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Nach der Wahl: Der trübe Start des deutschen Jamaika-Zirkus' und die ersten Jamaika-Witze

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Nur Trübsinn, Schwachsinn, Stress und Frust!

Deutschland hat den neuen Bundestag gewählt, es steuert auf eine 4-Parteien-, eine schwarz-grün-gelbe Jamaika-Koalition und -Regierung zu.

Baustellen
Viele Probleme haben sich angestaut, die rasch von der neuen Regierung angepackt und gelöst werden müssen, wie der bessere Schutz der Deutschen vor Kriminellen, eine völlig überlastete Justiz, der Bildungsnotstand und zunehmende Analphabetismus, Flüchtlinge abweisen, integrieren oder abschieben, wachsende Armut von Alten, Müttern, Kindern, zu hohe Wohnungsmieten, ein Gesundheitswesen, in dem es um Gewinn, statt um Menschen geht. Und die Basis des deutschen Wohlstands, die Industrie, hat den technologischen Anschluss an die globale Digitalisierung verschlafen. Überall Baustellen und große Herausforderungen, vor denen die neuen Abgeordneten stehen...

Und was macht die Feuerwehr?
Es brennt also an vielen Stellen in Deutschland. Was macht die dafür soeben gewählte politische Kaste, die „Feuerwehr"? Sie kommt nicht zu Potte und zu einem Plan, sie packt nicht die Probleme, geht nicht an die Arbeit, findet nicht Spritze und Schläuche, um die Brandherde zu löschen. Sie unterlässt das, wofür sie da ist. Was macht sie? Sie wartet und wartet und zögert. Was ist nur los mit der neuen deutschen Politik?

Es geht viel rascher
Was machen normale und vernünftige Leute, um rasch vier unterschiedliche Personen und Auffassungen unter einen Hut und zu einem Plan zu bringen?
Ein Chef ruft sie zusammen, schickt sie in eine Klausurtagung an einen ungestörten Ort, spendiert reichlich Wasser, Kaffee und Würstchen. Am 1. Tag werden die Grundfragen beraten und eine Nacht überschlafen. Am 2. Tag gibt es letzte Nachfragen, Abstimmungen, Rückfragen, ggf. Korrekturen. Am 3. Tag wird die Grundsatzerklärung verfasst und gemeinsam verabschiedet. Ja, nach 3 Tagen! Der Chef sagt Dank und gibt einen Sekt-Empfang mit Kaviar. Es geht, wenn der gemeinsame Wille da ist, die Zeit drängt und Wichtiges auf dem Spiel steht.

Abgehoben
In der Politik geht das offenbar nicht. Die Abgeordneten, die für die Menschen im Lande da sein sollen, leben wohl abgehoben in einer anderen Welt, die nicht Deutschland ist.
Ja, der Berliner Jamaika-Zirkus in diesen Tagen
lässt sich nicht mit Jammern und Klagen,
sondern nur noch mit Witz und Humor ertragen.
Beginnen wir also, den gegenwärtigen Zustand der Berliner Politik zu klären, stellen die Schlüsselfrage, liefern tief- und hintergründige, auch witzige Antworten.
Warum kommt die ins Auge gefasste jamaika-bunte Koalition und Regierung nicht zu Stande, kommt nicht zu Potte?

Nicht können?
Die gewählten Damen und Herren haben einen großen Schreck bekommen, dass sie überhaupt gewählt worden und müssen das erst nach und nach verdauen. Das dauert...
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie sich erst für die neuen öffentlichen Auftritte neu einkleiden müssen, die Damen die passende Kosmetik, Schmuck und Kleider zulegen, die Herren die passenden Fliegen, Binder, Kordeln und Fracks.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie sich erst noch für das Hohe Haus passende Duftmarken zulegen müssen, damit nicht jemand bei einer Geruchsprobe feststellt: Hier stinkt es zum Himmel!
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie die Grundlage für ihre Arbeit, das geltende Grundgesetz nicht kennen und erst einmal auswendig lernen müssen.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie Politik nicht gelernt haben und sich erst Mitarbeiter und Berater suchen müssen, die im Hintergrund die Arbeit für sie erledigen.
Sie kommen nicht zu Potte, weil einige sich erst von sog. Coachs trainieren lassen müssen, wie man sich in der Öffentlichkeit benimmt und nicht eine Lachnummer oder einen Theaterdonner lostritt.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie die Zaubershow noch lernen müssen, den Eindruck zu erwecken, wahnsinnig beschäftigt zu sein, während sie Mode-, Schmuck- und Immobilienkataloge studieren.

Ängste?
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie Angst haben und zu zittern anfangen, wenn der bayerische Löwe oder andere gefährliche Großkatzen zu brüllen anfangen.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie erst noch lernen müssen, den politischen Gegner nicht anzuspucken, sondern liebevoll zu umarmen und mit ihm zu kuscheln.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie nicht wissen und sich erst beraten lassen müssen, was sie plötzlich mit ihren hohen Abgeordneten-Diäten und Vergünstigungen alles Schönes anfangen sollen.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie denken, dass Koalitionsverhandlungen ein Schacher- und Pokerspiel sind, das vollen Einsatz verlangt. Das nicht nebenbei mit Ach und Krach erledigt werden kann - der Show wegen.
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie zittern und zögern und Angst haben, eine Ehe zu viert einzugehen, für die noch kein einschlägiges Gesetz „Vierer-Ehe" im Bundesgesetzblatt veröffentlicht ist...
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie sich nicht blamieren möchten, dass sie für das, wofür sie gewählt worden sind, das Regieren, unfähig sind.

Spektakulär
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie noch trainieren müssen für das nächste verlogene Spektakel im Bundestag, vor dem Fernsehen und den Medien.

Das Beste ist das Letzte und kommt jetzt, dafür hole ich die geheimsten Sachen aus dem Nähkästchen:
Sie kommen nicht zu Potte, weil sie gründlich an den Grundregeln für die künftige Politik- und Regierungsarbeit im neuen Jamaika-Land basteln, feilen und feilschen. Der entscheidende Satz für den künftigen Koalitionsvertrag lautet wohl so: „Aussitzen, Nichtstun und Rumpalavern sind die Grundregeln für unser politisches Verhalten und Regieren." Er untersetzt den Leitspruch der Dirigentin, das Sprichwort: „In der Ruhe liegt die Kraft!".

Fazit
Ist doch klar, dass man so nicht rasch zu Potte kommt!
Basta! Das war's erst mal für heute.

Deutschland wird bunter und munterer mit Jamaika.
Doch welch' ein Trauerspiel und Zirkus!
Was für ein Schwachsinn, Trübsinn, Stress und Frust - für uns alle!