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Was wirklich passiert, wenn du "den Richtigen" gefunden hast

08/03/2016 17:15 CET | Aktualisiert 09/03/2017 11:12 CET
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Vor ein paar Jahren stand meine Beziehung kurz vor dem Aus. Mein Freund und ich hatten zusammen studiert. Doch plötzlich hatten wir unseren Abschluss in der Tasche und überlegten, wie es nun weitergehen sollte.

Ich hatte große Pläne. Ich wollte so schnell wie möglich einen tollen Job finden, Geld verdienen, unabhängig sein. Allerdings ging es in diesen Plänen nur um mich und diesen ominösen Traumjob. Meine Beziehung, dachte ich, müsste sich eben anpassen.

Mein Freund war von meinem Verhalten sehr verletzt. Heute verstehe ich das. Damals jedoch dachte ich, ich würde eine Todsünde begehen, wenn ich zuließe, dass ein Mann sich zwischen mich und meine glorreiche Zukunft drängte.

Denn während ich aufwuchs, hatte ich immer wieder diese typischen Ratschläge gehört.

Mach dich bloß nicht von einem Mann anhängig! Du musst deine eigenen Ziele verfolgen!

Lass dir deine Karriere nicht von einem Mann versauen!

Mach dein Glück nicht von einem Mann abhängig!

Kommt euch das bekannt vor?

Es ist schon komisch. Vor nicht allzu langer Zeit existierten Frauen nur als Anhängsel ihres Mannes. Heute is das glücklicherweise anders. Allerdings nicht ohne negative Folgen.

Ich habe das Gefühl, dass die Frauen meiner Generation so damit beschäftigt sind, stark, unabhängig und erfolgreich zu werden, dass sie manchmal vergessen, auf ihr Bauchgefühl zu hören und tiefen Bedürfnissen nachzugeben. Sie wehren sich regelrecht dagegen.

Eine Zeit lang war ich tatsächlich der Meinung, dass meine Karriere über meiner Beziehung stehen sollte. Ein paar Mal haben all die guten Ratschläge dazu mich an meine Grenzen gebracht.

Ich habe meine Gefühle und meine Partnerschaft angezweifelt. Und es hat Jahre gedauert, bis ich erkannt habe, dass all die guten Ratschläge aus meiner Jugend eine Lüge waren.

Dann endlich habe ich mir erlaubt, die Liebe, die ich empfand zuzulassen, mich für sie zu entscheiden, sie sogar zur Priorität in meinem Leben zu machen.

Seitdem führe ich eine glückliche Beziehung. Ich bin jetzt seit sechs Jahren mit meinem Freund zusammen und ja, mein Glück hängt tatsächlich von ihm ab.

Wenn es ihm schlecht geht, leide ich mit.

Bin ich nicht in seiner Nähe, vermisse ich ihn.

Ich habe zwar meine eigenen Ziele, aber viel lieber male ich mir mit ihm unsere gemeinsame Zukunft aus.

Wir sind eine Einheit, ein Gefüge, das wir um jeden Preis schützen.

Mir ist klar, dass das unglaublich kitschig ist und sich vielleicht nicht sehr feministisch anhört. Aber das ist es, was mich glücklich macht und das, was mein Leben mit Sinn erfüllt. Warum soll ich mich dagegen wehren?

Meine Beziehung und die Opfer, die ich möglicherweise für sie bringe, machen mich nicht schwächer. Sie machen mich stärker.

Meine Liebe zu dem Mann in meinem Leben schmälert nicht die Liebe zu mir selbst.

Dass ich meine Zeit am liebsten mit ihm verbringe, heißt nicht, dass ich alleine nicht zurechtkomme.

Wenn du den oder die Richtige gefunden hast, wird eure Liebe dein Leben verbessern.

Denn zu wissen, dass du einen Menschen in deinem Leben hast, der hinter dir steht, der dich liebt - egal wie erfolgreich du im Job bist - ermöglicht es dir, ohne Angst in die Welt hinaus zu gehen und großartig zu sein.

Studien haben nachgewiesen, dass Menschen, die eine enge, intensive Beziehung führen, sogar unabhängiger in ihrem Handeln sind, als andere.

Liebe und starke Bindungen bremsen dich nicht aus. Sie geben dir Kraft und Halt.

Wenn du den richtigen Menschen gefunden hast, wirst du diese Stabilität spüren - und sie gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen.

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