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Geburt - Denken = Eine schmerzfreie Geburt?

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WOMAN PREGNANT
Kelvin Murray via Getty Images
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Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir (die weiblichen Menschen) die einzigen Säugetiere sind, die bei der Geburt leiden?

Zugegeben, es fällt vielleicht erst einmal nicht leicht den Vergleich zu Kühen, Stuten, Hunden und anderen Säugetieren zuzulassen. Aber ich kann dir sagen, es lohnt sich.

Uns alle vereint nämlich eine Sache: seit Jahrhunderten sorgen wir weiblichen Lebewesen durch die Geburt für den natürlichen Fortbestand aller Lebewesen auf diesem Planeten. Bist du bereit, einen Blick zurück zu werfen und dein aktuelles Bild der Geburt ein bisschen durchzurütteln?

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Vielleicht hattest du in deinem Leben bereits die Gelegenheit, bei einer Tiergeburt dabei zu sein. Falls nicht: keine Angst, wir verlinken hier jetzt keine Geburtsvideos. Ich würde dir aber absolut empfehlen, auf Youtube einfach mal nach „Hundegeburt" oder „Geburt Fohlen" zu suchen und dir einige Videos anzusehen.

Im Gegensatz zu dem Geburtsbild, welches du gerade vielleicht noch im Kopf hast wirst du überrascht sein, was du da siehst. Falls du nicht der Typ bist, dir solche Bilder anzusehen (was vollkommen in Ordnung ist), dann würde ich dir gern beschreiben, was mir bei Tiergeburten (egal ob bei Hunden, Kühen, Stuten oder anderen Säugetieren) auffällt.

Die Mutter-Tiere wirken auf mich ruhig und auf ihren Körper konzentriert. Es sind kein Wimmern, kein Jaulen oder andere Geräusche zu hören die vermuten lassen, dass das Tier gerade große Schmerzen durchleidet.

Was uns von den Säugetieren unterscheidet

Stattdessen beobachte ich verschiedene Atmungs-Phasen und rhythmische Bewegungen des Körpers. Diese helfen scheinbar dabei, die Welpen, Fohlen und Kälber sanft zur Welt zu bringen. Ist ein Mensch dabei oder ein Partnertier, die durch Streicheln oder liebevolle Zuneigung die werdende Mama unterstützen, wirkt es auf mich als würde sich das Mutter-Tier entspannen können.

Ich bin natürlich keine ausgebildete Expertin. Deshalb habe ich diese Wahrnehmung mal mit ein paar Tierärzten besprochen und alle konnten mir bestätigen (egal ob Mann oder Frau), dass sie ähnliche Beobachtungen aus ihrem beruflichen Alltag kennen.

Falls du die Möglichkeit hast, frag doch auch einfach mal bei einem Tierarzt nach. Jetzt aber erstmal wieder zurück zu uns Menschen.

Was unterscheidet uns von den anderen Säugetieren? Wie gesagt: Ich bin keine studierte Tierexpertin, aber einfach runtergebrochen würde ich es so beschreiben, dass wir Menschen in der Lage sind komplex zu denken (die meisten jedenfalls).

Das ist (in den meisten Fällen) auch gut so und hat uns viele wissenschaftliche und technische Fortschritte ermöglicht. Allerdings ist es eben auch das eigene Denken, was uns ganz schön im Weg stehen kann.

Ich fasse nochmal kurz zusammen:

1. Wenn wir mit den anderen Säugetieren die Gemeinsamkeit haben, dass der weibliche Körper in der Lage ist durch die Geburt, den Nachwuchs aller Lebewesen zu sichern ...

2. Wenn wir uns gleichzeitig darin unterscheiden, dass wir Menschen die einzigen Säugetiere sind, die über ein komplexes Denkvermögen verfügen ...

3. Und wenn dann auch noch alle anderen Geburten schmerzfrei wirken, bis auf die von uns Menschen ...

... dann wäre doch die logische Schlussfolgerung, dass unser Denken irgendwas mit den Schmerzen und sonstigen Horror-Erlebnissen zu tun hat, oder?

Vielleicht denkt die ein oder andere jetzt noch, dass die Tiere Schmerzen haben, aber man es einfach nicht sehen kann, bzw. sie es nicht zeigen. Ehrlich gesagt, hätte ich auf dieses Argument jetzt keinen Gegenbeweis parat, den ich dir präsentieren kann.

Ich lade dich aber ein, mit mir gemeinsam von dem Punkt auszugehen, dass es so wie beschrieben möglich sein kann. So habe ich mich jedenfalls entschieden und deshalb auch dieses Experiment gestartet. Vorschlag an alle Zweifler: bleibe erstmal bei deinen Gedanken und Überzeugungen und beobachte mich bei meinem Experiment. Da kann dir ja quasi erstmal nichts bei passieren🙂

Du merkst vielleicht, dass ich ganz schön auf diesem „Denken"-Thema rumreite. Das liegt daran, dass das Experiment keinen Sinn machen würde, wenn ich nicht wirklich davon überzeugt wäre, dass es möglich ist.

Ich für mich habe vor einigen Monaten gemerkt, dass genau diese Änderung in meinem Denken den Stein ins Rollen gebracht hat.

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Meine neuen Gedanken und Glaubenssätze haben mir bisher in der ganzen Schwangerschaft geholfen, mir keine Angst machen zu lassen. Und glaube mir, die ganzen Horrorstories wurden auch mir überall erzählt: im Freundeskreis, beim Schwangerschaftssportkurs, beim Yoga, beim Geburtsvorbereitungskurs und auch in vielen Schwangerschaftsblogs und Apps.

Ich bin davon überzeugt, dass der Mut (einfach mal neue Gedanken zum Thema Geburt zu zu lassen) die Vorraussetzung ist, damit eine einfache, sanfte und schmerzfreie Geburt möglich wird.

Falls du auch vorhast, es auszuprobieren ist mir deshalb von Anfang an total wichtig, deine Gedankenwelt zum Thema „Geburt" einmal ordentlich durch zu rütteln🙂

Weitere Artikel der Autorin gibt es auf ihrem Blog EinfacheGeburt.de

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