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Das ist der sicherste Datenträger

18/02/2016 10:09 CET | Aktualisiert 18/02/2017 11:12 CET
Catalin205 via Getty Images

Was machen wir mit unseren Daten? Wohin mit der Datenflut? Wie wollen wir sie aufbewahren, bei einer Technik, die immer kürzere Halbwertzeiten hat und innerhalb kürzester Zeit immer wieder neue technische Speicherformate auf den Markt bringt?

Wie sollen die Daten nachhaltig gespeichert werden? Und damit sind nicht unsere Bewegungsprofile gemeint, die wir über die Smartphonenutzung, über das Internet oder über das bargeldlose Bezahlen hinterlassen. Sondern sind damit die unzähligen Handyfotos, die wir heute mehr oder weniger bedenkenlos über Facebook, Whatsapp und Co versenden, gemeint.

Speichermedien haben eine begrenzte Lebenszeit

Schon jetzt beträgt die Masse der digitalen Daten, die täglich ausgetauscht wird, etwa 2,5 Trillionen Byte. "Big Data" wird diese genannt. Schätzungen zufolge sind 90 Prozent des gesamten weltweiten Datenvolumens sogar erst innerhalb der letzten zwei Jahre entstanden.

Diese Datenmengen müssen gespeichert werden. Nein, nicht nur von Geheimdiensten und Unternehmen, die an der Auswertung von Daten und Informationen ein Geschäftsinteresse haben, sondern auch von den Nutzern selbst, schließlich ist eine Kultur ohne Gedächtnis nicht denkbar.

Digitale Speichermedien haben eine Lebenszeit von 10 Jahren und sind schnell überfüllt

Doch die Festplatten der meisten Computer werden immer voller. Das Problem der digitalen Welt: Unsere Speichermedien, unabhängig ob CDs, DVDs, Festplatten oder USB Sticks besitzen eine Lebensdauer von maximal zehn Jahren... und dann?

Schon heute gibt es kaum noch Abspielmöglichkeiten für Disketten, dem wichtigsten Speichermedium der achtziger und neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Jugendlichen von heute kommen diese magnetischen Datenträger wie Ungetüme aus einer anderen Welt vor.

Im Verhältnis zur digitalen Revolution hat sich unser Leben seit Jahrhunderten jedoch nur wenig verändert: Nach wie vor ist es geprägt von Geburt, Festen wie Weihnachten, Ostern, Reisen, Kommunionen, Konfirmationen, Hochzeiten, Jubiläen und Beerdigungen. Und wir Menschen neigen dazu diese Momente aufzeichnen zu wollen.

Bis vor etwa 150 Jahren konnten sich dies nur reiche Menschen leisten, doch mit dem Einzug des Fotoapparates war es breiteren Schichten möglich, das Leben in Bildern darzustellen. Inzwischen sind Digitalkameras und Handyfotografie massenhaft vorhanden und uns überrennt tagtäglich eine Flut von Bildern.

Papier als sicheres Speichermedium

„Doch wie wollen wir die wichtigsten Momente unseres Lebens oder das unserer Kinder richtig aufbewahren? fragt Philipp Friedmann, Geschäftsführer von photographerbook.de. "Und zwar so, dass auch noch unsere Kindeskinder etwas davon haben. Wie wollen wir uns von einer Bilderflut, die tagtäglich auf uns einströmt, abgrenzen, um die wirklich wichtigen Dinge herauszufiltern?

Friedmann plädiert dafür, verstärkt wieder über Papierlösungen nachzudenken, zumindest bei Bildern, die einem besonders wichtig sind. Gedruckte Bücher auf säurefreiem Papier halten mehrere hundert Jahre und überstehen somit viele Generationen.

Papier hält sich mehrere hundert Jahre und ist wichtig für die Aufbewahrung des menschlichen Wissnes

„Bei Fotobüchern ist die Haltbarkeit abhängig etwa von der Auswahl des Papiers, das alterungsbeständig, säurefrei und holzfrei sein sollte. Ein Schutz vor schädlichen UV Strahlen ist ebenfalls sinnvoll", so der Experte.

Die Haltbarkeit wird stark von der Aufbewahrung beeinflusst: Eine niedrige Luftfeuchtigkeit ist vorteilhaft. Hohe Temperaturen und UV-Strahlen sind hingegen für Fotos und Fotodrucke nicht zuträglich. Beachtet man alle diese Maßnahmen, dann halten Fotobücher und -drucke ohne Qualitätsverlust etwa 200 Jahre."

Wie wichtig Papier für die Aufbewahrung des menschlichen Wissens ist, erläutert der Geschäftsführer von photographerbook.de an einem Beispiel: So können Die NASA nicht auf die Daten der Mars-Missionen Pioneer und Viking zugreifen, weil die entsprechenden Bandlaufwerke für die Magnetbänder vom Markt verschwunden sind.

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