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Tipps für einen Fahrradurlaub mit Baby

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PARENTS CYCLING WITH BABY
AleksandarNakic via Getty Images
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Radfahrer, die gerade frischgebackene Eltern geworden sind, wollen natürlich auch nach der Geburt ihres Kindes ihrem Lieblings-Hobby nachgehen. Warum also nicht das Baby einpacken und in einen Fahrradurlaub aufbrechen? Doch ist das mit einem Neugeborenen überhaupt möglich? Und wenn ja, worauf gilt es dabei zu achten?

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Reisen mit Fahrradanhänger oder Fahrradsitz?

Im ersten Schritt gilt es sich für eine passende Transportlösung zu entscheiden. Entweder man reist mit dem guten alten Fahrradsitz, dann braucht es allerdings zusätzliche Fahrradtaschen, um das Gepäck zu verstauen. Oder aber man setzt auf die Luxus-Variante, den Fahrradanhänger. Wenn man sich hierbei gleich für ein größeres Modell mit viel Stauraum entscheidet, dann bringt man sogar einen Großteil des Reisegepäcks direkt im Anhänger unter.

Letztere Lösung ist also für einen Fahrradurlaub samt Baby ideal. Denn abgesehen vom zusätzlichen Stauraum, bietet ein Fahrradanhänger auch mehr Platz fürs Kind, ist im Vergleich zum Fahrradsitz sicherer und er schützt das Baby vor Sonne, Wind und Regen.

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Abgesehen davon eignet sich ein Anhänger auch zum Transport von ganz kleinen Babys - spezielle Hängematten für Kinderfahrradanhänger, Nackenkissen, Sitzverkleinerer und Co. machen es möglich!

Ab wann darf das Baby überhaupt mit?

Eines vorweg: gesetzliche Vorgaben gibt es nicht. Es obliegt also stets den Eltern selbst, ab wann sie ihr Baby mit auf Fahrradreise nehmen wollen. Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass die Wirbelsäule von Babys noch sehr instabil ist und, dass sie in den ersten Monaten ihr Köpfchen noch nicht selbstständig halten können.

Auch wenn Babyschalen und Hängematten eine entsprechende Lösung für Babys bieten, lohnt es sich gerade bei längeren Reisen über mehrere Tage abzuwarten, bis das Baby auch tatsächlich sicher im Anhänger sitzt.

Sicherheitstipps zum Fahren mit Baby im Anhänger

Je besser der Fahrradanhänger gefedert ist, desto entspannter ist auch die Fahrt für den kleinen Fahrgast. Eine hochwertige Federung ist also das A und O eines guten Baby-Fahrradanhängers. Zwar kosten diese Modelle in der Anschaffung ab 600 Euro aufwärts, die Gesundheit und das Wohlergehen des Babys ist diese Investition aber allemal wert! Weitere wichtige Qualitätskriterien sind:

  • Viel Platz für das Baby im Inneren des Anhängers
  • Sonnenschutz, Fliegengitter und Regenverdeck
  • Transparente „Fenster" für eine gute Sicht nach Außen
  • Ausreichend Stauraum für das Reisegepäck, allen voran das Baby-Gepäck
  • Gut gepolsterter 3-Punkt-Sicherheitsgurt
  • Ausreichend Rückstrahler für optimale Sichtbarkeit bei Regen, Dämmerung und Nebel

Mehr zum Thema: 8 praktische Tipps zum Fahrradfahren mit Baby

Neben diesen Sicherheitstipps und Qualitätskriterien, kommt es natürlich auch auf ein vorausschauendes Fahrverhalten des Fahrers an. Schlaglöcher, Bordsteine und Co. sollte man tunlichst aus dem Weg „fahren" und steile Gefälle sollte man, wenn möglich, vermeiden!

Was sollte unbedingt ins Gepäck?

Gerade wenn man mit Baby reist, ist das richtige Gepäck entscheidend, ob die Reise ein voller Erfolg wird. Die folgende Liste gibt einen schönen Überblick, was man auf keinen Fall vergessen sollte:

  • Kinderreisepass, Visum (falls nötig), Mutter-Kind-Pass und E-Card
  • Hut, Badekleidung, Schwimmwindeln, warme Socken und Shirts mit UV-Schutz
  • Lätzchen, Ersatzgewand, Weste oder Pullover
  • Wickeltasche, Windeln, Wechsel-Höschen und ausreichend Feuchttücher
  • Wasser, Fläschchen, Milchpulver (portioniert), Thermoskanne mit heißem Wasser und Snacks
  • Sonnenschutz (Creme und Kopfbedeckung)
  • Creme für Körper und Windelbereich, Wasch-, Zahnputzzeug
  • Kuscheltier, Kuscheldecke, Spielzeug, Hörbücher, Bilderbücher, Musik
  • Schnuller und Beißringe
  • Reiseapotheke: Pflaster, Desinfektionsmittel, Mullbinde, Schere, Thermometer, Schmerz- und Fiebermittel, Durchfallmittel, Nasenspray, Insektenschutzmittel

Apropos Insektenschutz: hier gilt es besonders vorsichtig zu sein, denn Wirkstoffe wie DEET, Icaridin und Co. sind für Babys viel zu aggressiv. Besser ist es auf spezielle, für Babys geeignete Produkte oder auf bewährte Hausmittelchen zu setzen.

Abschließende Checkliste für die erste Fahrradreise mit Baby

Mit der folgenden Checkliste wird der erste Fahrradurlaub ein voller Erfolg:

  • Erster Testlauf vorab in der näheren Umgebung (inklusive Übernachtung)
  • Route, Tourenlängen, Zwischenstopps, Radwege, etc. penibel genau planen
  • Karten bzw. passende Handy-Apps nicht vergessen (auch offline)
  • Unterkünfte passend für Familien wählen, beispielsweise mit Spielzimmern und Spielplätzen
  • Strecken auch nach Highlights für das Kind planen, zum Beispiel Badeseen, Vergnügungsparks, Pferdehöfe, Weiden mit Tieren, Spielplätze, usw.
  • Maximal 30-50 Kilometer als Tagestouren einplanen
  • Pufferzeiten und Zwischenstopps zum Rasten, Baden und Essen berücksichtigen
  • Keinen Zeitdruck bzw. Stress ausüben. Lieber kürzere Strecken fahren oder einen ganzen Tag Pause machen!
  • Pannen-Werkzeug nicht vergessen (Luftpumpe, Klebezeug, Schraubenschlüssel, etc.)
  • Für die erste Reise eventuell sogar eine geführte Tour eines Veranstalters in Erwägung ziehen!

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