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Meine Suche nach dem besten Eintopf der Welt und wo sie endet

15/03/2016 17:28 CET | Aktualisiert 16/03/2017 10:12 CET
juefraphoto via Getty Images

Ich bekenne offen:

Ich bin kein Suppenkasper, sondern das Gegenteil, ein ausgesprochener Suppenfan, besonders von Eintöpfen. An Eintöpfen habe ich einen dicken Narren gefressen, ich bin ein leidenschaftlicher Eintopf-Lukullus. Und das schon seit meiner Kindheit. Übrigens und nebenbei: Eintopf-Essen spart auch in der Regel Muskelenergie - nämlich für das Kauen großer, zäher Braten... Das hat seine Vorgeschichte. In den letzten der Kriegs- und Nachkriegsjahren lebten wir mit Essen und Trinken nicht in einem Schlaraffenland wie heute. Doch meine Mama verbrachte immer das Kunststück, einen Eintopf auf den Tisch zu zaubern, der der ganzen Familie schmeckte. Es war ein Genuss für kindliche Zungen und eine Wohltat für den Magen. Seitdem ist mein Lieblingsessen der Eintopf à la mama. Das hatte sich auch unter meinen Kollegen herumgesprochen. In der Kantine, in der es mittags allerhand Leckeres im Angebot gab. Neben Schnitzel und Pizza, stellte man mir stets einen extra gefüllten Eintopf bereit - sei es Bohnen-, Erbsen-, Gemüse-, Wirsing-, Möhren-, Kartoffel-, Nudeleintopf und, welch' ein himmlischer Genuss: Grießbrei mit Zimt und Butter. Gingen meine Frau und ich ins Restaurant, so galt mein Blick in die Speisekarte zuerst dem Angebot von Eintöpfen. Doch das Angebot wurde im Laufe der letzten Jahre immer kleiner. Frustrierend für einen Eintopf-Lukullus.

Heute sind Eintöpfe nicht mehr so, wie sie früher waren

Die Eintöpfe in Restaurants der ganzen Gegend habe ich gründlich getestet. In den letzten Jahren haben sich die Eintöpfe stark verändert. Sie enthalten immer mehr, offen deklarierte oder heimlich verschwiegene Zusatzstoffe. Während ich von Eintöpfen à la mama nie Magendrücken bekam, ist das heute der Normalfall. Leider! Doch ich ließ mich von solchen Zusatz-Beigaben nicht unterkriegen und suchte weiter nach gesunden Alternativen in der Stadt und Umgebung. In der letzten Zeit testete ich sogar Eintöpfe in Restaurants von Super- und Möbelmärkten. Und es passierte doch! Unglaublich, aber wahr! In einem Restaurant eines bekannten Möbel-Großmarktes fand ich endlich den wohlschmeckenden, sättigenden und wirklich bekömmlichen Erbsen-Eintopf à la mama. Und sensationell, vier Stunden nach dem Essen bekam ich immer noch - Pardon - kein saures Aufstoßen. Wegen dieser geradezu unglaublichen Eintopf-Qualität wollte ich gern den Koch sprechen und mich für seine guten Koch- und Wohltaten für meinen Gaumen und Magen bedanken. Ein gutes Trinkgeld hielt ich bereit.

Kurz vorm Ziel, doch keine Antwort

Für eine Frage nach dem Chefkoch waren die Damen an der Essensausgabe zu sehr beschäftigt, ich machte mich daher an der Kasse kundig. Die Kassiererin reagierte auf meine Frage seltsam. Zunächst kassierte sie die anderen Gäste, sah sich dreimal ängstlich um, rückte über den Kassentisch näher zu mir und flüsterte: "Hier gibt es keinen Koch!" "Kocht hier vielleicht ein Gespenst?" Fuhr es mir durch den Kopf, aber nicht über die Lippen. Die Frau erläuterte: "Wir kochen hier nicht! Wir bekommen das Essen fix und fertig angeliefert!" "Woher?", wollte ich wissen. "Aus dem Norden, aus der Nähe von Hamburg." "Also Eintopf auf Rädern! Eine neue Eintopf-Art!", ging es mir durch den Kopf. Ich war enttäuscht, dass ich dem Meisterkoch nicht persönlich meinen Dank sagen und ein Trinkgeld übereichen konnte. Doch lassen wir den Ärger! Und damit endet auch meine weltweite Suche. Wir haben ja die HuffingtonPost, und die können ja übers Internet dem unbekannten und unsichtbaren Superkoch von Eintöpfen à la mama meinen Dank schriftlich überbringen. Wenigstens virtuell! Also: Liebe unsichtbare Meister der Kochlöffel! Kochen Sie bitte weiter für mich den wohlschmeckendsten und bekömmlichsten und gesündesten Eintopf der Welt, nach dem ich so lange gesucht habe. P.S. Der Bezug auf die Welt stimmt tatsächlich. Einst bin ich um die ganze Welt gereist und habe an allen Ecken und Enden die Eintöpfe aller Art gekostet. Doch der heimatliche Eintopf à la mama blieb unübertroffene Spitze.

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