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Was man gegen die Pappbecherflut machen kann

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Kaffee,Tee, hei├če Schokolade: Inzwischen gibt es fast kein Getr├Ąnk mehr, das nicht ÔÇ×to go" genossen wird. In unserer schnelllebigen Zeit ist die Mu├če f├╝r den ruhigen Genuss eines Kaffees h├Ąufig nicht mehr gegeben, vielmehr wird er schnell zwischen Smartphone-Check und Whatsapp-Versand auf Strassen, Pl├Ątzen, in Bussen und Bahnen heruntergekippt.
Ausgeschenkt werden die Heissgetr├Ąnke, aber auch kalte Cola und andere Softdrinks, ├╝berwiegend in Papp-Einwegbechern.

Allein in Berlin fallen so nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe rund 460.000 Pappbecher an Ôłĺ und das jeden Tag. Hochgerechnet sind dies 170 Millionen Einwegbecher j├Ąhrlich. Bundesweit werfen die Deutschen somit pro Jahr rund drei Milliarden Pappbecher in den M├╝ll. Kein Wunder also, dass M├╝lleimer schnell ├╝berlastet sind und ├Âffentliche Fl├Ąchen in der Flut der weggeworfenen Kaffeebecher versinken. Zudem, so rechnet die Deutsche Umwelthilfe vor, werde f├╝r die Produktion eines einzigen Pappbechers mehr als ein halber Liter Wasser verbraucht.

Berlin will umsteuern

In der deutschen Hauptstadt mit seinen unz├Ąhligen Coffeeshops und anderen to-go-L├Ąden hat man dieses Problem erkannt: Der neue rot-rot-gr├╝ne Senat m├Âchte die Becher-Flut stoppen. Im Koalitionsvertrag haben die Parteien, die den Berliner Senat bilden, nun den Pappbechern den Kampf angesagt und man will unter dem Begriff des ÔÇ×Zero Waste" ein Mehrwegsystem einf├╝hren.

Wie dieses aussehen kann, ist derzeit nur in schemenhaften Umrissen erkennbar. Die Vorstellungen der Parteien sind sehr unterschiedlich. W├Ąhrend sich die einen ein Mehrwegsystem vorstellen, entsprechend dem System der Mehrwegflaschen, bei dem die Kunden ihre Becher ├╝berall erhalten und zur├╝ckgeben k├Ânnen, stellen sich die anderen ein Rabattsystem vor, bei dem derjenige, der seinen eigenen Becher mitbringt, das Hei├čgetr├Ąnk g├╝nstiger bekommt.

Anbieter gibt es schon

Wichtig zu wissen: Schon jetzt gibt es gen├╝gend Alternativen zu Pappbechern, so dass dem Ausbau eines Mehrwegsystems nichts entgegensteht. So gibt es Anbieter, die Becheralternativen aus unterschiedlichen Rohstoffen und Quellen offerieren, zum Beispiel aus Bambus-Material, das sowohl robust als auch sp├╝lmaschinenfest ist.

Hier hat der Berliner Clemens Pech zusammen mit Ulrike Gottschau Hunderte von Bechern f├╝r ein Pilotprojekt bei f├╝nfzehn Berliner Caf├ęs in Umlauf gebracht und auf eigene Kosten ein Pfandsystem entwickelt. Im November letzten Jahres wurde es erfolgreich abgeschlossen. Die Deutsche Umwelthilfe hielt diese Initiative deshalb auch f├╝r preisw├╝rdig.

Thomas Fischer, Leiter f├╝r Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe, betont, dass Poolsysteme f├╝r Mehrwegbecher hervorragend funktionieren. Wenn Verbraucher die M├Âglichkeit haben, ihren bepfandeten Mehrwegbecher nach der Nutzung in anderen Caf├ęs schnell wieder abzugeben, dann ist das besonders verbraucherfreundlich und st├Ąrkt die Akzeptanz.

Bei Mehrwegbechern h├Ąlt Fischer h├Ąlt die Einf├╝hrung einer Abgabe von 20 Cent auf Einwegbecher f├╝r dringend geboten, damit der Trend zu immer mehr M├╝ll wieder umgekehrt werden kann.

Dabei sind die beiden Berliner nicht die einzigen, die sich mit dem Thema Mehrwegbecher auseinandersetzen. So hat beispielsweise das aus Ostwestfalen-Lippe stammende Unternehmen Ornamin einen extrem stabilen Mehrwegbecher aus Kunststoff entwickelt. Dabei reicht die Produktpalette von konventionellen ├╝ber Biokunststoffe bis hin zu hundertprozentigen Recycling-Produkten.

ÔÇ×Aus der ├ťberlegung heraus, wie man den Kaffeegenuss unterwegs beibehalten kann, ohne die Umwelt zu belasten, haben wir unseren Coffee to go-Becher entwickelt. Durch die Nutzung eines Mehrwegbechers kann jeder Deutsche pro Jahr 34 Einwegbecher einsparen. Zudem werden durch die Wiederbef├╝llbarkeit eines Mehrwegbechers im Vergleich zur Neuherstellung eines Einwegbechers 430 ml Wasser, 0,1 kWh und 21 g CO2 eingespart.

Pappbecher nach 15 Minute in den M├╝ll

Die Einwegvariante wandert hingegen nach durchschnittlich 15 Minuten Nutzung im M├╝lleimer", erl├Ąutert Alica Hackemeier, Produktmanagerin bei Ornamin. Sollte sich der Senat zu einem Mehrwegsystem durchringen, dann sollten sich die Verantwortlichen aus den Ressorts Vorbildprojekte, z. B. beim Studentenwerk im Saarland und den Studierendenwerken in Aachen und Trier anschauen, wo man erfolgreich von Einwegpappbechern auf Mehrweg umgestiegen ist, um der Verm├╝llung des Campus Herr zu werden.

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