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Zum Tod Fidel Castros: Der gescheiterte Sozialismus und seine marxistisch-leninistische Irrlehre

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• Die Welt trauert und jubelt über den Tod des „maximo Lider" Kubas
• Sein Modell des Sozialismus funktionierte nicht
• Doch sein Leben und Wirken hinterlassen ein Vermächtnis für die Zukunft

Der ehrenwerte Mann, die unbeugsame Ikone und der furiose Führer der kommunistisch-sozialistischen Revolution in Kuba, Fidel Castro, ist tot. Der „maximo Lider" wird jetzt mit Pomp in einem Mausoleum in Santiago de Kuba beigesetzt.
Auch seine marxistisch-leninistischen Ideen des Sozialismus geistern immer noch durch die Welt, vernebeln die Köpfe und auch können Jedem begegnen. Deshalb ist etwas Klarsicht auch für Sie wichtig.

Was sollte von ihm bleiben?
Welche Erfahrung sollte für künftige Zeiten in das Gedächtnis der Menschheit fest eingebrannt werden?
Fidel wollte mit seiner Ideologie den Menschen Kubas den sozialistischen Himmel auf Erden bringen. Er bescherte ihnen zwar Verbesserungen in der Bildung und im Gesundheitswesen, ruinierte aber das Land wirtschaftlich, regierte mit harter Hand und war unerbittlicher Verfolger seiner Gegner. Er soll 638 Attentatsversuche überstanden haben. Darin ist er wohl Weltrekordler.
Doch der eiserne Mann brachte letztlich keine grundlegenden Verbesserungen für das Leben der Menschen seines Landes, sondern bescherte Ihnen nur Veränderungen. Georg Christoph Lichtenberg prägte schon vor über 200 Jahren das treffende Wort: verschlimmbessern. Mit der Absicht eine Lage zu verbessern, diese nur verschlimmern. Fidel war ein solcher Verschlimmbesserer in Reinstkultur. So löste sein Tod aus bei den Geschädigten Genugtuung und Freude bei den Nutznießern Trauer und Tränen.

Fidels Gesellschaftsmodell
Fidels Modell der menschlichen Gesellschaft und letztlich die Staatsdoktrin des sozialistischen Kubas basiert u.a. auf den 6 Elementen/Säulen
1. Klasseneinteilung der Menschen, die (guten) Arbeiter und die (bösen) Kapitalisten.
Das ist viel zu einfach, falsch und schädlich. Wir Menschen sind alle untereinander verwandt und gleich. Wir sind keine Kaninchen, die man menschenverachtend in Kästen einsortiert.
2. Hass und Kampf, Aggression und Terror, gegen die Ausbeuterklasse.
Das ist letztlich engstirnig, gefährlich und nachhaltig schädlich
3. Diktatur einer Partei. Ist kreuzgefährlich bei Irrtümern der Partei.
4. Führer- und Personenkult - wie in einer Religion. Riskant bei ungeeigneten Führern.
5. Bürokratischer Zentralismus zur Steuerung der Gesellschaft. Ist geeignet für das Militär, aber ungeeignet für das Zusammenleben in einer Gesellschaft
6. Nationalismus (jedes Land seinen eigenen Sozialismus). Birgt in einer globalisierten Welt gefährliche Konflikte.

Solche Elemente des Marxismus Leninismus werden von den Erfindern großspurig als „wissenschaftlich" bezeichnet. Sie sind eher Glaubensbekenntnisse der marxistisch-leninistischen Sekte, obwohl sie Religion „als Opium fürs Volk" heftig bekämpft. Es ist nur Pseudowissenschaft, die man vielleicht zur Kenntnis nehmen kann, aber ganz schnell wieder vergessen soll. Tatsache!
Eine unbefangene Prüfung allein dieser Elemente führt zu dem Ergebnis: Sind allesamt unvernünftig, engstirnig und töricht, mit wenig Sinn und ohne Verstand. Der Marxismus-Leninismus zählt zu den großen und gefährlichen Irrtümern und Torheiten.

Der größte und gefährlichste Irrtum
Die Ideologen des Sozialismus und des Marxismus-Leninismus möchten mit ihrem Modell die Welt und die Gesellschaft erklären, aber zugleich auch eine Anleitung zum praktischen Handeln liefern, um die Welt zu verbessern.
Zwischen Erklärungswissen und Handlungswissen besteht ein himmelweiter Unterschied, der mindestens seit 2360 Jahren bekannt ist. Erläutert hatte diesen der Welt der kluge und lebenspraktische Philosoph Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik, 1. Kapitel. Zeigen die Erfinder des Marxismus-Leninismus eine große Bildungslücke? Aristoteles unterscheidet erklärendes Wissen (methodos) und praktische Fertigkeiten (techne).

Lächerliche Arroganz
Wer ein Auto erklären kann, über Erklärungswissen verfügt z.B. 4 Räder und ein Motor zum Fahren, verfügt deshalb noch lange nicht über die Fertigkeit, dieses zu bauen oder zu fahren. Wer allein mit dem Erklärungswissen ein Auto bauen oder fahren will, scheitert, richtet Schaden an oder macht sich lächerlich.
Wer ein Fußballfan ist und damit über das Erklärungswissen verfügt, was Fußball ist („2x11 Personen rennen hinter einem Ball her und wollen Tore schießen"), bei laufenden Spiel plötzlich mit diesem Wissen auf das Spielfeld rennt, um allen zu zeigen, wie man gewinnt, so wird er schnell ausgelacht und vom Platz genommen...
Die Marxisten-Leninisten verhalten sich nicht anders. Mit ihrem fragwürdigen Erklärungswissen der Welt sind auch noch so vermessen, damit die Welt steuern zu wollen. Sie scheitern damit, richten Schaden an und machen sich bei Vernünftigen lächerlich.
Auch Fidel verfiel diesem größten, gefährlichsten und schädlichsten Irrtum. Was sie auf das heftigste bekämpften, die Religion, liefern sie selbst dem Volk mit pseudowissenschaftlichem Wirrwarr und Opiumnebel.

Er verfiel auch der Versuchung
Der Superstar Fidel war auch ein Mensch, der nicht den Versuchungen der Macht und des Führer- und Personenkultes widerstand. Er sorgte auch emsig für sein eigenes Wohl. Sein aufwändiger Lebensstil spricht Bände. Als Präsident war er Besitzer einer Yacht samt einem eigenen Yachthafen, einer schönen privaten Insel und eines Basketballplatzes (nach https://de.wikipedia.org/wiki/Fidel_Castro , aufgerufen am 30.11.2016).

Vermächtnis
Was sollte von Fidel Castro bleiben? Was sollte fest im Gedächtnis der Menschheit verankert werden und so weiterleben?
In dem noch zu schaffenden Weltmuseum der großen gesellschaftlichen Irrtümer, der Torheiten und Dummheiten sollte sein kubanisches Experiment einen Ehrenplatz erhalten unter dem Titel:
Der gescheiterte Sozialismus und seine törichte, gefährliche marxistisch-leninistischen Irrlehre.