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Lauter Missverständnisse oder die öffentliche Einladung zur Paarung

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GUZOO FARM VANDALIZED
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Unglaublich, aber wahr!

Irren ist nicht nur menschlich. Wir Menschen leben nicht nur allein auf der Erde, sondern mit uns auch Tiere. Da kann schon allerhand passieren - auch Ihnen.

Etwas Verrücktes und voller Missverständnisse passierte dem siebenjährigen Tom bei seinem Besuch im Vogelpark. Es geschah an einem warmen Tag im Vorfrühling. Die Sonne strahlte, Mensch und Tier waren guter Dinge. Tom machte seinen Rundgang. Da entdeckte er einen schönen, aber einsamen Vogel auf einer Wiese, einen ausgewachsenen Kranich mit schönem schwarzen Kopf, langem Schnabel, schlanken Beinen und einem prachtvollen Gefieder, aus dem sich der lange schlanke Hals streckte.

Dieser Kranich hatte etwa Toms Größe. Und Tom näherte sich dem Kranich, beobachtete ihn genau. Und er begann mit ihm ein Gespräch - mit Gesten, mit seiner Körpersprache, mit Händen, Füßen, Brust und Bauch.

Der Kranich drehte seinen Kopf samt Schnabel nach links und dann nach rechts. Tom gegenüber drehte seinen Kopf samt Mund nach links und dann nach rechts.
Der Kranich schüttelte sich und spreizte sein Gefieder und Oberkörper. Tom schüttelte seinen Haarschopf und seinen Oberkörper und breitete die Arme aus.

Der Vogel stellte sich auf sein linkes Bein. Tom machte es ihm nach.
Der Kranich hob sein rechtes Bein. Tom ebenso.
Der Kranich streckte seinen Hals lang und seinen Schnabel weit nach oben. Tom versuchte es. Der Kranich streckte seinen Schnabel zur Erde und machte eine Verbeugung vor Tom. Tom versuchte es seinerseits mit einer Verbeugung vor dem Kranich.

Dann passierte etwas Verrücktes: Der Kranich spreizte sein Gefieder, führte einen wilden Balztanz vor Tom auf, stieß seltsame Schreie in die Gegend. Der Tanz war so wild, die Schreie so durchdringend und laut, dass Tom sie nicht nachahmen konnte sondern nur rief:
"Toll! Schaut nur! Dieser Vogel hat einen tollen Vogel!"

Ein Tierpfleger kam gerade vorbei, hörte das und erklärte Tom:
„Der Kranich ist nicht verrückt. Er ist nur glücklich, dass er in seiner Einsamkeit endlich einen Spielpartner gefunden hat. Du hast ihm so gefallen, dass er Dich gleich heiraten möchte, denn jetzt ist gerade Paarungszeit. Mit seinem wilden Tanz will er dich in aller Form und öffentlich zur Hochzeit und Paarung einladen!"

Tom meinte ungläubig: „Der Vogel will mich Mensch heiraten?"
„Weil ihr euch beide so gut verstanden habt!", erklärte der Tierpfleger
Tom kommentierte: „Geil! Eine Vogelhochzeit mitten im Vogelpark - das gab's noch nie!"

Da fing Tom das Kinderlied an zu singen: „Ein Vogel wollte Hochzeit machen, fidirallala..."
Dann begann er im Rhythmus des Liedes zu tanzen: „Der Tomi war der Bräutigam, ein Kranich war die Braut, fidirallala!"
Jetzt verschlug es dem Kranich seine Lock- und Balz-Sprache. Er schüttelte heftig seinen Kopf samt langem Schnabel und beendete abrupt seinen aufregenden Balztanz.

Irre, aber wahr!

Verstehen ist Glücksache. Missverständnisse gibt es überall, auch bei der Hochzeit und Paarung, ihren Vorbereitungen und Vorspielen.

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