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Liebe Eltern, ihr seid die Chefs, also verhaltet euch auch so

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KIND
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Ich erlebe es immer wieder: Eltern fragen ihr 4-jähriges Kind, ob es das Medikament nehmen wolle oder nicht. Oder der unwissende Papa gibt die Frage des Kinderarztes an den 5-Jährigen weiter: "Hustest du nachts?"

Was gut gemeint ist, nämlich Kindern früh schon mit Respekt zu begegnen, ist an dieser Stelle kontraproduktiv: Eine solche Behandlung überfordert die Kleinen. Denn sie können für Vieles noch gar keine Verantwortung übernehmen. Und selbst wenn sie es vermeintlich können, tut es ihnen häufig langfristig nicht gut.

Bei gewieften Kindern passiert nämlich Folgendes: Sie nutzen diese Situation aus und werden Stück für Stück zum Chef der Familie.

Eltern sollten die Kinder nicht wie kleine Erwachsene behandeln

Sie bestimmen mit ihren Meinungen, Wünschen und Unzufriedenheiten die Richtung und die Stimmung in der Familie. Manche Eltern sehen das mit Stolz und sind sogar so ehrlich und nennen ihr Kind "Chef".

Dabei sind die Kinder mit vier, fünf Jahren in einem wichtigen Lebensalter, das ihnen auch (und das vor allem im Vorbild der Eltern) sinnvolles und ethisches Handeln, gesunde Lebensweise und richtige Entscheidungen mitgeben sollte.

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Behandeln Eltern ihre Kinder in dieser Zeit wie kleine Erwachsene, die ihre Entscheidungen selbst treffen, sind die Kleinen bei einem entscheidenden Entwicklungsschritt auf sich allein gestellt.

Es droht ein Entwicklungsstillstand

Das kommt einem Entwicklungsstillstand in diesem Bereich gleich. Und irgendwann kippt die Situation und der vermeintliche Chef ist anderen Kindern hinterher, die sich an den Leitplanken der elterlichen Führung entlang entwickeln konnten.

Trauen Sie sich also, Ihrem Kind gegenüber Chef zu sein. Das hat nichts mit mangelndem Respekt Ihrem Kind gegenüber zu tun. Sie als Eltern haben nun mal die Richtlinien der Erziehung in der Hand.

Ihr Kind braucht Führung und vor allem die Sicherheit, immer noch jemanden über sich zu haben, wenn es nicht weiter weiß.

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(lk)