sache

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"Die Menschen glauben, dass kurze Ablenkungen durch ihre Smartphones in alltäglichen Situationen mit dem Partner keine große Sache sind", sagte Roberts. "Doch unsere Ergebnisse zeigen: Je öfter die gemeinsam verbrachte Zeit dadurch unterbrochen wird, dass ein Partner auf das Smartphone reagiert, desto unzufriedener ist der andere Partner mit der Beziehung insgesamt."

Ich glaube, wir müssen diese Ergebnisse sehr ernst nehmen - oder schlicht auf unser Bauchgefühl hören. Diese Unterbrechungen durch unsere Smartphones sind nicht so harmlos, wie wir uns oft einreden möchten.

Unsere Partner und unsere Mitmenschen nehmen sie wahr - wenn auch manchmal nur unterbewusst. Wir verletzen damit die Menschen, die wir lieben - ohne es zu wollen.

Auch Roberts warnt: "Wir möchten die Menschen dazu anregen, sich der Unterbrechungen durch ihre Smartphones bewusst zu werden. Denn sie könnten gefährlich für ihre Beziehungen sein."

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Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen.

Eine ebenso simple wie geniale Idee steckt hinter dem Projekt World Bicycle Relief. Diese nämlich lautet: "Fahrrad = Mobilität = Bildung". So einfach kann Hilfe tatsächlich sein.

World Bicycle Relief stellt Menschen in Entwicklungsländern Fahrräder zur Verfügung, damit sie ihr Leben aus eigener Kraft verändern können. Denn in ländlichen Regionen Afrikas bedeutet ein Fahrrad ein großes Maß an Lebensqualität: Es verkürzt die Transportwege und erleichtert seinem Besitzer den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.

Mit über 200.000 Fahrrädern, die in Afrika montiert werden, und 1000 ausgebildeten Mechanikern hilft WorldBicycleRelief vor Ort dabei, Armut zu bekämpfen und fördert Bildung und die wirtschaftliche Entwicklung in Gegenden, die sonst von der Infrastruktur abgeschnitten wären.

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