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Was es für eine erfolgreiche Kanzleigründungbedarf

Veröffentlicht: Aktualisiert:
FEMALE LAWYER
Daniel Grill via Getty Images
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Erfolg im Anwaltsberuf ist kein Zufall.

Doch ist es immer nur das Ergebnis harter Arbeit? Oder kommt es auch darauf an, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun? Was ist das Geheimnis erfolgreicher Juristen? Worauf sollte man von Anfang an achten? Ergreift man wirklich jede Chance? Und ist die Entscheidung für die Karriere tatsächlich eine Entscheidung gegen ein erfülltes Privatleben?

In unsere Reihe "Erfolg im Anwaltsberuf ist kein Zufall" stellen wir Ihnen Top-Juristen und ihr ganz persönliches Erfolgsrezept vor:

Dr. Sebastian Naber ist Spezialist im Arbeitsrecht und arbeitete als solcher bereits 6 Jahre erfolgreich in gesicherter Position als Prinzipal Associate bei Freshfields Bruckhaus Geringer LLP in Hamburg als er sich entschloss, selbst unternehmerisch tätig zu werden und eine Kanzlei zu gründen. Die Förderung und Entwicklung unternehmerischen Denkens und Handelns bei Freshfields waren daran nicht ganz unbeteiligt. Das unternehmerische Risiko nutzte er als Chance, die „Kanzlei der Zukunft" neu zu denken:

Im Januar 2016 gründete er gemeinsam mit Kollegen die Hamburger Kanzlei Neuwerk als Associate-Spin-off von Freshfields und Roxin. Anders als bisherige Spin-offs tritt Neuwerk mit einem breiten wirtschaftsrechtlichen Ansatz als One-Stop-Shop an und konnte sich bereits Anfang April 2016 mit einem weiterem Partner verstärken.

Damit deckt Neuwerk die Bereiche Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht/M&A, Immobilienwirtschaftsrecht, IP/IT, Prozessführung und Wirtschaftsstrafrecht/Criminal Compliance ab (https://www.neuwerk.legal/). Weiter wachsen will die Kanzlei in den nächsten Jahren insbesondere in den Bereichen Banking & Finance, Öffentliches Wirtschaftsrecht sowie im Steuerrecht.

Was haben Sie als Jurist erreicht und warum?

Wir alle sind mit Leib und Seele als Anwälte tätig und decken gemeinsam sämtliche wesentlichen Bereiche des Wirtschaftsrechts ab.

Grundlage unseres beruflichen Erfolges ist vor allem die exzellente anwaltliche Ausbildung, die meine jetzigen Partner und Partnerinnen als Associates bei unserem früheren Arbeitgebern Freshfields Bruckhaus Deringer sowie bei Roxin genießen durften. Insbesondere wurden wir in den letzten Jahren dort nicht nur hervorragend juristisch ausgebildet, sondern es wurden auch das unternehmerische Denken und Handeln ganz erheblich gefördert und weiterentwickelt.

In unserer neuen Einheit ist uns eine starke Partnerschaft sehr wichtig: Wenn man gemeinsam eine Kanzlei gründet, stellen sich Herausforderungen, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Der Vorteil an eines solchen Gründungsprozess ist jedoch, dass man hier seine Partner/innen wirklich kennen und schätzen lernt.

Man ist nicht allein, sondern - getragen von der gemeinsamen Idee - unterstützt man sich gegenseitig und findet Lösungen. Von diesem Gemeinschaftsgefühl profitieren auch unsere Mandanten.

Denn mit unserer Ausrichtung besetzen wir gezielt die Schnittstellen zu anderen Rechtsgebiete. Unseren Mandanten geht es um die Lösung eines Problems oder die exzellente juristische Bearbeitung eines Themas - wir können alle Rechtsgebiete, die dafür benötigt werden, aus einer Hand anbieten.

Inwieweit war diese Neustart ein Einschnitt? Haben Sie hierbei eher auf Sicherheit oder auf Risiko gesetzt?

Der Neustart von Neuwerk hat uns - die wir vorher allesamt angestellte Anwälte wären - zugleich zu Unternehmern gemacht. Wer auf Sicherheit setzt, und nicht bereit ist, auch unternehmerisches Risiko in Kauf zu nehmen, wird an der Selbstständigkeit wenig Freude haben. Wie genießen unsere neue Rolle: Risiko heißt für uns immer auch Chance, und die Freiheit, das Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.

Der Neustart einer Kanzlei/eines Unternehmens bedeutet natürlich auch immer, den Schwerpunkt auf Akquise zu setzen - wie sieht da Ihre Strategie/Ihr Leitbild aus?

Natürlich bemühen wir uns besonders um Mandanten und Mandate, die mehrere der wirtschaftsrechtlichen Gebiete ansprechen, die wir besetzen. Dies gelingt uns durch Cross-Selling, aber auch dadurch, dass wir gezielt rechtsgebietsübergreifende Produkte vermarkten. Ein Beispiel: Das Thema „Know-How-Schutz" wirft - je nach konkretem Fall - einmal gesellschaftsrechtliche Fragen, einmal prozessrechtliche Fragen auf - und in anderen Fällen mögen wiederum eher die Gebiete IP/IT, Strafrecht oder Arbeitsrecht im Vordergrund stehen.

Dr. Sebastian Naber ist „überzeugter Norddeutscher": in Bremerhaven geboren und nun seit fast 16 Jahren Wahl-Hamburger. Er leitet dort die Fachgruppe Arbeitsrecht des Bucerius Alumni e.V. (Ehemaligenverein der Buerius Law School).

Sein ganz persönlicher Erfolgstipp:

Man sollte sich mit Dingen beschäftigen, für die man eine Leidenschaft entwickelt und an denen man Spaß hat.

In diesem Sinne -

Herzlichst,

Ihre Dr. Geertje Tutschka, ACC

PS: Erfahren Sie im nächsten Beitrag bei JurCoach wie Sie mit Kollegen eine starke Partnerschaft entwickeln und aus einer Kanzlei ein Super-Team formen!

Die Entwicklung unternehmerischen Denkens, die Stärkung von Leadership- und Kommunikationsfähigkeit sind Basisbausteine bei unserem Top Lawyer Program (Start: Herbst 2016). Mehr dazu im Info-Webinar am 14.07.2016 oder unter CLP-Jurcoach.de.

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