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Klimakatastrophen in Deutschland: Was kommt noch auf uns zu?

28/08/2017 12:18 CEST | Aktualisiert 05/09/2017 14:48 CEST
shaunl via Getty Images

• Wie geht es weiter mit den Wetterkatastrophen in Deutschland?

• Womit müssen wir rechnen? Was werden die Folgen sein?

• Eine neue Computersimulation mit CliCoS zeigt den langfristigen Niederschlagstrend

• Was wir jetzt tun, und was wir unterlassen sollten, auch bei den nächsten Wählen

Immer wieder Unwetterkatastrophen und Vorhersage-Probleme

Wieder wüteten heftige Unwetter in Regionen Deutschlands. Wolkenbrüche, Überschwemmungen und Orkanböen, große Schäden, Verkehrschaos. Sogar Verletzte und Tote waren zu beklagen. Wie wird es weitergehen?

Das Wettergeschehen (global und lokal) ist ein hochkomplexer dynamischer Regelungsprozess mit vielen Einflussgrößen, der nach zyklischen Schwankungen immer wieder in stabile Zustände führt. Vorhersagen sind sehr schwierig.

Das neue intelligente Computersimulations-Modell hilft

CliCoS (von Climate Control Simulation), das neue intelligente Computer-Simulationsprogramm spielt vorliegende Klimadaten nach, analysiert sie, erkennt Einflussgrößen und entfernt Störeinflüsse. Mit CliCoS kann damit einen „Wetter- und Regenmacher" simulieren, der an den wichtigsten Einflussgrößen dreht, und an Zahlen die Auswirkungen auf den langfristigen Niederschlagstrend beobachtet. Aus den monatlichen Niederschläge des Jahres 2016 (in mm, nach www.wetter.de/....) ergaben sich dieser (geglättete) der Verlauf und der Trend für 2 alternative Szenarien:

Komplexe Einflussfaktoren

Das Wetter- und Niederschlagsgeschehen wird gesteuert durch viele Faktoren, die nicht beeinflussbar und natürlichen Ursprungs sind (wie Sonneneinstrahlung, Erdrotation und -Neigung, Vulkanausbrüche, Ozeane und Erdoberfläche, geografische Lage) oder von Menschen gemachte. Z.B. die Änderung der Bodennutzung, Waldrodung, der Städte- und Straßenbau, Flussbegradigung, Trockenlegung, aber auch immer mehr Schmutz-, Schadstoff- und Gasemissionen durch Heizung, Landwirtschaft, Industrie, Verkehr.

Drei Szenarien für Einwirkungen des Menschen

Wie wird sich in Deutschland der Niederschlag verändern? Entscheidend ist der globale und lokale Wasserkreislauf zwischen der Erdoberfläche und der Atmosphäre, mit seiner Speicherung und dem Transport von Wasser: Es verdunstet vor allem über dem Meer oder fließt ab in die Ozeane. Wind transportiert die feuchte Luft zum Festland, es entstehen Wolken. Die Feuchtigkeit kondensiert, auch durch Staub und Aerosole, zu Tropfen, die als Regen oder Schnee wieder auf die Erde fallen, ins Grundwasser versickern oder in die Flüsse in die Ozeane abfließen. Dieser natürliche Kreislauf kann durch den Menschen nicht grundlegend verändert, aber in seinem Tempo erhalten, verlangsamt oder beschleunigt werden. Diese 3 Szenarien und ihre Folgen für die Schwankung des Niederschlags Deutschland zeigt das Diagramm.

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Szenario 2016: Zustand 2016

Szenario 1 (beschleunigter Wasserkreislauf): Das Wetter wird extremer, "tropischer".

Die Winter (Januar, Februar) und die Sommer werden feuchter mit Stürmen und Gewittern. Der Herbst (Oktober, November) wird trockener. Frühere Niederschläge im Winter verschieben und sich in den Sommer. Der früher trockene Winter verschiebt sich in den Herbst.

Szenario 2 (verlangsamter Wasserkreislauf): Das Wetter wird ausgeglichener und gemäßigter.

Die Winter werden trockener, die Sommer schon im Mai, Juni mit weniger extremen Regen. Im Herbst fällt mehr Regen. Der frühere Winterniederschlag ist in den Herbst verschoben.

Einige wichtige Einflussgrößen

Es beschleunigen den Wasserkreislauf und Klimawandel:

• Kohlekraftwerke, Emissionen der Industrie (nicht nur CO2 !)

• Roden/Abbrennen von Wäldern

• Boden versiegeln, Straßen-, Wohnungs-, Landebahnen-Bau

• Straßen-, Schiffs-, Luft-, Raumverkehr

• Explosionen, Raketeneinsatz in Kriegen

• Indirekte Förderung der Luftverunreinigung durch Steuerermäßigung.

Es verlangsamen den Wasserkreislauf:

• Kohlekraftwerke stilllegen, Energiewende beschleunigen

• Aufforstung von Wäldern, Bewässerung von Feldern

• Emissionsarmes Recycling wertvoller Rohstoffe

• Abschaffung/ Nutzungsverbot von fossilen Verbrennungsmotoren aller Art

• Förderung emissionsarmer Energien.

Schon am Wege: Die Folgen von Klimawandels und Wetterstress

Jeden Morgen führt mich der Weg an einem schönen Ahornbaum vorbei. Gesund und breit streckt er sich über den Weg und bietet im Sommer kühlen Schatten. Im Herbst erfreut er mit seinen bunten Blättern. Und der Song der Puhdys "Alt wie ein Baum möchte ich werden..." fällt mir ein.

Doch was ist nur nach diesem chaotischen Wetter und Wetterstress aus ihm geworden? Plötzlich fingen an im Baumwipfel, an seinen kräftigsten Zweigen, die Blätter zu welken. Und der nächste heftige Regen und Wind entlaubte ganze Zweige. Nun schreitet dieses leise Sterben meines Lieblings immer mehr voran...

Die Ursache für dieses seltsame Sterben ist der so genannte Welke-Pilz, der von der Erde in die Lebensadern des Baumes eindringt, diese vergiftet und verstopft. Bei normalem Wetter macht das dem gesunden Baum nichts aus. Doch das stressige Wetter hat den Baum so geschwächt, dass der Pilz ihn nach und nach tötet. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Nicht nur Menschen macht dieses verrückte Wetter krank!

Kein Einzelfall

Diese traurige Folge vom Wetterstress ist kein Einzelfall. Immer häufiger werden vertraute Pflanzen- und Tierarten aus Deutschland verschwinden und neue, in der Regel Schädlinge und Krankheitserreger auftauchen. Enormer Klimastress führte einst auch zum Aussterben alter Hochkulturen. Vermutlich ist das jetzige Aufflammen von Terror und Gewalt auch eine Folge des gegenwärtigen Klimawandels.

Wahlentscheidung

Deutschland wählt in Kürze. Politische Weichen für die Zukunft werden gestellt. Parteien, die die fortdauernde Verunreinigung der Luft mit ihren katastrophalen Folgen für alle ignorieren, stecken den Kopf in den Sand.

Diese Parteien sind zukunftsunfähig und nicht wählbar.

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