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Warum wir NICHT jeden Tag so leben sollten als wäre es der letzte

25/09/2015 18:01 CEST | Aktualisiert 25/09/2016 11:12 CEST
Peter Beavis via Getty Images

"Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter"

Jedes Mal, wenn ich diese Lebensweisheit lese, bekomme ich ein schlechtes Gewissen.

Du arbeitest zu viel, denke ich dann. Du verbringst viel zu wenig Zeit mit den Menschen, die du liebst. Du solltest viel mehr reisen, viel mehr entdecken, viel mehr lachen. Du solltest mehr Dinge tun, die dich wirklich glücklich machen, denke ich dann. Das Leben ist so kurz, du bist nur ein Mal jung. Wenn du jetzt nicht anfängst, dein Leben zu leben, wirst du es eines Tages bereuen.

Solche Dinge denke ich dann.

Der Spruch sollte eigentlich dazu motivieren, das beste aus der Zeit zu machen, die wir auf dieser Erde sind. Stattdessen zieht mich der Spruch ziemlich runter.

Nach längerem überlegen bin ich sogar zu dem Schluss gekommen, dass es eine ziemlich schlechte Idee ist, jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte.

Weil es schlicht unmöglich ist, es umzusetzen. Wenn ich jeden Tag so leben würde als wäre es mein letzter, würde ich nichts tun, was mir keinen Spaß macht. Weder den Müll rausbringen, noch E-Mails beantworten oder Wäsche waschen. Ich würde natürlich auch nicht arbeiten - das muss ich aber, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich würde wohl auch keine neuen Freunde mehr treffen - denn ich wäre viel zu beschäftigt, mich um meine alten zu kümmern. Ihr versteht, worauf ich hinaus will.

Vor ein paar Tagen habe ich ein Zitat gelesen, das mir viel besser gefällt.

"Lebe nicht jeden Tag als wäre es dein letzter. Lebe ihn, als wäre es dein erster. Wenn du zuversichtlich, aber nervös bist. Wenn du aufgeregt, aber bereit bist. Wenn die Welt dich noch nicht abgestumpft hat. Wenn du an Dinge glaubst, ohne einen Beweis dafür zu brauchen. Lebe jeden Tag als wäre es dein erster, denn du weißt ja, es könnte dein letzter sein."

Für mich heißt das: Wir können jeden Tag als neue Gelegenheit sehen, das beste aus unserem Leben und aus uns selbst zu machen.

Wenn heute unser erster Tag im Leben wäre, dann würden wir uns nicht an die Vergangenheit klammern, sondern nach vorne schauen.

Wir hätten keine Angst vor neuen Herausforderungen.

Wir würden voller Neugier auf Menschen und Dinge zugehen. Wir würden uns regelrecht nach neuen Erfahrungen sehnen.

Kein negatives Erlebnis würde uns daran zweifeln lassen, dass wir alles erreichen können, was wir uns vornehmen.

Wir würden uns nicht ständig mit anderen vergleichen und niemanden vorschnell verurteilen.

Leben wir jeden Tag als wäre es der letzte, dann tun wir vielleicht viele Sachen, die uns glücklich machen - aber nur für kurze Zeit.

Doch sehen wir jeden Tag als Neuanfang, dann werden wir in Dinge investieren, die uns langfristig glücklich machen.

Dann müssen wir uns nicht über die Gelegenheiten ärgern, die wir vielleicht verpasst haben, sondern können uns auf alles freuen, was noch vor uns liegt: Das Reisen, Entdecken, Lachen und das Leben.

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