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Die richtige Antwort: Gehört der Islam zu Deutschland und zur Berliner Rede des nächsten Bundespräsidenten

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Es war eine der wenigen nachhaltigen Worte des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff: „Der Islam gehört zu Deutschland."
Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap befragte kürzlich 1000 Bundesbürger in Deutschland. 60 % der Befragten meinten, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. 94 % der Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) sind dieser Meinung.
Doch die Frage steht aber immer noch im Raum und wird zwischen den verschiedenen Parteien heftig diskutiert: Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht?
Dabei haben Abgeordnete, Parlamentarier, Parlamente, Präsidenten, Bürgermeister, Landesregierungen, Bundesregierung, Bundespräsident, Bundeskanzler u.a. diese Frage schon längst entschieden - sie wollen es nur nicht wahrhaben.
Die harten Fakten der politischen Wirklichkeit sind:
• die Bundeskanzlerin is lahm
• der Bundespräsident is lahm
• das Parlament is lahm
• der Bundesrat is lahm
• der Ministerpräsident is lahm
• die Ministerin is lahm
• der Minister is lahm
• der Präsident is lahm
• der Abgeordnete is lahm
• der Bürgermeister is lahm
• die Justiz is lahm
• die Polizei is lahm
• das Fernsehen is lahm.

Deutschland is lahm. Is lahm gehört zu Deutschland. Alles Symptome einer alternden (derb: verkalkenden) Gesellschaft.

Doch Deutschland ist nicht zahm und nicht lahm
beim Essen von Schnitzel und Trinken von Bier,
beim Arztbesuch und Tablettenschlucken,
beim Begucken des lahmen Fernsehens,
beim Ausstoßen von schädlichen Abgasen.

Das sind jedoch Ausnahmen. Doch meistens ist es lahm. Is lahm gehört einfach zu Deutschland und ist sein neues Markenzeichen (Beachten Sie die Aussprache!).

Was soll die schwachsinnige und engstirnige und lahme Diskussion über Islam im Lande?

Sehr geehrter Herr Christian Wulff,
was Sie mal gesagt haben und auch immer wieder gebetsartig wiederholen, ist also nichts anderes als ein alter Hut, ist kalter Kaffee, der Schnee von gestern.
Schöne Grüße aus Deutschland und Sachsen und der lahmen Wirklichkeit!
Im krassen Unterschied zu Wulff war Alterspräsident Roman Herzog ein Mann der mutigen und klaren Worte, der kein Blatt vor den Mund nahm. Angesichts der allgemeinen Erlahmung und Erstarrung in Deutschland forderte er in seiner berühmten Berliner Rede 1997 „Aufbruch ins 21. Jahrhundert":
„Durch Deutschland muss ein Ruck gehen."
Vielleicht findet sich angesichts der gegenwärtigen Erstarrungen, Wirrungen und Irrrungen im Land der nächste Bundespräsident (der geheim und undemokratisch in Hinterzimmern der Parteien ausgekungelt wird) den Mut zu einer neuen klaren Grundsatzrede:
„Is lahm gehört zu Deutschland. Ein Ruck muss durch das Land gehen!"

Ich bin gespannt darauf!
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Was nicht war,
was nicht ist,
kann noch werden.
Nu klor, unn glei jetzt!

Quelle und Dank
Die nuschelige sächsische Formulierung „is lam" statt „ist lahm" hörte ich erstmals am 2. September 2016 vom Journalisten und Autor Dr. Peter Ufer in Pirna am Markt im „Tom Pauls Theater". Herzlichen Dank für die Anregung!