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Einbruch in Garage: Muss die Versicherung bezahlen?

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GARAGE BREAKIN
Laures via Getty Images
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Ein Garagentor stellt für Einbrecher kein wirkliches Hindernis dar. Die Schlösser dienen in der Regel nur vermeintlicher Sicherheit. Ein langer Hebel, an der richtigen Stelle angesetzt, entriegelt die üblicherweise eingebauten Metalltore im Nu. Große Kraft braucht man also nicht, um sich Zutritt zu verschaffen. Gibt es keine aufmerksamen Nachbarn, ist rasch in ein Auto eingeladen, was nicht niet- und nagelfest ist.

Keine Gewaltanwendung -- kein Einbruch

Da erinnert sich so mancher Bestohlene daran, dass eigentlich die in der Hausratversicherung inkludierte Einbruchdiebstahlversicherung den Schaden decken müsste. Doch die winkt nicht selten ab. Es sei keine besondere Gewaltanwendung nötig, Gegenstände aus einer versperrten Garage zu entwenden, somit sei der Inhalt nicht -- wie etwa in einem Keller -- angemessen gesichert. Und damit liege auch kein Einbruchdiebstahl vor.

Der Gewaltbegriff ist relativ zu beurteilen

Das Landgericht Passau stimmte grundsätzlich der Auffassung der Versicherungen zu, dass eine Kombination der Begriffe „Einbruch" und „Gewalt" vorliegen müsse, um eine Leistungspflicht zu begründen, eine hohe Anforderung bestünde dabei jedoch nicht. Zwar sei eine Substanzverletzung des Gebäudes erforderlich sowie das Verwenden von Werkzeugen, um in den Raum zu gelangen. Auch eine „nicht unerhebliche Kraft" müsse aufgewendet werden. Diese Bedingungen, so befang das Gericht, seien jedoch gegeben, wenn ein Garagentor mittels eines Hebels verbogen wird (LG Passau, Az.: 1 O 121/15).

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