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Wie man als Frau im Netz nicht immer an die Idioten gerät

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Jacob Ammentorp Lund via Getty Images
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Wenn ich mich so in meinem Freundeskreis umschaue, so haben sich gut die Hälfte der Paare, bevor es offline gefunkt hat, zuerst im Netz beschnuppert. Geht es aber um die Quote an Enttäuschungen, so höre ich vor allem aus dem Lager der Frauen einiges an Wehklagen. Da es im Netz durchaus vernünftige Männer gibt, stellt sich einem natürlich die Frage, warum gerade Frauen so oft auf die Nase fallen.

Dies liegt daran, dass sie die Partnersuche eher passiv angehen und abwarten, wer sich bei ihnen meldet. Teilen wir das Internet ganz simpel in drei Lager, die Jäger und Sammler, die Hoffnungslosen und die guten Fänge. Egal ob Mann oder Frau, wir alle wollen, wenn wir unsere Angel im Netz auswerfen, natürlich einen guten Fang machen.

Aber zuerst einmal: Was sind eigentlich Jäger und Sammler? Damit bezeichnet man die Gruppe von Personen, die von einem Partner zum nächsten hüpfen, den einen geht es nur um den Sex, andere sind schlicht und einfach nur bindungsgestört.

Die Hoffnungslosen sind jene, die vollkommen überzogene Vorstellungen haben, oder einfach wegen ihrer Art nur sehr sehr schwer vermittelbar sind und der gute Fang, nun, das ist jener Mensch, mit dem man alt werden will.

Traummänner suchen gezielt

Nehmen wir sehr positiv gestimmt an, 75% der Männer, die derzeit im Netz suchen, wären ein guter Fang. Diese Männer wollen eine Beziehung führen, sind vorzeigbar und einfach super Kerle, mit denen Frau in ein Haus ins Grüne ziehen will, indem beide zusammen mit den drei Kindern und zwei Hunden glücklich sind. Dazu kommen dann noch 15% Jäger und Sammler und 10% Hoffnungslose.

Sitzt die Frau nun vor dem PC, würden ihre Chancen mit 75% doch eigentlich verdammt gut aussehen, sehr wahrscheinlich gerät sie also an den Traummann. Dumm nur, dass solche Traummänner meist selbst sehr gezielt suchen.

Sie sind keine Jäger und Sammler, sondern wissen was sie wollen, suchen eben nur die eine Frau, kennen ihren Wert und bleiben realistisch. Dem Jäger und Sammler geht es da eher um die Masse, er will möglichst viele Blümchen bestäuben.

Wo der Traummann die Woche höchstens fünf Anschreiben losschickt, kommt der Jäger auf 50 oder mehr Kontaktanfragen und wenn er geschickt ist, wird sich seine Anfrage äußerlich nicht wirklich von der des Traummanns unterscheiden.

Partnersuche ist wie Schlussverkauf

Wenn es also nur 15% Jäger und Sammler gibt, so können diese locker 2/3 der Anschreiben (15 Jäger à 50 Anschreiben = 750 gegenüber 75 Traummänner à 5 Anschreiben = 375) ausmachen. Nicht zu vergessen wären da aber noch die Hoffnungslosen, die einfach nicht vermittelbar sind. Entweder sind die frustriert und schreiben gar nicht, oder aber gehen in die Richtung, die Masse wird es schon richten.

Der nächste Punkt wäre eben der, dass jene Traummänner nicht unbedingt sofort vom Markt sind, aber sind sie es mal, sind sie es in der Regel für einen längeren Zeitraum. Auch dies ist mathematisch interessant.

Denn die Traummänner werden langsamer durch andere Traummänner ersetzt, denn wer trennt sich schon von einem Traummann. Die Jäger und Sammler und Hoffnungslosen bleiben aber beständig auf der Suche.

Das ist übrigens der Grund, warum es keine 75% gute Partien auf irgendeiner Single-Börse gibt, es wäre gemein und falsch zu sagen, dass Singlebörsen Restetruhen der Ü30 Generation sind.

Kurz, die Suche nach dem perfekten Ü30 Partner ist wie eine Shoppingtour im Sommerschlussverkauf. Viel Ware wird angeboten, aber es gibt trotz aller Angebote eben nur wenig echte Schnäppchen, denn die meisten der begehrten Stücke wurden schon vor dem Sale an die Frau gebracht.

Der Vergleich

Ach ja, wo wir schon mal beim Shopping sind, eine Gucci-Tasche findet man nicht bei Pimkie oder H&M. Sehr viel hängt auch davon ab, wo ich denn suche. Wer Tinder, Lovoo nutzt wird eben eher an den oberflächlichen Typen geraten, der eine schnelle Nummer sucht, als wenn Frau zu einer Seite geht, die für Niveau steht.

In meinen Augen ist ein sehr guter Indikator für Niveau, die Gleichbehandlung von Männern und Frauen (beide keine Kosten oder beide Kosten) und wenn dies der Fall ist, dann ist ein zweiter verlässlicher Indikator die Geschlechterquote.

Ist sie ausgeglichen, so ist das ein gutes Zeichen, gibt es sehr viel mehr Männer als Frauen, dann sollte die Frau dem Urteil der anderen Frauen vertrauen und diese Seite meiden.

Große Seiten, die hier eine gutes Konzept aufweisen, wären zum Beispiel Elitepartner (wobei es nicht gerade günstig ist und es durchaus nicht unberechtigt Kritik vom Verbraucherschutz bei manchen Geschäftsgebaren gab) oder auch Parship.

Aber selbst Seiten mit einem sexuellen Einschlag bei der Partnersuche, wie zum Beispiel Gentledom, können sich so aufstellen, dass das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist.

Wobei gentledom eben dann auch nur etwas für die Leute wäre, die mit Niveau nach einer Beziehung suchen, die einen BDSM Anteil enthält (Shades of Grey lässt grüßen).

Aktiv werden

Was bedeutet das nun für die Partnersuche? Wir haben bei uns in der Community die Männer befragt, rund 4% werden nicht gerne angeschrieben, jedoch wünschen sich 75% ausdrücklich mehr Anschreiben von Frauen und die restlichen 21% machen es eben davon abhängig, wie sie angeschrieben werden.

Also, wenn eine Frau ein nettes Anschreiben aufsetzt, freuen sich 96% der Männer darüber, kurz die Damenwelt würde offene Türen einrennen, würde sie aktiv werden. Persönlich schätze ich die Jäger und Sammler und andere Gruppen, von denen Frau lieber Abstand halten sollte, auf 40-95%, wobei das sehr von der Plattform abhängt. In der Regel ist also der Großteil des Angebots eben nicht traummannfähig.

Worauf sich diese Einschätzung begründet? Ich unterhalte mich im Bekanntenkreis durchaus öfters mal über dieses Thema, bin selber solo und vor allem betreibe ich eine Flirtcommunity, über die ich immer wieder Berichte über positive, wie auch negative Erfahrungen erhalte.

Aufgrund dieses Feedbacks bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass aktive Frauen weit weniger negative Erfahrungen machen und vor allem schneller einen passenden Partner finden.

Zusammengefasst ist es recht einfach, wer Erfolg haben will, sollte nicht die Hände in den Schoß legen, sondern sich durch Profile klicken und jene anschreiben, die passen können. Jeder ist seines Glückes eigener Schmied oder in diesem Fall eben die Schmiedin. Wenn es noch konkrete Fragen gibt, dann nutzt bitte die Kommentarfunktion.

Euer Gentledom,
Sporadisch virtuell flirtender Single und Betreiber von gentledom.de

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