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Mut zur Lücke: 10 Tipps für entspanntere Mütter

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MOTHER RELAXED IN MESS
Peopleimages via Getty Images
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Letzte Woche hatte ich so einen Tag. Total viel auf dieser vermaledeiten To-Do-Liste, dazu Kinder von A nach B chauffieren, nebenher noch Haushalt machen und Arzttermine reinquetschen. Am Ende des Tages war alles „abgearbeitet", ich war aber fix und fertig. Meine Laune im Keller. Wenn wir uns frei machen könnten vom Perfektionismus, der uns moderne Mütter antreibt, dann würde es uns sicher besser gehen. Oder?!

Sachen liegen lassen, sich auch mal nicht so sehr und in ALLEM Mühe machen, mal auf Durchzug schalten. Warum ist das eigentlich so schwer? Ich habe damit angefangen, im Kleinen. Wenn mir zum Beispiel jemand sagt: „Wir haben keine Milch mehr im Kühlschrank." Tja, dann kaufe ich die oder auch nicht, gerade wie es passt. Und tadaaa, es geht sogar. Haben wir eben mal keine Milch.
Meine heutige Gastautorin Silia Wiebe hat Euch zehn Tipps zusammengestellt, wie man das anpacken kann mit dem „Mut zur Lücke".

1. Eine Vorlesegeschichte pro Abend

Nur eine Geschichte? Das ist buh, finden Kinder und wollen mehr. Verständlich, wir Eltern wollen ja auch mehr: mehr von der Torte, mehr Unterstützung im Haushalt, mehr Sushi, mehr Gehalt. Aber manchmal ist weniger mehr.

2. Der Spielplatz tut's auch (wenn der nicht gerade zu hat, wie in meinem Buch)

Kinder langweilen sich merkwürdigerweise auch beim 99. Besuch auf demselben Spielplatz nicht und ist es nicht gut zu wissen, dass wir das exklusive Freizeitprogramm (Museum, Theater, Ponyhof) vor allem für uns selbst organisieren und es eigentlich niemand braucht?

3. Nicht jedes Nein muss man erklären

Wir wollen, dass sie unser „Nein" verstehen, wir wollen, dass sie sich trotzdem geliebt fühlen und wir wollen auf keinen Fall die blöde Kackmama sein. Auch dann nicht, wenn wir das brüllend eingeforderte dritte Eis verweigert haben, den Fernseher aus lassen und auf die warme Jacke bestehen. Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, dass Kinder nicht jedes Nein bis ins letzte Detail verstehen. Und uns trotzdem lieben.

4. Tiefkühlgemüse ist besser als sein Ruf

Klar, Bio und frisch gekocht schmeckt am besten. Nur manchmal fehlt die Zeit für die Fahrt zum BIO-Laden. Gurken, Salat und Äpfel kann man aber genauso gut regional und saisonal auf dem Wochenmarkt kaufen und tiefgekühltes Gemüse ist eine prima Alternative und kein bisschen ungesund.

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5. Nicht immer alles alleine rocken

Die Putzhilfe, der Staubsauger-Roboter, der Edeka-Lieferservice und der Babysitter kosten Geld und unsere Eltern haben es auch irgendwie ohne geschafft. Aber da vergleichen wir Äpfel mit Birnen. Wir sind im Job stärker eingespannt und außerdem leben wir Erziehung anders. Zum Beispiel ohne Klaps auf den Po und den Satz: Lass sie mal schreien, das kräftigt die Lungen! Das geht aber nur, wenn wir Arbeit abgeben.

Mut zur Lücke heißt Loslassen

6. Motto-Geburtstagspartys sprengen den Geldbeutel

Ein vor Glück hopsendes Kind ist Balsam für unser Herz. Aber brauchen wir dafür wirklich die Piratengeburtstagstorte mit passenden Tellern, Luftballons und mottofizierten Geschenken in den ausartenden Giveaway-Tüten? Nein! Kinder interessieren sich null für sündhaft teure Torten-Deko. Was sie richtig gut finden: Eltern, die am Geburtstag Lärm ertragen, weil sie noch kein Vorbereitungsburnout erlitten haben.

7. Auch Mamas von Wunschkindern sind mal genervt

Auf Facebook begegnen uns glückliche Eltern zwischen Sandeimern, selbst gemalten Bildern und süßen Eismündern. Zur kompletten Gefühlspalette eines Familienlebens gehören aber auch Erschöpfung, Genervtheit und die Sehnsucht von Mama und Papa nach mehr Zeit zu zweit. Zum Glück brauchen Kinder keine lächelnden Vollautomaten, sondern ganz normale Menschen mit viel Herz und manchmal ganz wenig Kraft.

8. Alles kommt in die Kiste

Spät abends auf dem Kinderzimmerboden liegen und Duplo von Lego und Playmo trennen - so kann man natürlich auch herunterkommen nach einem stressigen Tag im Büro. Alternative: Sämtliches herumfliegendes Spielzeug unter der Woche in einer Kiste sammeln und sonntags gemeinsam mit dem Kind ausräumen und an die richtige Stelle bringen.

9. Besuch von Anfang an auf Chaos einnorden: Der Ordnung Lebewohl sagen

Kinder machen Unordnung und das ist gut so. Freunde mit Kindern wissen das, deshalb muss man gar nicht panisch Knete, Lego, Fußbälle und die Kindertrommel aufräumen, bloß weil es unerwartet klingelt. Picobello-Freunden hilft der frühzeitige Hinweis, dass die Zeit für Spontanbesuche jetzt leider vorbei ist.

10. Mal Oma und Co. Anfunken

Vielleicht spielt die Oma viel lieber Memory, als auf der Aida vor Puerto Rico herum zu schippern. Und vielleicht freut sich die Freundin über einen Abend allein mit ihrem Patenkind und der Nachbar kocht gerne eine Nudelportion mehr. Wer uns gerne bei der Betreuung unserer Kinder hilft, das finden wir nur heraus, indem wir fragen. Lohnt sich aber fast immer!

Die Tipps sind aus Silia Wiebes neuem Buch „Mut zur Lücke, liebe Eltern- Glück geht auch ohne Bio, PEKIP und Häuschen im Garten". Das Buch enthält amüsant geschriebene Geschichten um typische Alltagsprobleme von Familien. Man kann das prima auch so „zwischendurch" lesen, wenn man gerade mal wieder eine Viertelstunde Zeit hat und mal alles liegen lässt. Oder schön vor dem Einschlafen. Schaut es Euch mal an!

Die Autorin betreibt den Blog Frau Mutter und ist hier auf Facebook zu finden.

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