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Finger weg vom Handy!

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SMARTPHONE CAR
Drazen Lovric via Getty Images
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Telefonieren am Steuer? Keine gute Idee. Kluge Autofahrer nutzen eine Freisprecheinrichtung, noch klügere lassen es ganz bleiben. Doch nicht nur die Nutzung des Handys zum Telefonieren ist verboten, sondern auch andere Formen der Bedienung. Der Katalog der verbotswidrigen Nutzung ist lang die Geldbuße mit 60 Euro vergleichsweise hoch. Klagt der Verkehrsteilnehmer gegen einen Bußgeldbescheid, kann er davon ausgehen, dass sich die Kosten vervielfachen. Hoffnung auf Milde sollte er zu seinem Auftritt vor Gericht nicht mitbringen.

Erst navigieren, dann starten

Somit kann der Grundsatz gelten: Jede Berührung des Smartphones ist zu unterlassen. Dazu auch das Wählen einer Rufnummer, wenn über eine Freisprecheinrichtung telefoniert werden soll, oder das Berühren des Gesprächsannahme-Buttons. Auch das Abweisen eines ankommenden Anrufs sollte unterbleiben. Im Übrigen ist auch die Handhabung einer Navigations-App untersagt (wohingegen das Bedienen des Autoradios, Navigationsgeräts oder Bordcomputers erstaunlicherweise nicht verboten ist).

Berühren verboten

Das Hanseatische Oberlandesgericht nun darauf hin, dass § 23 Abs. 1a StVO von verschiedenen Gerichten dahingehend interpretiert worden sei, dass das Mobiltelefon nicht benutzt werden müsse, sondern bereits ein in die Hand Nehmen oder Halten ein ordnungswidriges Verhalten darstelle. Damit scheidet auch die Nutzung als Fotoapparat aus, die Anlass dieser neuerlichen Behandlung des Themas durch ein Gericht bot (Hanseatisches OLG Hamburg, Az.: 2- 86/15 (RB), 2-86/15 (RB) -- 3 Ss 155/15 OWi).

Strom gibt's erst nach der Fahrt

Wer das bereits als zu weit hergeholt erachtet, sollte sich den Beschluss des OLG Oldenburg ansehen. Dessen Richter untersagten nämlich sogar das Anschließen eines Handys ans Ladegerät während der Fahrt. Auch hier wurden 60 Euro fällig -- zuzüglich zu den Gesamtkosten für den Rechtsstreit (OLG Oldenburg 2 Ss- (OWi) 290/15).

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