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Unzureichende Bargeldversorgung bei Blackout nach Hackerangriffen

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Anfang November 2016 hat das Bundeskabinett die neue Cyberstrategie verabschiedet, die ein B├╝ndel an Ma├čnahmen gegen Angriffe aus dem Internet vorsieht.

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"Zahl und Qualit├Ąt der Cyber-Angriffe nehmen dabei kontinuierlich zu und treffen auf oftmals unzureichend gesicherte IT-Systeme", hei├čt es beim Bundesinnenministerium. Inzwischen sind bei Hackerangriffen nicht nur kriminelle Organisationen unterwegs, sondern auch von fremden Staaten gesteuerte Cybereinheiten. Durch die Digitalisierung werden vernetzte Systeme zunehmend verletzbarer. MIt einem Folgeaspekt eines m├Âglichen Cyberangriffs hat sich jetzt das Berlin Institute of Finance Innovation and Digitalization besch├Ąftigt und sich in die Diskussion eingeschaltet.

Die Wissenschaftler haben die Frage untersucht, inwieweit beispielsweise bei einem l├Ąnger anhaltenden Blackout oder anderen au├čergew├Âhnlichen, durch Ausfall von IT Systemen verursachten Ereignissen die Bargeldreserven der Bundesb├╝rger ausreichend seien und inwieweit auf andere Ersatzw├Ąhrungen zur├╝ckgegriffen werden m├╝sste. Darunter f├Ąllt beispielsweise auch das Thema Gold.

Interessanterweise erhielt w├Ąhrend der Erstellung der Studie die Untersuchung eine besondere Aktualit├Ąt, da die Bundesregierung Ende August ein Konzept verabschiedet hat, das auf 69 Seiten die Sicherheitsvorsorgen f├╝r die Bundesb├╝rger beschreibt. Auch wenn ein Krisenfall von au├čen sehr unwahrscheinlich sei, verlange die Sicherheitsvorsorge, ÔÇ×sich trotzdem auf eine solche, f├╝r die Zukunft nicht grunds├Ątzlich auszuschlie├čende existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorzubereiten".

IT-Krise nicht angekommen

Dabei hat die Bundesregierung eine IT-Krise noch gar nicht ber├╝cksichtigt. Auch im ├Âffentlichen Bewusstsein ist dieses Thema noch nicht angekommen. Eine einfache Google-Analyse zeigt das deutlich. ÔÇ×Die Informationsquellen sind ├╝berf├╝llt mit Krisenbegriffen und empfohlenen Ma├čnahmen. Interessanterweise sind beim Stichwort Datenkrise lediglich 1.640 Treffer bei Google angegeben. Dies verwundert, da eine Datenkrise beinahe jede der oben genannten Krisen im digitalen Zeitalter ausl├Âsen kann", heisst es dazu in der Studie.

Zu geringe Bargeldversorgung

Die Studie bem├Ąngelt, dass die durchschnittliche Versorgung der bundesdeutschen B├╝rger mit Bargeld viel zu gering sei, da im Falle einer IT-Krise oder eines Blackouts auch die Bargeldversorgung der B├╝rger unterbrochen werde. Aufgrund des hohen Automatisierungs- und Digitalisierungsgrads der bundesdeutschen Banken w├╝rde die Bargeldversorgung an Geldautomaten unterbrochen. ÔÇ×Die Studie zeigt, dass die statistisch aktuell festgestellte Menge von ca. 103 EUR pro Person in Bargeldform insbesondere in spezifischen Situationen nicht ausreichend ist." Zudem k├Ânne in einer IT-Datenkrise ÔÇ×... die ad├Ąquate Versorgung mit Bargeld nicht von den Bundesbanken erm├Âglicht werden." Die Studie stellt die Frage nach der Umsetzung der Bargeldversorgung von 40,77 Millionen Privathaushalten in Deutschland (in 2015) durch lediglich 35 Bundesbankfilialen.

Gold ist Werterhalt

Harald Seiz, Chef von karatbars, der Auftraggeber der Studie war, sieht sich durch die Studie best├Ątigt. Schlie├člich hei├čt es in ihr weiter: ÔÇ×Sollte es zu einer Vertrauenskrise in das gesetzliche Zahlungsmittel kommen, hat die Vergangenheit in verschiedensten Inflationsszenarien gezeigt, welche Reaktionen in die Bev├Âlkerung hervorgerufen werden." Die Autoren folgern, dass Gold in diesem Fall ein ad├Ąquates und allseits anerkanntes Zahlungsmittel werden k├Ânnte. ÔÇ×Gold wird seit Jahrtausenden f├╝r rituelle Gegenst├Ąnde und Schmuck sowie seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Form von Goldm├╝nzen als Zahlungsmittel genutzt."

Gold und andere Edelmetalle (ggf. auch Diamanten) haben den empirisch als auch historisch bewiesenen Werterhalt und eignen sich somit als Tauschmittel in Zeiten von Unsicherheit. Die implizite Problematik liegt in der ÔÇ×Teilbarkeit" und der Bestimmbarkeit in kleinen Mengen. In Krisen ist es sinnvoll anzunehmen, dass Goldschecks oder Goldguthaben (eingezahlt) bei Banken nicht im Barverkehr akzeptiert werden. Die kleinste ÔÇ×vern├╝nftig" handelbare Einheit liegt bei 1gr. (Freiverkehr, etwa 70 US-Dollar Stand 23.09.2016)."

Die Studie ist zum Ergebnis gekommen, dass Bargeld f├╝r Krisen, die mehr als 10 Tage andauern, in der ├╝berwiegenden F├Ąllen nicht ausreicht und Edelmetalle wie Gold als ideale Reserve herhalten."

Gest├╝tzt wird dies ├╝brigens auch durch die aktuelle Entwicklung auf dem Goldmarkt. Allein die Unsicherheiten durch den Ausgang der US-amerikanischen Pr├Ąsidentenwahl habe die Anleger sichere H├Ąfen ansteuern lassen. So kostete Anfang November eine Feinunze Gold rund 1332 US-Dollar, so viel wie lange nicht mehr.

Fazit der Untersuchung

In bestimmten Extremf├Ąllen ist die aktuell vorhandene durchschnittliche Bargeldmenge von 103 EUR nicht ausreichend. Zudem erweitert die Studie die bisherigen Empfehlungen zum Halten von Bargeldreserven um weitere Zahlungsmittelformen. Somit sollten neben einem Bargeldbestand in Euro auch eine andere als sicher angesehene und international akzeptierte W├Ąhrung wie der US-Dollar sowie Edelmetalle wie Gold und/oder Silber (in kleinen St├╝ckelungen) vorr├Ątig gehalten werden.

Die empfohlene H├Âhe ist dabei stark abh├Ąngig von der Dauer eines IT-Blackouts. Jedoch empfiehlt es sich, f├╝r einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen einen Gegenwert im H├Âhe von 2.000 EUR zu halten. Die Verteilung auf die einzelnen Zahlungsmittelformen kann einer Gleichverteilungsfunktion folgen, das hei├čt jede der drei zentral empfohlenen Zahlungsmittel -┬áEuro, eine stabile W├Ąhrung au├čerhalb der Eurozone und Edelmetalle - sollte zu jeweils einem Drittel vorhanden sein."

Allerdings k├Ânne mit gleicher Verve behauptet werden, dass ausgehend von der Quelle der Krise ein Vertrauensverlust in andere W├Ąhrungen nicht auszuschlie├čen sei. Dieses spr├Ąche f├╝r einen h├Âheren Anteil von Edelmetallen in kleinen ÔÇÜhandelbaren' St├╝ckelungen."

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