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Immobilienexperte Sascha Klupp: Warum am Berliner Immobilienmarkt eine ungebremste Nachfrage herrscht

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BERLIN
Ninoslav Vrana via Getty Images
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Der Berliner Immobilienmarkt befindet sich nach wie vor im Aufwind und die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot.

Vor allem der Brexit", so der Berliner Immobilienexperte Sascha Klupp, "wird noch einmal einen großen Schub in die Stadt bringen.

Er denkt, dass vor allem internationale Investoren, die die Volksabstimmung über den Verbleib oder das Ausscheiden aus der EU in Großbritannien noch einmal abwarten wollen, sich jetzt gegen London und für andere europäische Metropolen wie Beispiel Berlin entschieden.

Die Nachfrage bei internationalen Geldanlegern nach Wohnungen zwischen 250.000 und 700.000 Euro in Berlin in guten Lagen ist ungebremst und wird auch noch einmal weiter steigen", prophezeit Sascha Klupp. Vor allem Berlin bewege sich sowohl im internationalen europäischen Vergleich, als auch im Bundesdurchschnitt immer noch moderat, so müssten in München fast das Dreifache, nämlich rund 6.080 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden, in Berlin liege man bei etwas mehr als der Hälfte der Münchener Preise.

Entspannung nicht in Sicht
Eine Entspannung der Berliner Immobilienmarktes ist aus Klupps Perspektive derzeit nicht in Sicht: Auch langfristig würden die Preise hoch bleiben. Berlin sei eine wachsende Stadt. Der Senat plane zwar durch Zubau 60.000 neue Wohnungen herzustellen, dabei sei ein schon jetzt ein Neubau von 15.000 bis 20.000 Wohnungen im Jahr dringend erforderlich, mahnt Klupp an. Das Problem sei jedoch dass die landeseigenen Gesellschaften nur etwa nur etwas über 150.000 neue Wohnungen bauen könne, mehr Platz ist nicht dafür da. Nur im unteren Segment entstehe so bis 2026 eine Lücke von 50.000 Wohnungen."Den Markt wird das nicht entspannen, die Nachfrage bleibt hoch", ist der Immobilienfachmann überzeugt.

Büroimmobilien werden wieder gebaut
Inzwischen werde übrigens nicht mehr nur in Wohnen investiert, auch in die Büroimmobilien fließe Geld. „Im letzten Jahr sind es über acht Milliarden Euro gewesen", weiss Immobilienunternehmer Sascha Klopp zu berichten. Und es werde inzwischen und es wird sogar neu gebaut, wie etwa an der Ecke Bundesallee/Nachodstraße wo ein Schweizer Unternehmen in zentraler Lage ein neuer Büro- und Wohnkomplex errichte.

Schon im vergangenen Jahr seien rund 54 Prozent aller Investitionen im Gewerbeimmobilienbereich auf Büroimmobilien gefallen, „wir haben inzwischen auch nur noch einen Leerstand von knappen 3,8 Prozent", erläutert der Immobilienspezialist. Der Brexit könne den Berliner Markt auch hier noch einmal beflügeln. Ausdrücklich begrüßt Klupp übrigens das Engagement von Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, die Anfang Juli in London den Standort Berlin schmackhaft gemacht hat.

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