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Wortwahl Brexit. Schuld am Wahlergebnis?

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BREXIT
Getty
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Francesco Massara, Professor fĂĽr Marketing und internationales Business der Toulouse
Business School kommentiert:

Psychologisch gesehen ist es sehr sinnvoll sich auf das Wort „Brexit" zu konzentrieren. Das
Wort Brexit, kĂĽrzlich auch als Verb benutzt (to Brexit or not to Brexit) ist mittlerweile zu einem
gängigen Begriff geworden.

Es hat sich gezeigt, dass Wörter eine enorme psychologische Kraft entwickeln können und
dass eine bestimmte Wortwahl Entscheidungen beeinflussen kann. In einer durchgefĂĽhrten
Studie kam man zu den Erkenntnissen, dass der Gebrauch von Metaphern die Haltung von
Menschen zu sozialen sowie politischen Themen gänzlich verändern kann. Wenn das Wort
„Kriminalität" zum Beispiel als „Biest" bezeichnet wird, welches die Gemeinschaft ausplündert,
sind die Menschen für die Durchsetzung von härteren Maßnahmen. Wenn von einem Virus
die Rede ist, einer infizierten Stadt, sind sie eher geneigt, das Problem mit sozialen Reformen
zu behandeln.

Der Gebrauch des Wortes BrExit kann also einen psychologischen Effekt gehabt haben. Leute
wählen, wenn sie die Wahl haben die vorgegebene Grundeinstellung (default option). Es ist
wie mit der Organspende. Ist die Organentnahme grundsätzlich erlaubt, ist die Spenderquote
viel höher, als wenn sie grundsätzlich nicht erlaubt ist und sich willige Spender mit einem
Ausweis aktiv als solche melden mĂĽssen.

Aus psychologischer Sicht gehen wir davon aus, dass der starke und legitimierte Gebrauch
des Wortes Brexit unterbewusst die Denkweise der Wähler beeinflusst hat. Das würde die
große Enttäuschung der Briten erklären, aus Brexit wird „Bregret" (Bedauern). Es gibt sogar
schon Spekulationen, basierend auf Google-Suche-Statistiken, dass Leute gar nicht mehr
wissen, warum sie eigentlich für einen Brexit gewählt haben.

Es bleibt die Frage, ob ein anderes Framing der Kampagne, rund um das Wort BrEntrance die
Ergebnisse geändert hätte.

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