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Qualifizierungs- und Eingliederungsmaßnahmen für Flüchtlinge : Eine Übersicht für Arbeitgeber

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Carsten Koall via Getty Images
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Das neue Integrationsgesetz soll Asylbewerbern die Eingliederung erleichtern. Vor allem den Arbeitsmarkt hat die Regierung dabei im Sinn. Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass es einige Fördermöglichkeiten für Unternehmen gibt, die Flüchtlinge beschäftigen möchten.

Eingliederungszuschuss (EGZ)


Für arbeitssuchende und schwer vermittelbare Arbeitnehmer können Betriebe einen Eingliederungszuschuss erhalten. Dieser wird als Ausgleich von Minderleistungen gewährt. Dazu zählen neben gesundheitlichen Einschränkungen und Behinderungen auch fehlende schulische und berufliche Qualifikationen sowie geringe Sprachkenntnisse.

Der EGZ muss bei der Agentur für Arbeit vor Arbeitsaufnahme beantragt und genehmigt werden. Er beträgt maximal 50 Prozent des gezahlten Entgelts und wird für die Dauer von zwölf Monaten gezahlt. Für Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis kann der Arbeitgeber sofort einen EGZ erhalten, für Geduldete und Asylbewerber besteht eine Wartezeit von drei Monaten.

Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (MAG)


Sechs Wochen lang dürfen Arbeitgeber potenzielle Mitarbeiter beschäftigen, um deren berufliche Kenntnisse und Potenziale festzustellen. Dies gilt für Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus mit sofortiger Wirkung, Geduldete und Asylbewerber können erst nach drei Monaten an einer MAG teilnehmen.

Die Bestimmungen des Mindestlohns gelten für diese Maßnahme nicht, da sie kein Beschäftigungsverhältnis oder Praktikum darstellt. Auch die MAG muss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden und muss vor Beginn genehmigt werden.

Einstiegsqualifizierung (EQ)

Zwischen sechs bis zwölf Monaten können Betriebe gefördert werden, wenn sie Bewerber für eine Ausbildung qualifizieren. Vor allem bei Sprach- und Bildungsdefiziten sowie sozialen Schwierigkeiten kommt die EQ in Betracht.

Auch hier gelten die bereits angesprochenen Bedingungen und Voraussetzungen. Daneben muss ein spezieller EQ-Vertrag zwischen Arbeitgeber und zu Qualifizierendem geschlossen werden, in dem die Inhalte der Maßnahme vereinbart und die Vergütung festgelegt wird. Auch hier gilt der Mindestlohn nicht.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (ABH)


Seit diesem Jahr können Geduldete während ihrer Ausbildung mit spezifischen Angeboten unterstützt werden. Vorrangig dürften Sprachkurse oder sozialpädagogische Begleitung erforderlich sein.

Die ABH werden von der Agentur für Arbeit oder vom zuständigen Jobcenter übernommen und können maximal bis zu sechs Monate nach Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses beantragt werden.

Weiterbildungsmaßnahmen

Individuelle Maßnahmen, die zur Verbesserung oder Erweiterung der beruflichen Qualifikation beitragen, können auf Antrag beziehungsweise nach Beratung durch das Jobcenter bezuschusst oder übernommen werden.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

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