Huffpost Germany
Günter Morsbach Headshot

Türkei mit flächendeckender Mindestkorruption?

Veröffentlicht: Aktualisiert:

Während bei uns die Weihnachtschöre erklangen und der Glühwein floss, ging es im EU-Partnerland Türkei richtig rund. Die staatliche Halkbank soll verdeckte Irangeschäfte gemacht haben. Dabei und im öffentlichen Bausektor sei offensichtlich viel Bares geflossen. Minister sollen mit ihren Kindern in einen Korruptionsskandal verwickelt, dessen Dimension erst in einigen Tagen klar sein wird. Ein Minister behauptet, Premier Erdogan habe von alle dem gewusst. Jedenfalls hat Erdogan als türkischer Mini-Putin so reagiert, wie man es in Kreisen selbstherrlicher Regenten erwarten kann: Sündenböcke ausgeguckt und Säuberungen durchgeführt. Erdogan erklärte dann im Fernsehen, dass das ganze ein vom Ausland gesteuertes Komplott wäre, um seiner islamischen Partei, dem Premier und der türkischen Nation zu schaden. Könnte es auch sein, dass es durch die Verquickung der religiösen Staatspartei mit der Staatsbank und dem Kapital eine flächendeckende Mindestkorruption gibt?
Günter Morsbach
Herausgeber "Reitender Bote" -
die kürzeste Wochenzeitung der Welt