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Warum Brauchen Unternehmen eine Zukunftsfähige Unternehmenskultur 4.0?

02/12/2017 14:27 CET | Aktualisiert 02/12/2017 14:28 CET

Co-Blogger: Judith Ratajczak

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Aus dem Experteninterview mit Katharina Hochfeld vom Fraunhofer IAO

Unternehmenskultur kann entweder die digitale Transformation wie auch Innovation stärken oder verhindern. Wenn Veränderungen im Unternehmen den geteilten Werten und Grundannahmen widersprechen, dann können Veränderungsprozesse länger dauern oder sogar scheitern.

40 Prozent der Studien-Teilnehmer auf Top-Management-Level sprechen von einer bereits existierenden digitalen Unternehmenskultur, bei den restlichen Mitarbeitern nur 27 Prozent. Aus Interviews ließen sich Gründe für diese Lücke in der Wahrnehmung einer digitalen Kultur ausmachen: Dazu gehört die Unfähigkeit von Führungskräften, eine klare digitale Vision zu vermitteln und das Fehlen von beispielgebenden Mitarbeitern. Sowie fehlende Kennziffern für die Ziele der digitalen Transformation. (Studie von Capgemini)

Damit die Digitalisierung eines Unternehmens aber erfolgreich verläuft, müssen die damit einhergehenden Veränderungen für jeden einzelnen Mitarbeiter nachvollziehbar gemacht werden.

Wir haben mit Katharina Hochfeld zur Rolle der Unternehmenskultur in Veränderungprozessen gesprochen. Sie leitet das Kompetenzteam Diversity and Change am Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO. Zukunftsfähige Arbeits- und Unternehmenskulturen gehören zum Forschungsschwerpunkt von Katharina Hochfeld. Und sie begleitet Unternehmen bei organisationskulturellen Veränderungsprozessen.

Die Unternehmenskultur nimmt bei Veränderungen im Unternehmen eine besondere Rolle ein.

Die Unternehmenskultur ist in jedem Unternehmen spezifisch. Sie legt die Grundannahmen fest, geteilten Werte, Bilder und auch Stereotype im Unternehmen. Sie legt fest, was als „normal" angesehen wird. Werden Veränderungen im Unternehmen gesetzt, die diesen geteilten Werten und Grundannahmen widersprechen, können Veränderungsprozesse länger dauern oder gar scheitern.

Als Beispiel bringt Katharina Hochfeld die Implementierung von flexiblen Arbeitsmodellen für Führungskräfte: Viele Unternehmen bieten Führung in Teilzeit oder Jobsharing Modelle an, jedoch werden diese Modelle kaum in Anspruch genommen. Gründe dafür sind oft die im Unternehmen herrschenden impliziten, ungeschriebenen Anforderungen an Führungskräfte: Führungskräfte sollen allzeit für die Firma zur Verfügung stehen und andere Interessen denen des Unternehmens unterordnen. Zudem gilt Macht als nicht teilbar, Anforderungen zur Abstimmung werden daher in Jobsharing-Modellen überschätzt.

Wenn man über solche impliziten Annahmen, die in der Unternehmenskultur verankert sind, Bescheid weiss, stellt das auch einen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen dar. Sie sind entscheidend für die erfolgreiche und effiziente Umsetzung von organisationalen Wandlungsprozessen und motivierten Mitarbeitenden.

Was versteht man unter einer zukunftsfähigen Unternehmenskultur 4.0?

Darunter versteht Katharina Hochfeld und ihr Team eine Kultur, die die Transformationsprozesse zur Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 unterstützt. Nur wenn eine entsprechende Unternehmenskultur gelebt wird, kann die digitale Transformation ihre Potentiale in Unternehmen voll entfalten.

Der technologische Wandel geht mit einem sozialen, ökonomischen als auch kulturellen Wandel einher. Unternehmen schätzen die Unternehmenskultur als die größte Hürde der digitalen Transformation in ihrer Organisation ein. Eine Unternehmenskultur 4.0 muss der Diversifizierung, Enthierarchisierung, Enträumlichung und Flexibilisierung, die mit der Digitalisierung einhergehen, einen Rahmen geben.

  • Warum plädiert das Fraunhofer IAO für eine Miteinbeziehung der Mitarbeiter bei der Analyse und Arbeit an der Unternehmenskultur?

  • Wie werden Veränderungen authentisch um angenommen werden zu können?

  • Wie kann man das komplexe Konstrukt Unternehmenskultur greifbarer machen?

  • Und welche Methoden werden vom Fraunhofer IAO herangezogen um die kulturelle Wirklichkeit im Unternehmen über alle Ebenen zu erfassen und Bedarfe und Sichtweisen von Mitarbeitern und Führungskräften zu identifizieren?

Die Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema finden Sie im Experten-Interview mit Katharina Hochfeld "Unternehmenskultur 4.0: Unternehmenskultur im Wandel".

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