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Hilfe! Meine Frau liebt ihren Toro und kann nicht von ihm lassen

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Oh je, das Leben ist nicht einfach...

Meine Frau liebt mit ganzem Herzen einen Partner mit dem Namen Toro. Das ist Spanisch und heiĂźt auf Deutsch Stier. Sie liebt also einen Stier.

Nach vielen Jahren habe ich es wieder einmal versucht, sie von ihrem Toro abzubringen. Ich wollte ihn gegen Bargeld verkaufen oder einfach verschenken, einfach verschwinden lassen, oder dezent entsorgen.

Doch meine Frau meinte:
Toro ist mein guter alter Freund und das schon seit über 20 Jahren. Seit über 20 Jahren ist er treu an meiner Seite, immer fleißig und hilft mir und sorgt mit für eine ordentlich gemähte Wiese. Ganz im Unterschied zu anderen Kameraden unseres Alltags, die laut EU-Gesetz nur zwei Jahre halten und schon viel früher ihren Geist aufgeben und die Kameradschaft aufkündigen.

Toro ist mein guter alter Freund, der mich noch nie enttäuschte und noch nie im Stich ließ. Ich werde ihn auch nicht verlassen und werde im treu bleiben. Basta!

Vor vielen, vielen Jahren habe ich für unsere Wiese einen Rasenmäher gesucht. Es sollte der beste und alleine fahren. So gelangten wir zu Toro 434, diesem unverwüstlichen Stier von Rasenmäher, der eigentlich nie richtig kaputt ging. Natürlich musste ich mal eine Schnur auswechseln wie die Schnur zum Starten. Ansonsten musste nichts erneuert oder repariert werden. Und Toro war eben auch kein Weichei, wie die meisten anderen.

Einst hatte meine Frau beim Mähen im Gras einen versteckten eisernen Griff übersehen. Mit Toro hat sie ihn einfach ganz nebenbei abrasiert, ohne zu muckern oder zu meckern. Und die diversen Sandsteine, die unsere Maulwürfe im Garten immer wieder hervorbuddeln, hielten Toro nie auf. Er hat sie einfach so zurechtgestutzt, dass sie ihm nicht mehr im Wege lagen und störten. Andere Gartengehilfen aus Blech und Plastik hätten schon längst ihre Kurbelwelle oder das Schnittmesser oder das ganze Gehäuse aufgegeben.

Der Toro ist eben kein Weichei, ein unverwĂĽstlicher Partner, groĂźzĂĽgig und nimmt ein Versehen nicht gleich krumm. Meine Frau will ihm absolut die Treue halten. Sie gibt ihn nicht her. Nicht ohne Grund. Basta!

Ich kenne meine Frau und wage daher einen Blick in die Zukunft:

Ich bin sicher, im nächsten Jahr werden wir - nachdem wir die Porzellanhochzeit verpasst haben - mit Toro die silberne Hochzeit feiern - anlässlich der gegenseitigen 25 jährigen Treue. Dabei wird es vermutlich Böllerschüsse geben, zehnmal so laut wie Toros erhebliche Geräuschemission.

Und ich kann mich auch auf die nächsten Jahre mit Toro freuen. Ich bin sicher, meine Frau wird ein toro-isches (stierisches) Oldtimer-Wettrennen von Rasenmähern veranstalten, aber nur von Teilnehmern im wählbaren Alter von mindestens 21 Jahren.

Ja, das Leben ist nicht einfach, gerade mit den treuen gewohnten Helfern und Partnern, von denen wir nicht lassen können.

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