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Küche mit Ceran-, Induktion- oder Gasherd? Herdauswahl ist Überzeugungssache beim Küchenkauf

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COOKING PEOPLE
Morsa Images via Getty Images
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In deutschen Küchen kochen rund 35 Millionen Menschen regelmäßig und 21,8 Millionen zumindest gelegentlich. Auch Kochsendungen erfreuen sich zwischen Flensburg und Passau großer Beliebtheit.

Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach dem richtigen Herd für die Küche hierzulande gern als Glaubensfrage ausgefochten. Sag mir wie du kochst, ich sag dir wer du bist. Doch was sind tatsächlich die Unterschiede zwischen Kochen auf Ceran, Induktion oder gar dem guten alten Gasherd?

Die überwiegende Zahl der Herde in Deutschlands Küchen ist mit einem Ceranfeld ausgestattet. "Wobei Ceran zunächst einmal ein geschützter Markenname ist, technisch spricht man von einem Glaskeramikfeld", erläutert Michael Martin, Vertriebsleiter von PLANA Küchenland.

Beim Cerankochfeld bieten die Platten aus Glaskeramik eine hohe Durchlässigkeit für Wärmestrahlung und haben praktisch keine Wärmeausdehnung. Wer klug mit dem Ceranherd kocht, kann die sogenannte Nachwärme nutzen.

Das ist die Hitze, die nach dem Abschalten in den glühenden Kochringen zurückbleibt. Da die Oberfläche des Keramikfeldes sehr robust ist, kann sie - bei ausgeschalteter Platte - durchaus auch als Arbeitsfläche genutzt werden.

Zudem sind die Oberflächen eines Ceranherdes leicht zu reinigen, solange die Kochreste noch nicht angetrocknet sind.

Induktionskochen

Beim Küchenkauf ist Induktionskochen für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. "Bei einem Induktionsherd wird die Wärme durch Kupferspulen erzeugt, die unter einer Glaskeramik ein elektromagnetisches Wechselfeld aufbauen. Ein speziell dafür geeigneter Topf verwandelt dieses Feld in Wärme. Das heißt zum Kochen braucht man auch entsprechende Töpfe und Pfannen", erklärt Küchenexperte Martin.

"Außerdem verändert sich das Tempo beim Kochen: Da Induktionsgeräte einen sogenannten Booster besitzen, der die Hitze am Topf schnell entstehen lässt vergeht weniger Zeit, bis Zutaten heiß werden."

Der gute alte Gasherd in der Küchenzeile

Während in den siebziger Jahren in fast jeder deutschen Küchenzeile ein Gasherd zu finden war, führt das Kochen mit Erdgas heute eher ein Nischendasein. "Dabei gibt es eine ganze Reihe von Vorteilen.

Anders als beim elektrischen Kochen ist die Hitze beim Entstehen der Flamme sofort da und anders als bei Keramikkochflächen beim Erlöschen auch sofort weg", erklärt Vertriebsleiter Martin die Vorteile.

Für Küchenprofis gibt es außerdem eine Reihe von Kombigeräten, die das Kochen mit Gas beispielsweise mit einem elektrischen Backofenverbinden.

Energiebilanz

Was das Thema Energiebilanz angeht, ist der Gasherd dem Induktionskochen knapp überlegen. Es folgen, jeweils mit deutlichem Abstand, Glaskeramik- und Elektroherd. „Doch der Energieverbrauch ist nur eine Betrachtungsweise", so Küchenexperte Martin.

Man dürfe nicht allein auf den Energieverbrauch achten, vielmehr gilt es beim Kauf einer Küche das Kosten-Nutzen-Verhältnis und die Höhe der Investition für einen Herd ebenfalls mit in Betracht zu ziehen.

Da Induktionsherde im Vergleich zu Gas- und Induktionsherden in der Anschaffung verhältnismäßig teuer seien, gleichen sich die mögliche Energieersparnis - trotz steigender Stromkosten - und der Kaufpreis wahrscheinlich erst nach einigen Jahren aus.

Am Ende ist es so, wie am Anfang gesagt: Bei der Auswahl der Küche ist der Herdkauf eine persönliche und sehr individuelle Entscheidung, die viel mit Überzeugungen und persönlichem Lebensstil zu tun hat.

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