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Hate-Economy: So funktionieren populistische Medien

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Scholz & Friends, Hensel, Broder, Tichy, Xing: Die Politisierung unserer Branche hat gerade erst angefangen, und durch unsere Timelines schwirren Schlagworte wie "Fake News", "Werbeboykott" und "Denunziant".

Das US-Portal Breitbart hat gezeigt, wie man mit Stimmungsmache zu Reichweite und ins Wei├če Haus kommt. Auch in Deutschland d├╝rfte sich die Medienlandschaft ver├Ąndern: Es entsteht ein Markt f├╝r rechtspopulistische Plattformen - mit ├Ąhnlich gestrickten Strategien und Gesch├Ąftsmodellen.

10 Tipps um ein erfolgreicher Rechtspopulist zu werden

Ein Kompendium f├╝r populistische Medien-Startups k├Ânnen wir uns etwa so vorstellen:

1. Nennen Sie sich nicht "populistisch" und schon gar nicht "rechts" oder "neurechts". Nehmen Sie irgendwas mit "liberal-b├╝rgerlich-konservativ-kritisch-unabh├Ąngig".

2. Versprechen Sie besseren Journalismus.

3. Der Trick mit dem "besseren Journalismus" funktioniert nat├╝rlich nur, wenn Sie anderen Journalismus schlecht machen. "L├╝genpresse" ist ein h├Ąssliches Wort. Besser: "Mainstream-Medien".

Ô×Ę Mehr zum Thema: "Journalisten sind Teil des Establishments geworden", schimpft "Zeit"-Reporter Stephan Lebert

4.Sie haben bei den "Mainstream-Medien" selber mal eine wichtige Rolle gespielt? Nicht schlimm. Verkaufen Sie sich einfach als unbequemer Querdenker.

5. Pflegen Sie Ihr Au├čenseiter-Image: Es gibt das Meinungsdiktat des Mainstreams und Sie sind die Alternative f├╝r Deutschland.

6. Seien Sie theatralisch! Jede Kritik an Ihnen und Ihrer Arbeit ist ein Versuch, "noch ein unabh├Ąngiges Medium mundtot zu machen".

7. Seien Sie Opfer! Suchen Sie nach Leuten, die Ihnen auf die F├╝├če treten wollen. Wenn Sie jemanden finden, der Ihrem Feindbild entspricht (idealerweise linksliberaler Moslem mit Sympathien f├╝r Angela Merkel).

Ô×Ę Mehr zum Thema: An alle, die die "Tagesschau" als L├╝genpresse beschimpfen

F├╝hlen Sie sich bedroht und genie├čen Sie die Solidarit├Ąt Ihrer Leser. Sie ist bares Geld wert, denn:

8. Setzen Sie Priorit├Ąten! Was ist Ihnen wichtiger: Werbeerl├Âse oder Vertriebsumsatz? Je aggressiver Sie gegen Gutmenschen, Genderwahn, Mainstream, den Islam, Klimaforscher usw. anschreiben, um so gr├Â├čer die Gefahr, Werbekunden zu verschrecken.

Aber genau das ist Ihre Chance: Je schriller Sie polarisieren, desto st├Ąrker die Aufregung, desto effektiver die Mobilisierung, desto h├Âher die Reichweite, desto gr├Â├čer die Bereitschaft Ihrer Leser, Abos abzuschlie├čen und Patenschaftsmodelle zu unterst├╝tzen. Ihre Zukunft liegt im Paid Content.

9. Hate Economy ist ein Gesch├Ąftsmodell. Sie m├╝ssen es ja nicht so nennen.

10. H├Ąngen Sie Ihren Badezimmerspiegel ab.

Der Autor unterst├╝tzt das von Christoph Kappes angesto├čene Projekt Schmalbart, das sich f├╝r faire Debatten- und Medienkultur im Netz einsetzt.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei "Werben und Verkaufen".

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