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Alexander Keen: 9 Dinge, die wir von Honey lernen können

09/04/2017 11:23 CEST | Aktualisiert 09/04/2017 11:33 CEST
dpa

Ich gestehe. Ich schaue das Dschungelcamp. Und zwar jeden Abend. Mein Mann kann es absolut nicht begreifen. Er sagt immer: So eine intelligente Frau - und da guckst du dir diesen Mist an! Ja, und zwar mit dem größten Vergnügen.

Der Grund? Bei diesem TV-Format kann ich einfach so schön den Kopf ausschalten und mich berieseln lassen. Außerdem finde ich die Sendung äußerst unterhaltsam - und manchmal sogar ein wenig inspirierend.

Ein Protagonist geht mir dabei nicht mehr aus dem Kopf. Na klar, wer könnte es anders sein als Alexander Honey Keen. Ein junger Vater, ganz gutaussehend, athletische Figur und ein extremer Selbstdarsteller.

Vor ein paar Monaten kannte ihn absolut keiner. Doch dann kam sein legendärer (hüstel, hüstel) Auftritt bei GNTM. Honey witterte seine große Chance und sprang flink auf den Zug "ich-möchte-jetzt-unbedingt-berühmt-werden" auf. Seitdem ist noch nicht mal ein Jahr vergangen - und momentan sprechen Millionen von Menschen über ihn. Respekt ...

Mehr zum Thema: Honeys "Promi-Dinner" eskalierte noch schneller als erwartet

Und während ich so weiter über die TV-Figur Alexander Honey Keen grübele, fallen mir so einige Dinge an ihm auf, vor denen ich meinen imaginären Hut ziehe. Und ja, von Honey können wir tatsächlich eine Menge lernen. Hier meine Liste (Vorsicht ...: Dieser Artikel könnte kleine Spuren von Ironie enthalten - Lesen auf eigene Gefahr):

1. Ein Mann tut, was ein Mann tun musst: heldenhaft leiden

Der arme Honey ist krank. Und leidet heldenhaft an seiner Bronchitis. Seine Kräfte schwinden dahin, doch er wird nicht müde davon, zu beteuern, wie schwer seine Bronchitis und wie ernst seine Krankheit ist.

Mutig fasst er den Entschluss, alles stehen und liegen zu lassen - und die Schatzsuche abzubrechen. Schließlich hat er als Familienvater auch Verantwortung ... Respekt! Und wir blöden Mamis, machen trotz Krankheit, Migräne, Viren, Fieber & Co. einfach weiter. Ein Mann tut halt, was ein Mann tun muss - und eine Mama ebenso.

2. Honey, du Held

Schwer zu glauben, dass Alexander es wirklich schafft, mit seinem Macho-Gehabe anderen Menschen zu imponieren. Aber es gelingt ihm tatsächlich. Vor ein paar Tagen zum Beispiel. Da sitzt er mit Gina-Lisa am Lagerfeuer und erzählt von seiner studentischen Laufbahn.

Gina-Lisa ist überwältigt und sprachlos. Nein, Honey ... wirklich ... du bist so cool. Hochachtungsvoll blicken ihre großen Kulleraugen zu ihm hoch - und beten ihn förmlich an. Honey, du Held, wenn du nicht irgendwann noch mal den Nobelpreis verliehen bekommst, dann fresse ich einen ...

Ja, Alexander ist sehr von sich überzeugt, hat eine große Klappe - und erzählt einfach der ganzen Welt, was er kann. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, der junge Mann kann tatsächlich etwas.

Selbstverständlich sollte es nicht so erstrebenswert sein, vor der ganzen Welt zu prahlen, was wir alles können und wie toll wir sind. Und dennoch: Kann uns ein wenig Stolz - auf das, was wir schaffen, können und bis jetzt erreicht haben - auf keinen Fall schaden.

3. Ein Hoch auf uns

Es scheint so, als ob in Honeys Welt das Leben gerade eine Party ist - und er ist der große, glänzende und allumwerfende Star. Mit anderen Worten: Alexander feiert sich selber, ohne Wenn und Aber. Auch vor dieser Eigenschaft muss ich erneut meinen imaginären Hut ziehen, denn auch uns Müttern würde es ab und zu mal nicht schaden, uns selber ein wenig zu feiern. Deswegen: Ein Hoch auf all das, was wir tun, schaffen und erledigen. Ein Hoch auf uns - ohne Wenn und Aber ...

4. Er strotz vor Selbstbewusstsein

Unübersehbar. Alexander Keen strotzt nach außen hin vor Selbstbewusstsein. Er wirkt stark, lässt sich nicht beirren und es stört ihn überhaupt nicht, wenn er sich ab und zu mal selber überschätzt. Irgendwie muss ich ihm meinen Respekt zollen. Denn was er vielleicht zu viel hat, haben definitiv zahlreiche Mütter und Frauen zu wenig.

Vielmehr neigen wir dazu, uns eher klein zu machen und uns von Selbstzweifeln auffressen zu lassen. Ich bin mir sicher, wenn Alexander nur 10% von seinem Selbstbewusstsein abgeben würde, dass das ausreichen würde, um ein Dutzend Frauen selbstsicherer werden zu lassen. Mein Vorschlag also: Wenn du das nächste Mal an dir selber zweifelst, denk einfach an Honey ... (kleiner Scherz).

5. Alexander Keen ist mächtig verliebt

Und wieder unübersehbar. Honey ist mächtig verliebt. Und zwar in sich selber. Puh, ich bin mir nicht sicher, ob diese Eigenschaft wirklich so erstrebenswert ist. Nichtsdestotrotz gehört jedoch zur Selbstliebe eine große Portion Selbstwertgefühl, Wertschätzung und Zufriedenheit mit der eigenen Person. Und vielleicht sind dies die wesentlichen Attribute, an denen es in unserem Mama-Leben oft ein wenig mangelt.

6. Wie ein Fels in der Brandung

Nicht ganz Deutschland - aber sehr viele sprechen gerade über Alexander Keen. Dabei kommt er in den meisten Fällen nicht gut weg. In den Medien wird er als arrogant, Selbstdarsteller und Versager bezeichnet. Und es fehlt ihm definitiv nicht an Kritikern.

Und trotz der ganzen Kritik, die lautstark an ihm geäußert wird, lässt sich Honey nach außen hin nicht beirren. Vielmehr zieht er sein Ding durch und bleibt er selber / seiner Rolle treu. Mein Fazit: Vielleicht sollten auch einige Mütter von uns, sich nicht von lauthalsen Kritikern verunsichern lassen - und dafür mehr sich selbst und ihrem Weg treu bleiben.

7. Weise Taktik

Alexander Keen wird jedoch nicht nur mit heftiger Kritik regelrecht bombardiert, sondern muss zum großen Teil auch gegen Anfeindungen ankämpfen. Seine Taktik: Er lässt sich nicht provozieren und bleibt ruhig. Sehr gute Herangehensweise, finde ich. Denn gerade Mütter werden schnell mal angegriffen oder verurteilt. In solchen Fällen sollten wir durchaus öfter mal den Honey spielen - und alles an uns abprallen lassen ...

8. Sein großes Ziel

Ehrgeiz ist nicht die beste Tugend. Nicht umsonst heißt es sprichwörtlich: von Ehrgeiz zerfressen sein. Und dennoch treibt uns der Ehrgeiz auch voran. Wer ehrgeizig ist, kann hochgesteckte Ziele erreichen. Alexanders Ziel scheint das Berühmtwerden und Sich-Vermarkten zu sein.

Und dieses Ziel verfolgt er ehrgeizig, koste es, was es wolle. So zerfressen vom Ehrgeiz möchten jetzt wohl die wenigsten von uns sein - und dennoch kann Alexanders Ehrgeiz auch durchaus als inspirierend bezeichnet werden.

9. Der Junge traut sich etwas ...

Ich erinnere mich noch an das GNTM-Finale. Als Pro 7 das Potenzial von Alexander Keen erkannte und ihm eine gewisse Sendezeit opferte. In dieser Sendung sollte Honey kurz irgendetwas anmoderieren. Seine Moderation war zwar nicht absolut katastrophal aber weder TV-tauglich noch brillant. Der Junge traut sich aber etwas. Und auch Dinge, die er nicht kann - und das sogar vor einem millionengroßen Publikum. Respekt, das hätte ich mich auf keinen Fall getraut ...

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Kleiner Nachtrag:

Gerne hätte ich euch ein kreativeres und schöneres Titelfoto geboten gehabt. Aber leider ist das Mittagsschläfchen meines Sohnes zu kurz ausgefallen - und Mami musste halt Prioritäten setzen 😉

Und was denkst du über Honey? Dschungelkönig oder mediale Eintagsfliege? Ich bin auf deine Meinung gespannt. Hinterlasse hier einen Kommentar - oder schreibe mir eine Mail an mami.bloggt@yahoo.de ...

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Der Beitrag erschien zuerst auf Mami bloggt.

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