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Lockeres Studentenleben oder Stress? - Wie Studenten mit Unialltag und Zukunftssorgen Umgehen

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STUDENTS GERMANY
alvarez via Getty Images
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Unsere Gesellschaft ist geprägt von den Themen Stress, Überlastung und Beschleunigung. Vor allem der berufliche Alltag scheint für manch einen zur persönlichen Zerreißprobe zu werden.

Wie geht es den Studierenden? Ist das Vorurteil des lockeren Studentenlebens passé?
FĂĽr den studi.report 2017 wurden mehr als 2.700 careerloft-Mitglieder zu den Themen Sinn, Sicherheit und Stress befragt, um die aktuelle Situation der Studierenden in Deutschland abzubilden. Die Themen sind eng miteinander verknĂĽpft, bedingen sich gegenseitig. Eine sinnvolle Arbeit bedeutet Sicherheit und wer sich sicher fĂĽhlt, ist weniger gestresst. Bleibt die Frage, wie gestresst die Studierenden heute sind.

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Sicherheit heißt Sinn und Stabilität

Sicherheit bedeutet für Studierende heute nicht das höchstmögliche Gehalt. Sie wollen vielmehr den Sinn ihrer Arbeit unmittelbar erkennen können und legen großen Wert auf die Stabilität von Arbeitsplatz und Branche, ein angenehmes Arbeitsklima sowie einen Arbeitgeber, der die eigenen Wertvorstellungen teilt und langfristig plant.

Fehlende Sicherheit löst Stress aus. Laut studi.report sind die Studierenden überraschend wenig gestresst. Von den Befragten fühlen sich 64 Prozent gar nicht bis mäßig gestresst. Allerdings ist dieser Wert bei den Frauen geringer. Von den weiblichen Befragten geben 42 Prozent an, sehr gestresst zu sein. Das sind 11 Prozent mehr als bei den Männern.

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Stress hat man nicht, Stress macht frau sich.

Aber warum sind Frauen gestresster als Männer? Frauen scheinen grundsätzlich höhere Erwartungen zu haben. Im studi.report wurden fünf Personas definiert: Karriere-Kim, Sucher-Simone, Familien-Franzi, Alles-Anna und Helfer-Hannes. Die meisten weiblichen Teilnehmer ordneten sich der Alles-Anna zu.

Deren Motto lautet: Ich will alles und nicht weniger. Sie möchte beim Marktführer Karriere machen und an Entscheidungsprozessen für interessante Produkte beteiligt sein. Gleichzeitig ist es ihr aber ebenso wichtig, genügend Zeit für Familie, Freunde und sich selbst zu haben. Dass so hohe Erwartungen Stress auslösen können, scheint nur verständlich. Vielleicht sind männliche Studenten risikofreudiger, verfolgen eine gelassenere Einstellung und vertrauen darauf, dass sich die Dinge schon irgendwie richten.

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Studierende sind stresserprobt und Meister der Selbstorganisation.
Die Stressursachen verändern sich im Laufe des Studiums. Während zu Beginn des Studiums vor allem Klausuren und Hausarbeiten für 44,6 Prozent der Befragten für Anspannung sorgen, kommt zum Ende des Studiums für 26,4 Prozent der bevorstehende Berufseinstieg als zweiter großer Stressfaktor hinzu.

Die Finanzierung des Studiums und Druck aus der Familie spielen eine untergeordnete Rolle. Trotz der hohen Erwartungen an sich und ihre Zukunft scheinen die Studierenden sich so zu organisieren, dass sie ihr Arbeitspensum bewältigen können, ohne dass es sie überwältigt.

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