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Kommt das e-Zigaretten Verbot? Wie die WHO Leben verkürzt

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VAPING
Martina Paraninfi via Getty Images
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Es ist fast schon ironisch, dass eine Konferenz zur Bekämpfung von Tabakrauch in Delhi, Indien abgehalten wird währenddessen die Stadt unter dem schlimmsten Smog aller Zeiten leidet.

Diese Woche tagt die siebte Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (kurz WHO FCTC) ebenda.

Während sich es die WHO und Delegierte aus den Mitgliedsstaaten zum Ziel gesetzt haben, Tabakkonsum weltweit zu verringern und somit die negativen Folgen von Zigarettenrauch zu minimieren stoßen einige Mitgliedsstaaten auf der Konferenz weiterführende Pläne an.

Delegierte aus Thailand, Kanada, Indien, Kenia und Nigeria schlagen ein weltweites Totalverbot von elektronischen Zigaretten vor. Auf dem hermetisch von der Öffentlichkeit abgeriegelten Tagungsflur der Konferenz sieht man elektronische Zigaretten als Einstiegsdroge für Kinder und Jugendliche. Von einem weltweiten Verbot dieser Produkte erhofft man sich einen großen Sprung in der Bekämpfung von nicht übertragbaren Krankheiten.

Vor der Kongresshalle kam es zu Protesten von Farmern, die brutal von den tausenden Polizisten und Militärangehörigen aufgelöst wurden. Einige Aktivisten der Organisation Students For Liberty schafften es sich durch sechs Sicherheitsperimeter durchzuschleusen und zeigten den Delegierten ihren Unmut über diese Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Eindrücke von den Protesten und der Konferenz kann man in diesem Video erhalten.

Nach einem Tag semi-öffentlicher Konsultationen (lediglich 30 Bürger hatten Zugang zur Konferenz als Beobachter und einige Journalisten waren zudem zugelassen) beschlossen die Delegierten die Öffentlichkeit gänzlich auszuschließen und dann hinter verschlossenen Türen über die Zukunft von schadensmindernden Technologien zu beraten.

Informierten Quellen zufolge wurden Delegierte, die sich gegen das Verbot von e-Zigaretten ausgesprochen haben von NGO-Vertretern gemobbt worden sein und ihnen vom Tagungspräsidium entscheidende Dokumente vorenthalten worden sein.

Ferner wurde der umstrittene Präsident der Phillipinen, Duterte, von der Konferenzleitung und den Delegierten für seinen starken Einsatz gegen Tabakkonsum beklatscht. Präsident Duterte hat vor Kurzem erst den Holocaust und Hitler als Vorbild genannt, wie man Drogenabhängige am effektivsten bekämpft. Den Bürokraten der WHO scheint es allerdings egal zu sein mit wem sie zusammenarbeiten, solange es um den Kampf gegen das Rauchen geht.

Während Gesundheitspolitiker weltweit immer neue Verboten, Schockbilder und Warnhinweise als Werkzeuge für eine gesündere Bevölkerung erfolglos verwenden, ist es innovativen Unternehmern und Erfindergeist gelungen gesündere Optionen für den Nikotinkonsum auf den Markt zu bringen.

Redet man mit Forschern und Medizinern, bestätigen sie, dass elektronische Zigaretten nicht verboten sondern gefördert werden sollten. Professor Peter Hajek von der renommierten Queen Mary University of London bezeugt, dass das Umsatteln von konventionellen auf elektronische Zigaretten deutliche Gesundheitsvorteile hat.

Das Royal College of Physicians sieht es als erwiesen an, dass elektronische Zigaretten lediglich 5% der gesundheitsschädlichen Effekte hat als herkömmliche Zigaretten. Es handelt sich also um eine Schadensverringerung von 95%.

Um ihrem Auftrag nachzukommen Krankheiten, die durch das Rauchen von Tabak ausgelöst werden zu bekämpfen, führt die Weltgesundheitsorganisation einen dogmatischen und knallharten Kampf gegen innovative und schadensminimierende Produkte, wie elektronische Zigaretten und Vaporizer. Was die WHO dabei verkennt, ist dass diese Alternativen zur Zigarette in den meisten Fällen keinen Tabak (und andere toxische Stoffe) mehr enthalten, sondern lediglich das relativ harmlose Nikotin.

Wenn der WHO und ihren Mitgliedsstaaten die Gesundheit von Nikotinkonsumenten wirklich am Herzen liegt, sollte man von einem Verbot oder Einschränkungen von elektronischen Zigaretten abgesehen werden. Je mehr Raucher auf elektronische Zigaretten umsteigen umso mehr Leben werden gerettet.

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