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Mein Morgen war eh schon mies - dann wollte mich auch noch der Bäckereiverkäufer falsch abkassieren

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WOMAN BUYING AT THE BAKERY
lechatnoir via Getty Images
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Vor einer Woche ließ mich mal wieder die Münchner Verkehrsgesellschaft im Stich. "Zug fällt aus", stand auf der Anzeigetafel an der S-Bahn-Station. Es war morgens kurz vor halb 9 und ich war auf dem Weg zur Arbeit. Ich hatte noch nichts gegessen und war viel zu spät.

Der Tag war für mich schon gelaufen, bevor er richtig angefangen hatte.

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Ich ging, oder besser rannte, also zu Fuß zur Arbeit. Auf dem Weg kam ich an einer Bäckerei vorbei und weil ich es eh nicht mehr pünktlich in die Arbeit schaffen konnte, beschloss ich, mir gleich noch etwas zu Essen zu kaufen.

Ich trat vor die Theke, checkte nebenbei schon mal meine Mails auf dem Handy und bestellte eine Brezel. Ich sah den Verkäufer dabei nicht einmal an.

Ich bekam ein schlechtes Gewissen

"Drei sechzig", antwortete er mir in gebrochenem Deutsch. "Drei sechzig für eine Brezel?" Ich wurde ungeduldig.

Der Verkäufer überlegte kurz und verbesserte sich. "Dreiundsechzig Cent, meine ich. Entschuldigen Sie bitte."

Ich gab kramte das Geld aus meiner Tasche und legte es ihm hin. Er sprach nicht perfekt Deutsch, aber bemühte sich sehr. Sorgfältig verpackte er mein Frühstück.

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Ich bekam ein schlechtes Gewissen, weil ich so unhöflich war.

Ich nahm meine Brezel entgegen, verabschiedete mich und wollte gehen, da rief er mir noch etwas nach: "Freuen Sie sich, es ist Freitag. Und gehen Sie mit Gott."

Dieser Mensch hatte keinen Grund, freundlich zu mir zu sein

Ich war berührt. Nach der S-Bahn-Flaute am Morgen hatte ich es nicht für möglich gehalten, aber ich lächelte. Dieser Mensch hatte keinen Grund, freundlich zu mir zu sein.

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Ich war eine unhöfliche Kundin gewesen - und davon bestimmt nicht die erste an diesem Freitagmorgen. Doch der Verkäufer reagierte herzlich und gutmütig.

Ich betrat die Redaktion mit einem Lächeln im Gesicht.

Das nächste Mal möchte ich freundlicher sein

Jeder hat mal einen schlechten Tag, soviel steht fest. Für meinen nächsten schlechten Tag, habe ich mir aber vorgenommen, trotzdem freundlich zu sein.

Vielleicht kann ich dem netten Bäckereiverkäufer damit beim nächsten Mal etwas zurückgeben.

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