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Das Shopping der Zukunft: Online ist Mobile und Offline muss Mobile!

19/02/2016 14:20 CET | Aktualisiert 19/02/2017 11:12 CET
ASSOCIATED PRESS

Die Mobilität und das mobile Internet werden im Handel der Zukunft eine herausragende Rolle spielen: Die Zahl der Smartphone-User entwickelt sich explosionsartig und bereits mehr als 70 Prozent der deutschsprachigen Wohnbevölkerung über 14 Jahre nutzen regelmäßig internetfähige Mobiles.

Die Deutschen und ihr Smartphone

Die Smartphone-Nutzung steht aktuellen Studien zufolge vor allem in Deutschland erst am Anfang: Wie die Zeitreihenanalyse von kaufDA - die zum dritten Mal in Folge zusammen mit dem HDE und der Hochschule Niederrhein durchgeführt wurde - zeigt, wollen die Kunden im Rahmen ihres Kaufprozesses das mobile Internet zu jeder Zeit und an jedem Ort nutzen können.

Sie recherchieren im Netz, um ihre stationären Käufe vorzubereiten und möchten über ihre Smartphones auch im Laden verstärkt kaufrelevante Informationen abrufen, ohne ein schlechtes Gefühl zu haben oder sogar verwarnt zu werden.

Kunden wollen das mobile Internet zu jeder Zeit und an jedem Ort nutzen

Das betrifft sowohl die Suche nach Produktinformationen als auch Preisvergleiche oder sogar das Fotografieren und Teilen mit Freunden. Zugleich kaufen immer mehr Konsumenten ihre Produkte und Dienstleistungen direkt im Online-Handel ein, der dadurch große Marktanteilsgewinne zu verzeichnen hat. Dennoch hält sich die Zahl der „reinen Online-Käufer", die alle Schritte ihres Einkaufprozesses online ausführen, noch in Grenzen.

Sie bewegen sich bei rund 10 Prozent, wenn alle Warengruppen berücksichtigt werden, steigen aber weiterhin stark an. Am weitesten verbreitet sind mit über 60 Prozent die Kanalwechsler, die ihren stationären Einkauf im Internet vorbereiten. Im Zuge der parallelen Nutzung der unterschiedlichen Einkaufs- und Informationskanäle kommt dabei dem mobilen Internet immer mehr eine Schlüsselrolle und Zubringerfunktion für das stationäre Geschäft zu. Dieses betrifft vor allem die Rolle des mobilen Internets zur generellen Kaufvorbereitung für den Kauf im Laden.

In der Mehrzahl der Einkaufsfälle steht mittlerweile zuerst das Stöbern im Netz als Einstieg in einen Kaufprozess. Insofern wird ein immer größerer Anteil des stationären Einzelhandelsumsatzes im mobilen Internet induziert. Dadurch wird es zukünftig immer weniger möglich, von den reinen Online- und Offline-Welten zu sprechen, denn beides verschmilzt zu hybriden Handelsformen, in denen nicht mehr auszumachen ist, ob der Kauf online oder offline zustande kam.

Neue Chancen und Möglichkeiten für den Handel

Damit ergeben sich enorme Chancen für die gebeutelten, stationären Einzelhändler. Denn die technologischen Innovationen ermöglichen eine völlig neue Form der Kundenorientierung, die insbesondere den von den Kunden geforderten digitalen Nutzungsmöglichkeiten Rechnung trägt. Insofern sollten sich vor allem stationäre Händler mit dem Mobile-Commerce auseinandersetzen.

Darüber hinaus muss eine Optimierung zu mobilgerechten Inhalten und formatgerechter Website erfolgen. Auch ist das Angebot um Mobile-Dienste und Anwendungen bzw. Killer-Applikationen zu erweitern. Dabei ist die situative und lebensstilgerechte Anpassung der Angebote an die individuellen Einkaufsgewohnheiten der Kunden sicherlich die hohe Schule des Mobile-Commerce.

Nur so lassen sich die Synergien ausspielen, die sich aus der sozialen, lokalen und mobilen Vernetzung ergeben. Dieses erfordert aber einen exzellenten Online-Auftritt, der mobil optimiert ist und das gesamte Sortiment widerspruchsfrei abbildet. Wie reagiert der deutsche Handel?

Das Geschäft der Zukunft wird gerade von Amazon & Co neu erfunden

Im Grunde gar nicht: Nur maximal 30 Prozent der Händler sind überhaupt online und nur die Hälfte der Online-Shops sind mobil optimiert. Damit sind 85 Prozent der Handelsbetriebe nicht dort, wo der Kunde ist, nämlich im mobilen Internet. Und das stationäre Geschäft der Zukunft? Das wird gerade von Amazon & Co. neu erfunden.

Das Zauberwort heißt Usability

Die Usability - das heißt den schnellen und bequemen Einkauf - wendet Amazon nun auch auf der stationären Fläche im neuen Amazon Bookstore an: Der Kunde, auch wenn er im Laden steht, hat gar nicht mehr das Gefühl, in einem Verkaufsraum zu sein. Der Kanal wird egal und sämtliche digitalen Möglichkeiten sind in allen Facetten im Laden nutzbar. Zwar vorerst nur bei Büchern, aber demnächst wahrscheinlich auch irgendwann für andere Sortimente.

Mit der „Ultimativen Usability" kann der Kunde entsprechend seiner individuellen Suchstrategie, sei es nach Bewertung, Bestseller und Themen, sein Produkt finden. Und nicht wie es in der unflexiblen Warenstruktur vorgegeben ist nach dem 50erJahre-Prinzip: "Draußen gibt es nur Kännchen."

Stationäre Händler müssen die Mobilität als Chance sehen

Deswegen sei allen stationären Händlern geraten, dass sie Online als Chance sehen, mit dem „mobil-optimierten" Online-Verkauf in die Offensive gehen und vor allem ganz schnell ihre stationären Formate aus der Online-Perspektive heraus neu erfindet. Innovative Ladenformate werden vor allem Gewicht auf digitale Anwendungen legen müssen.

Die Schlüsselrolle spielt dabei sicherlich das Smartphone, sowohl bei Web-to-Store als auch bei Web-in-Store. Das in Kombination mit einer Master-App, die alle Shop-Funktionen bis hin zur Bezahlung App-basiert zusammenführt und den Einkauf völlig unabhängig von Zeit, Ort und Bedienung macht.

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