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Ein heißer Tipp für die kalte Jahreszeit, der Geld spart

28/11/2015 19:55 CET | Aktualisiert 28/11/2016 11:12 CET
thinkstock

Über Nacht war es kalt geworden, die ersten Schneeflocken fielen, die Straßen waren glatt, man muss den warmen Pullover herauskramen. Der Winter kam mit weißem Stiefeln. Flüchtlingskinder aus Syrien erleben ein Wunder dieser Erde, den ersten Schnee ihres Lebens. Und bejubeln mit Glücksschrei die erste Schneeballschlacht.

Und auch für die Technik, die uns das Leben oft angenehm macht, beginnt eine kalte Jahreszeit. Das hat mich viel Geld gekostet. Da ich viel unterwegs bin, bin ich nicht immer dort, wo es plötzlich kalt wird - nämlich in meiner Wohnung und schon gar nicht in dem ungeheizten Raum mit dem Kühlschrank, in dem ich meine Lebensmittel und Getränke aufbewahre.

Und so kehrte ich nach einiger Zeit wieder nach Hause zurück, mittlerweile war es Winter geworden, und ich prüfte auch meinen Kühlschrank im kalten Zimmer. „Oh Schreck", dachte ich, "mich tritt im Nu ein Känguru!". Im Innenraum des Kühlschranks war es pudelwarm, alle Lebensmittel und Getränke waren verdorben. Mancher gefrorene, appetitliche kleine Speiseberg war zu einem hässlichen Wischlappen zusammengefallen. Und, oh Gott, welch ein dampfender Geruch! Haben Sie schon einmal Gefrierkost auf den Ofen gelegt und dort 14 Tage lang auftauen lassen?

Für mich stand felsenfest fest: Der Kühlschranks ist kaputt. Wegen Garantieleistungen wollte ich mich nicht mit dem Lieferanten und Hersteller rumstreiten. Also kaufte ich mir einen neuen Kühlschrank und ließ den alten gleich mit entsorgen.

Dann war ich wieder unterwegs. Und dann wiederholte sich das Theater mit dem Kühlschrank. War das Zimmer warm, kühlte er pflichtgemäß. War das Zimmer kalt, wärmte er sich innerlich selbst auf. Schließlich wiederholte ich das Spiel - Gewohnheit ist das halbe Leben - kaufte einen neuen Kühlschrank und entsorgte letztens drei hochwertige neue Kühlschränke, die alle in dem ungeheizten Zimmer bei Kälte nicht funktionierten.

Doch was war die Ursache für dieses seltsame Verhalten dieses ständigen Lebensbegleiters des modernen Menschen - des Kühlschranks - außer am Nord-und Südpol? Warum stellt er meine Welt auf den Kopf und heizt, statt zu kühlen?

Dafür braucht man etwas technisches Verständnis - nicht viel, aber ein Klitzekleines: Jede Technik ist kein Alleskönner. Sie kann uns nur helfen in ihrem genau abgegrenzten Anwendungsbereich, nicht woanders. Der Kühlschrank wurde von seinen Ingenieuren konstruiert für eine Anwendung in der Wärme, nicht in der Kälte. Und da manche Kühlschränke auch etwas logisch denken, schalten Sie bei Kälte im Raum binär um, z.B. von der Kühlung auf Heizen.

Was tun? Und jetzt kommen mein einfacher und ein komfortabler, heißer Tipp:

Leeren Sie Ihren Kühlschrank, der in einem kalten Raum steht, und ziehen den Stecker, und sichern ihr Kühlgut woanders - bevor sie wegreisen. Das spart Ihnen Strom und Geld und Ärger. Und verführt sie nicht - wie mich damals - zu überflüssigen Geldausgaben für einen oder mehrere Kühlschränke, die sich auch nach ihrer Verdreifachung zu Ihnen nicht intelligenter Verhalten.

Ein anständiges modernes Gerät zeigt natürlich dem Nutzer an, ob es überhaupt unter den vorhandenen Umgebungsbedingungen (wie Temperatur usw.) seine Dienste erbringen kann, ob bei Ihnen - und nicht im Geräteshop - die für seine Anwendung nötigen Voraussetzungen gerade erfüllt sind.

Vielleicht lockt sogar ein öko-ökologischer Preis und dann bauen die Kühlschrank-Konstrukteure in die Schränke etwas mehr Intelligenz - zur Freude der Verbraucher, die uns allen Energie und Umweltschäden und Sondermüll erspart.

Z.B. einen weiteren Thermoschalter, der bei kalten Zimmertemperaturen das Kühlaggregat ausschaltet und Sie vielleicht freundlich akustisch mit dem Jubelschrei der Kinder über den ersten Schnee begrüßt, begleitet von der Anzeige „Hallo, zu kalt ist es mir. Ich beginne meinen verdienten Winterschlaf".

Da haben wir also wieder den warmen Salat: Das Wintergeschrei der Kinder von Draußen und des Kühlschranks von Drinnen.

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