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Wenn Dogmen Nachhaltigkeit aufs Spiel setzen

10/06/2017 15:59 CEST | Aktualisiert 10/06/2017 15:59 CEST
Florian Gaertner via Getty Images

Der niederländische Europaabgeordnete Bas Eickhout präsentierte diese Woche im Europaparlament einen Report in dem er und andere Abgeordnete eine striktere Definition von Biomasse fordern.

Ziel ist es die Rolle von Holzpellets im europäischen Energiemix zu marginalisieren und somit den fehlgeleitenden und unfundierten Forderungen von einigen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) nachzukommen.

Um zu verstehen, wie ist es zu dieser Situation gekommen ist, lohnt es sich den Brennstoff Holzpellet einmal genauer anzuschauen und außerdem die Motivationsgründe seiner Gegner zu betrachten.

Ein sicherer Energiemix

Holzpellets sind seit Jahren ein Garant für den Mix bei der Generierung von erneuerbaren Energien. Pellets werden aus Druckbiomassematerial hergestellt. Dessen Ursprünge sind meist auf Basis von Holzabfällen, Schnitten, Baumwipfeln und Holz mit niedriger Qualität, das nicht geeignet ist, um für andere Verarbeitungsprozesse verwendet zu werden.

Holzpellets verantworten ca. 6% der EU-weiten Versorgung an Brennstoffen aus Biomasse. Dabei werden gut zwei Drittel dieser Pellets in der EU hergestellt und ein weiteres Drittel (mehrheitlich aus den USA) importiert.

Während Pellets sich zu einem Pfeiler für einen sicheren und CO2-neutralen Energiemix entwickelt haben, mehren sich Stimmen die die Verwendung von Holzpellets bekämpfen und im Endeffekt verbieten wollen.

Allen voran schreiten Organisationen wie Biofuelwatch und machen Druck auf Entscheidungsträger in der EU um die sogenannte RED - Erneuerbare-Energie-Richtlinie (EU-Richtlinie für erneuerbare Energie) des Jahres 2020 zu beeinflussen.

Ziel ist es Pellets aus dem Energiemix zum Großteil zu verbannen. Das Bündnis Biofuelwatch hat insgesamt 115 NGOs aus 43 Ländern einen Appell an die Europäische Union unterzeichnen lassen, das darauf abzielt Holzpellets nicht mehr als erneuerbare Energie anzusehen.

Die Umweltschützer argumentieren, dass die Nutzung von Biomasse zu erheblichen Ausstößen von CO2-Gasen führt und die Rodung von Wäldern in Ländern wie den Vereinigten Staaten befördert.

Holz ist eine nachwachsende Ressource. In vielen Teilen der Welt, u.a. Skandinavien und den Vereinigten Staaten haben sich ganze Branchen angesiedelt, die auf großen Flächen nachwachsende Wälder anbauen.

Diese Bäume absorbieren CO2 während ihres Wachstums und werden nach Abschlag wieder nachgepflanzt. Die Inhaber dieser Wälder haben einen großen Anreiz dabei nachhaltig vorzugehen um auch in Zukunft weiter von dem lukrativen Geschäft profitieren zu können.

Bis zu zwölfmal weniger CO2 als Erdgas

Die Behauptungen des Bündnisses Biofuelwatch, dass die Energiegewinnung durch die Verbrennung von Biomasse ein Mehrfaches an Emissionen im Vergleich zu fossilen Brennstoffen freisetzen wird sind unbegründet.

Die Verbrennung von Holz-Pellets produziert bis zu zwölfmal weniger CO2 als Erdgas und nur ein Zwanzigstel der Emissionen von Kohle.

Die niederländische NGO BirdLife Europe and Central Asia ist eine weitere Organisation, die Holzpellets den Kampf angesagt hat. Makaber daran ist, dass BirdLife auf seiner Webseite angibt, dass der wichtigste Teil vom europäischen Steuerzahler, der EU Kommission, stammt. Ein weiteres Beispiel für NGOs, die öffentliche Fördermittel zweckentfremden.

Anstelle von unbegründeten Ängsten und dogmatischen Forderungen bedarf es einer sachlichen Analyse des europäischen Energiemixes.

Verbraucher und Unternehmen haben sich bewusst auch für Holz-Pellets entschieden. Diese sorgen zum einen für eine emissionsneutrale Energiequelle aber auch für Energiesicherheit und Nachhaltigkeit in der Versorgung von Brennstoffen.

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Ferner erlauben Filtersysteme in modernen Biomasse-Kraftwerken einen massiv reduzierten Emissionsausstoß. Es ist nur eine Frage der Zeit bis komplett emissionsfreie Kraftwerke großflächig gebaut oder aufgerüstet werden.

Eine deutlich bessere Strategie als sich auf Import von fossilen Brennstoffen aus Ländern mit massiven Menschenrechtsverletzungen zu verlassen.

Es gilt zu hoffen, dass sich EU-Parlamentarier und der Wirtschafts- und Energieausschuss ENVI im Besonderen nicht von einigen, gut organisierten und dogmatischen Lobbygruppen einvernehmen lassen und weiterhin Wahlfreiheit für europäische Verbraucher garantieren.

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