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Am Krebs verdient - nur der Patient verstarb

20/11/2015 12:34 CET | Aktualisiert 20/11/2016 11:12 CET
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Die Luft war trocken. Bevor mein Freund zu sprechen begann, feuchte er seine Lippen mit einem Schluck Bier an. „Das ist Lebenssaft, gibt dir Lebenskraft!" war sein Motto, bis ihm Ärzte mit all ihrer Macht dazwischen pfuschten. Dann erzählte er mir seine unglaubliche Geschichte von seinem Abenteuer mit gewissen Ärzten und ihren Helfern.

Kurz vor dem Ende seiner Erzählung, die ihm alles Erlebte lebhaft ins Bewusstsein rief, wurde ihm schlecht, er kippte vom Stuhl und sein Bericht endete abrupt. Doch mein Freund war ein Stehaufmännchen - bald stand er wieder auf der Matte. Wegen einer Störung konnte er mir das Ende seiner Geschichte nicht erzählen, ich ergänze sie. Kurz werde ich mich fassen, damit nicht auch Sie, wie mein Freund oder sogar wir beide gemeinsam, schockiert vom Stuhl fallen...

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Mein Freund hatte etwas in seinem Körper, was jeder normale Mensch auch hat, eine Geschwulst, einen Krebs, einen Tumor. Es gibt gutartige, mit dem Sie alt wie Methusalem werden können, z.B. mit Warzen oder Leberflecken, und bösartige, die irgendwo im Körper oder auf der Haut stecken.

„Bald liegen Sie auf dem Friedhof"

Der Hausarzt hatte bei meinem Freund einen Tumor entdeckt, er vermutete einen bösartigen.

Der Doktor vom Typ „Dr. Eisenbart ist eisenhart" erklärte ihm: „Sie haben einen bösartigen Tumor. Spätestens in zwei Jahren liegen Sie auf dem Friedhof." Damit übergab er ihm die Überweisung zu einem Krebsspezialisten.

Dieser entnahm ihm eine Gewebeprobe aus dem damals noch quicklebendigen Körper meines Freundes, der Onkologe nannte es Biopsie. Dabei werden dünne Gewebestückchen, wie Gewebefäden, mit einem gefährlichen Gerät aus dem Tumor im Körper heraus gestanzt und anschließend vom Pathologen untersucht. Der Befund war weder richtig gut noch richtig schlecht, also richtig unklar.

Der Onkologe urteilte aufgrund des unklaren Befundes mit den Worten „Ein Arzt muss immer mit dem Schlimmsten rechnen", mein Freund habe einen schlimmen Krebs und werde höchstens noch anderthalb Jahre leben.

Doch mein Freund hegte Zweifel, ob diese klare Diagnose aufgrund eines unklaren Befundes zutrifft. Er wandte sich - eine Zweitmeinung ist wichtig - an einen anderen Facharzt. Doch ein Arzt, die eine Krähe, kratzt der anderen keine Augen aus - sie haben bekanntlich eine angeborene Hack-Hemmung gegen die eigenen Zunftgenossen.

Der zweite Onkologe wiederholte den ersten ärztlichen Befund der Erstmeinung mit seiner negativ übertriebenen, sog. Überdiagnose.

Mein Freund war angeblich schwer krebskrank und sollte auf Wunsch des Arztes - zu seinem Wohl - nun therapiert werden und zwar auf eine angeblich besonders unblutige und patientenschonende Art, kaum mit Nebenwirkungen. Diese therapeutische Vollstreckung sollte ein Krebsbestrahlungszentrum ausführen.

Zu dem festgesetzten Bestrahlungstermin erschien mein Freund jedoch nicht. Ihm war das Ganze zu unsicher und unvernünftig.

Da erschien bei Ihm zuhause eine freundliche junge Dame, mein Freund hielt viel von freundlichen jungen Damen. Und lud ihn wieder mit freundlichen Worten zu seiner Bestrahlung ein, die sein Leben lang verlängern sollte, die ihn gewissermaßen verjüngt und neues Leben schenkt. Und ihm noch viele Gelegenheiten zu einem guten Bierchen schenkt.

Mein Freund ließ sich von diesem Charme der jungen Dame, diesem Lockvogel aus dem Krebsbestrahlungszentrum, überrumpeln und ging zu den Bestrahlungen, 39 waren angesetzt. Außer seltsamen Rötungen und Pusteln war an den bestrahlten Körperstellen nichts zu sehen.

Er starb an inneren Blutungen

Die Therapie wurde erfolgreich zu Ende geführt. Mein Freund verstarb bald daran und zwar - wie eine Autopsie ergab - an inneren Blutungen. Auf dem Totenschein stand Herzversagen - als würden nicht letztlich alle Menschen an Herzversagen sterben.

Er starb, weil Ärzte an ihm verdienen wollten, obwohl er gar nicht krank war. Gesundheitspolitiker nennen es weichgespült und schöngefärbt: „übertherapieren".

Der Freibrief für die Körperverletzung durch die Radiologen, die schriftliche Einwilligung zur Strahlentherapie auf einem vorgedruckten Formular, war voller lateinischer medizinischer Fachausdrücke, die mein Freund nicht verstehen konnte, weil er ein Deutscher und kein Lateiner war. Die den Ärzten erteilte schriftliche Einwilligung zu seiner tödlichen Therapie war damit juristisch unwirksam. Man muss sich die Augen zweimal reiben...

Auf dem Friedhof fand er direkt am Hauptweg seine letzte Ruhestätte. Dort ließ ich - nach seinem Vermächtnis - einen Grabstein errichten in Form eines schönen Bierhumpens, der Passanten ins Auge fiel. Darauf waren im Granit eingeschliffen seine Worte:

Ich habe Ärzten blind vertraut,

sie haben mir das Leben versaut.

Jetzt lieg ich einsam traurig hier,

ganz ohne mein gesundes Bier.

Die Ärzte hatten am nicht vorhandenen Krebs verdient, woran der Patient verstarb.

Wer ist der Nächste?

Wer verhindert den Nächsten?

Video:Studie: Dieses Gewürz tötet Krebszellen

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