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Wie rügt man einen Mangel?

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Bevor ein Käufer vom Vertrag zurücktreten kann mit der Folge, dass eine Rückabwicklung stattfindet - Geld gegen Lieferung beziehungsweise Leistung, sofern diese rückgabefähig ist -, muss er dem Verkäufer die Chance geben, die gerügten Mängel innerhalb einer angemessenen Frist nachzubessern. Die Anforderungen an das Nachbesserungsverlangen sind hierbei gering.

Keine Hürden bei der Mängelrüge

Es sei ausreichend, so stellte der Bundesgerichtshof wieder einmal fest, wenn der Besteller beispielsweise die „unverzügliche" Beseitigung oder eine „schnelle" Behebung eines Mangels verlange. Eine exakte Zeitangabe mit Frist oder Datum sei nicht erforderlich. Die Forderung könne zudem als freundliche Bitte formuliert werden, ohne dass diese als zu unbestimmt verstanden werden dürfe. Selbst eine mündliche Rüge sei als rechtlich einwandfreies Nachbesserungsverlangen zu werten (BGH, VIII ZR 49/15).

Praxistipp:

Mängel und das Mängelrügeverfahren sollten auf individuell taugliche Weise dokumentiert werden. Auch die Kommunikation mit dem Vertragspartner sollte vorzugsweise schriftlich geführt werden, um lückenlose Nachweise über den Vorgang zu haben. Mündliche Vereinbarungen per Mail oder Fax zusammenfassend zu bestätigen gilt im Geschäftsverkehr übrigens nicht etwa als Affront, sondern wird als professionell und verbindlich verstanden.