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Gaston Vizsla: Sie kommen ...

24/11/2014 13:40 CET | Aktualisiert 24/01/2015 11:12 CET

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"Sie kommen, mich zu holen, sie kommen. Da sind sie, schon ganz nah, ich höre ihre Schritte, neiiiiiin ...."

Ich schrecke hoch. Ich spüre Frauchens Hand auf meinem Kopf. Ich zittere, kann mich nicht beruhigen, fühle mich elend. Gleich wird es besser werden. Wenn ich die Augen aufmache ist Frauchen da, meistens.

Manchmal verfolgen mich die Bilder immer noch. Meine vierbeinigen Freunde, tot auf den Straßen, kurz vor der Tötung in den so genannten Lagern in Rumänien und anderswo. Kumpels, die, so wie ich, einst ausgesetzt wurden und nicht dieses Glück hatten, das mir zuteil wurde.

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Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Oder sie sind gepresst in enge Käfige in den zahlreichen Schlachthäusern Asiens, da unser Fleisch dort als Spezialität geschätzt wird. Wer dort noch lebendig ankommt, hat Pech gehabt, denn die meisten werden lebend gehäutet. Je mehr Schmerzen sie während des Schlachtens haben, umso besser soll das Fleisch schmecken. Der so genannte Stressfaktor, hat was mit Adrenalin zu tun, das dann bis in die letzten Adern schießt. Ich höre ihre Schreie, nachts, wenn ich allein bin. Und ich bin machtlos, so machtlos, kann nichts für sie tun.

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Foto: Gabriel Ignat/Vier Pfoten

Gestern habe ich erfahren, dass meine italienische Freundin Leila vergiftet wurde. Irgendwo in einem kleinen Dorf in den Abruzzen. Nein, sie war keine Streunerin, sie hatte eine Familie, spazierte nur gerne allein durch die verwinkelten Gassen. Jeder kannte sie und trotzdem wurde sie getötet. Mit Absicht oder ohne, wer weiß, doch das spielt jetzt auch keine Rolle mehr: Leila, die kleine Mischlingshündin, ist tot.

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Mein Blick geht in die Ferne. Ein grauer Novembersonntag, die Menschen nennen ihn Totensonntag. Sie trauern um ihre Verstorbenen, ich trauere um meine.

Zum Glück war es nur ein Albtraum, wie so oft in der letzten Zeit. Behandelt uns endlich so, wie wir es verdienen. Wir lassen unsere Menschen nie im Stich, wir lieben sie, egal ob sie arm oder reich sind. Wir kennen keine materiellen Werte, uns reicht ein freundliches Wort, eine zärtliche Berührung, etwas zu essen und zu trinken. Bessere Freunde als uns gibt es nicht und wird es niemals geben. Merkt Euch das.

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Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Fotos: Enric Boixadós (1), Sabine Ludwig (2), Vier Pfoten (3)

Mehr über mein Leben erfahrt Ihr in meinem Blog! Ich freue mich auf Euren Besuch.

Euer Gaston.

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