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Der Traum von der Bikinifigur: Schönheitseingriffe sollten wohlüberlegt sein

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Der Frühling hat begonnen. Auf den Titeln der Frauenzeitschriften kommt jetzt also die Erlösung. Die „Weg mit den Weihnachts-Pfunden"-Diäten gehen in die Sommerpause. Sie räumen den Platz für die ultimativ besten Tipps zur Bikinifigur.

Nun bin ich kein Verlags-Manager. Daher weiß ich nicht, inwiefern die jahreszeitlich angepasste Fettverbrennung die Auflage befeuert. Feststellen kann ich jedenfalls, dass mit der Temperatur und der Zahl der Sonnenstunden auch die Nachfrage für chirurgische Leistungen zur Figur-Optimierung signifikant steigt. Fettabsaugung ist sehr saisonabhängig.

Ein Ernährungsberater ist oft die beste Wahl!

Die Sehnsucht danach, im Freibad oder am Strand gut auszusehen, ist verständlich. Vielen Menschen gilt ein schön definierter Körper als Ausweis von Gesundheit, Erfolg und Attraktivität. Die letztlich auch sexuelle Ausstrahlung einer tollen Bikinifigur steigert das Selbstbewusstsein.

Komplimente hört doch jeder gerne. Manchmal muss ich Patientinnen aber auch sagen, dass der liebe Gott Fleiß und Disziplin vor die Strandfigur gesetzt hat - nicht den plastischen Chirurgen. Immer wenn es um die Bikinifigur geht, muss man schauen: Geht's überhaupt oder nicht? Sind Sie zu dick? Wenn viel zu viel Fett da ist und das überall, dann ist Fettabsaugung keine Lösung.

Dann empfehle ich zwar kein Sommer-Abo für eine Frauenzeitschrift, aber eine Diät und die Betreuung durch einen Ernährungsberater. Wenn man eine Bikinifigur konsequent will, ist Ernährungsumstellung eine gute und gesunde Geschichte. Professionell begleitet muss man dabei weder hungern, noch etwas entbehren. Mit einem guten Ernährungsberater erreicht man eine dauerhafte Gewichtsabnahme - ohne Jo-Jo-Effekt.

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Mit Fettabsaugung eine schöne weibliche Taille formen

Wenn sich dann noch ein bisschen hartnäckiges Fett gehalten hat, kann man eine Fettabsaugung in Erwägung ziehen. Die eignet sich durchaus, den Körper zu einer Bikinifigur zu formen. Viele Frauen wünschen sich etwa eine schöne weibliche Taille.

Man kann durch Fettabsaugung die Taille allerdings nur betonen, wenn überhaupt eine Taille da ist. Es gibt Frauen, die haben einfach keine Taille. Das ist kein optischer Makel. Aber wenn der Körper keine Taille angelegt hat, kann man die auch nicht so einfach reinmeisseln.

Nun gut, es gibt da solche Extreme wie den US-Star Cher. Die hat sich ja sogar zwei Rippen herausnehmen lassen. Ich halte Aufwand und Risiko eines solchen Eingriffs für völlig unangemessen. Ich würde eine solche Operation nicht vornehmen.

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Es gibt durchaus eine weniger radikale operative Methode. Man kann die Bauchmuskulatur durch das Zusammennähen der Faszien straffen und so eine Taille formen. Das bedeutet allerdings Narben - und bis die abgeheilt sind, ist der erste Sommer im Zweifel rum.

Man sollte schon sehr sorgsam überlegen. Steht dieser Aufwand wirklich dafür? Eine Fettabsaugung ist dagegen nach drei Monaten vollständig abgeheilt. Die erste sichtbare Verbesserung zeigt sich bereits nach zwei Wochen, wenn Schwellungen und Blutergüsse abgeklungen sind. Dann kann man sich am Wannsee oder der Isar schon mal ein bisschen Vorbräune holen.

Ultraschall und anderer Zauber - das Geld ist weg, das Fett bleibt

Was manchen Menschen ihre Bikinifigur in Geld wert ist, da muss ich schon manchmal am Verstand zweifeln. Im TV oder in Boulevardmedien wird Ultraschall als schmerzfreie und unkomplizierte Fett-Weg-Methode angepriesen.

Eine Sitzung kostet ein paar hundert Euro. Mein Urteil: Galoppierender Schwachsinn. Man kann Fettzellen schon mit Ultraschall zerstören. Aber wo sollen die dann hin? Das Lymphsystem kann die Zelltrümmer überhaupt nicht in dieser Menge abtransportieren.

Die Fettzellen verbleiben einfach im Gewebe. Auch der neueste Geheim-Tipp aus den USA ist gerade total angesagt: Kälte gegen Fett. „Cool Sculpting" heißt das. Hierbei wird die Haut gefasst und das Fettgewebe darunter mit extremer Kälte abgetötet. Aber auch dabei verbleiben die zerstörten Fettzellen klein verteilt im Gewebe. So ein Gerät kostet 80.000 Euro. Also bitte! Die beste Methode ist, das zu lassen.

„Brazilian Butt" - ein risikoreicher Schönheitstrend

Die Bikinifigur findet in den letzten Jahren ja auch immer von achtern statt. Der Hintern ist in den Fokus gerückt. Stars wie Jennifer Lopez und Kim Kardashian haben den Trend noch befeuert. Es wird in den Medien teilweise behauptet, die Hinterteile der beiden seien nicht gottgegeben. Das weiß ich natürlich nicht.

Die Methode kommt wie der Name sagt aus Brasilien. An der Copacabana gehören Schönheitsoperationen ja schon beinahe zur Folklore. Beim „Brazilian Butt" wird der Hintern mit Implantaten aufgepolstert. Es gibt immer mal wieder Patientinnen, die das wünschen.

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Ich lehne das ab. Man operiert dabei in äußerster Nähe zur Anal- und Genitalregion. Die ist nie komplett sauber. Das Infektionsrisiko ist wesentlich höher, als bei anderen Operationen. Ich empfehle dann: Gehen Sie ins Training! Wer unbedingt einen pralleren Po für sein Bikiniglück braucht, dem würde ich zur Fettübertragung mit körpereigenem Fett raten.

Auch für homosexuelle Männer etwa spielt diese Körperregion eine große Rolle. Man kann zum Beispiel das bei einer Hüftfett-Absaugung gewonnene Fett sofort in den Po einbringen. Wenn, dann muss man das ohnehin in einer OP machen, weil man das Körperfett nicht lagern kann.

Ich halte die Fettübertragung für eine gute und sichere Methode. Sie empfiehlt sich zum Beispiel für Menschen, die stark abgenommen haben oder bei altersbedingten Erschlaffungen. Ich wende sie zum Beispiel bei der Formung der Brust an.

Die endgültige Lösung gegen „Reiterhosen"

Manche Frauen trauen sich seit langem nicht mehr ins Freibad oder an den Strand, weil sie so sehr unter ihrem Fett an den Oberschenkeln leiden. Ich kann das Leid dieser Frauen gut verstehen. Diese sogenannten „Reiterhosen" entsprechen so gar nicht unseren Vorstellungen von einer schönen Figur.

Und gegen dieses Problem hilft weder eine Diät noch eine Ernährungsumstellung. Der Körper legt bei manchen Menschen an dieser Stelle Reservefett an. Und auf dieses Depotfett greift der Körper nur in Extremsituationen zurück.

Eine echte Hungersnot ist so eine Extremsituation - eine Diät nicht. Durch eine Fettabsaugung kann man dieses Problem dauerhaft lösen. Denn Fettzellen, die man dem Körper einmal „geklaut" hat, werden nicht neu gebildet.

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