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Wie junge Leute mit Seenotrettung für mehr Menschlichkeit in der Asylpolitik sorgen

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REFUGEES MEDITERANEAN SEA
ALBERTO PIZZOLI via Getty Images
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Die aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen (UN) belegen die traurige Wahrheit: Weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie. Mehr als 63 Millionen.

Hunderttausende Flüchtlinge versuchen weiterhin, ihren Weg nach Europa zu finden. Die Abschottung und Schließung der Balkanroute hat dabei zu einer erhöhten Nutzung des Mittelmeers als Fluchtroute geführt.

Dazu kommen jetzt bessere Witterungsbedingungen in den Sommermonaten. Es werden noch mehr Menschen flüchten und sich auf den Weg nach Europa machen. In der Hoffnung auf ein Leben in Würde. Alleine in Libyen sind es nach Schätzungen bis zu eine Millionen Flüchtlinge.

Hilfe ist wichtiger denn je

Die aktuellen Zahlen der UN zeigen: Verantwortung übernehmen und helfen ist heute wichtiger denn je. Denn Menschen auf der Flucht haben wie jeder von uns ein uneingeschränktes Anrecht auf Menschenwürde. Und um das zu erreichen, müssen wir endlich aufwachen.

Deshalb wurde letzten Sommer Jugend Rettet ins Leben gerufen. Das ist eine selbstverwaltete und unabhängige Organisation bestehend aus jungen Leuten, Schülern und Studenten.

Unser Hauptziel: Weniger Tote im Mittelmeer, denn jeder Mensch verdient die Rettung aus Seenot. Dazu organisieren wir eine private Seenotrettungsmission mit einem eigenen Schiff.

Außerdem wollen wir ein politisches Statement setzen: Wenn wir, die junge Generation, es selbstständig schaffen, Menschen zu retten, dann sollten es die Politiker auch schaffen, ihren Teil zur Seenotrettung beizutragen.

Gemeinsam wollen wir für mehr Menschlichkeit in der Asylpolitik sorgen

Wir wollen Verantwortung übernehmen und etwas ändern. Wir wollen die Mittelmeerunglücke in den Köpfen der Menschen und dem Bewusstsein der Öffentlichkeit halten. Um das zu erreichen, haben wir ein europaweites Netzwerk aus Botschaftern und Helfern aufgebaut.

Wir wünschen uns eine gesellschaftlich und politisch engagierte junge Generation. Wir glauben an ihr Potenzial. Gemeinsam können wir viel erreichen und die aktuelle Situation durch eine breite asylpolitische Diskussion in ganz Europa verbessern.

Unser Projekt soll auch zeigen: Mit dem Willen und einer guten Idee kann jeder dazu beitragen, das Leid der Flüchtlinge zu lindern.

Es geht in die heiße Phase

Am 19. Mai wurde der Kaufvertrag für das Schiff unterschrieben. Es wurde in den 1960-ern als Fischerboot gebaut und in den 1990-ern zum Offshore-Versorgungsschiff umgebaut. Über Crowdfunding und private Spenden konnte aus unserer Herzensangelegenheit ein Projekt werden. Jetzt wird es ernst.

Seit dem 9. Juni laufen jetzt die Umbauarbeiten unseres Rettungsschiffs in Emden, die zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen werden. Danach wird es nach Malta überführt, von wo aus wir starten werden.

Unser Einsatzort wird die zentrale Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien sein, die gemessen an den Unglücken die mit Abstand gefährlichste Route darstellt. Koordiniert und abgestimmt wird der Einsatz mit dem Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) in Rom.

Eine ehrenamtliche Crew

Unser Schiff hat eine professionelle Besatzung, die komplett auf ehrenamtlicher Basis arbeitet. Dennoch fallen natürlich laufende Kosten an, die gedeckt werden müssen. Der erste Monat ist bereits durch Spendengelder finanziert, aber ein Monat reicht nicht aus. Für die Zeit danach werden nach wie vor Spenden benötigt.

Und wenn ihr uns dazu mit mit Eurem Engagement unterstützen wollt, besucht unsere Homepage "Jugend Rettet". Helft uns, mehr Menschen in einen sicheren Hafen zu bringen. Dorthin, wo sie endlich in Sicherheit und nicht mehr politischer oder religiöser Verfolgung und Hunger ausgeliefert sind.


Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post spannende Projekte, die ihr direkt unterstützen könnt.

Die Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen nehmen kein Ende. Auch, weil es viel zu wenig Rettungskräfte auf dem Mittelmeer gibt. Hier versucht die Mannschaft des Schiffes Sea Watch 2. zu helfen. Spenden benötigt die Crew für Nahrung, Schwimmwesten und Medikamente.

Auf der sogenannten Balkanroute ist ein großer Teil der Flüchtlinge unterwegs. Der Verein Soups & Socks versorgt Flüchtlinge hier mit einer warmen Mahlzeit und anderen lebensnotwendigen Dingen. Hier geht es weiter zur Soups & Socks Tour.

Ein weiteres Problem sind die vielen unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in Berlin. Ihnen vermittelt die Organisation Akinda beispielsweise einen gesetzlichen Vertreter. Wie das geht, beschreiben die Initiatoren hier.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

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(tos)