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Warum Gold beständig, nachhaltig und ein Fluchtpunkt in schlechten Zeiten ist

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GOLD STOCKMARKET
fotog via Getty Images
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„Vor allem in politisch und wirtschaftlichen schlechten Zeiten ist Gold immer wieder ein Fluchtpunkt. So wird der Goldpreis von der Unsicherheit nach dem EU-Austritt Großbritanniens langfristig profitieren. Schon jetzt hat unter Investoren die Suche nach „sicheren Häfen" begonnen.

Für Menschen, die ihr Vermögen erhalten wollen, gebe es keine Alternative zu physischem Gold", erläutert Goldfachmann Harald Seiz. Schon ein Blick in die Geschichtsbücher, ergänz der Fachmann für das Edelmetall, genüge um zu sehen, dass Gold sich in der Vergangenheit als die bisher wertstabilste Anlage und das einzige fälschungssichere Zahlungsmittel erwiesen habe.

Allen Erschütterungen widerstanden

Gold habe bislang allen Erschütterungen der Finanzsysteme widerstanden und sei noch niemals „wertlos" geworden. Es habe immer zuverlässig als Krisenwährung gedient. Deutsche Vermögensberater würden aktuell empfehlen, etwa zehn Prozent des Privatvermögens in Gold zu halten.

Seiz ist, übrigens wie viele andere Analysten überzeugt, dass aufgrund der unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft die Preise für Edelmetalle weiter in die Höhe getrieben werden. Deswegen würden Investoren einen größeren Teil ihrer Vermögen in Gold anlegen, was wiederum den Preis nach oben bewegen werde. Der Goldpreis entwickle sich seiner Meinung auf unabsehbare Zeit über der Marke von 1300 Dollar je Feinunze. „Gold ist und bleibt ebenso sicher wie wertvoll.", resümiert Harald Seiz.

„Und dass das Metall keine Zinsen abwirft? Angesichts rekordniedriger Leitzinsen verhindert die - oft als Nachteil genannte - Zinslosigkeit des Goldes das faktische „Verdunsten" erhoffter Renditen anderer Geldanlagen. Gold zehrt nicht das Vermögen auf, wie es aktuell bei Anleihen geschieht." ergänzt der Fachmann für das Edelmetall.

Beständiger Wert

Aber auch grundsätzliche Entwicklungen haben Gold zu einem beständigen Wert werden lassen. Da heute die Finanzdienstleistungen in einigen Regionen dieser Erde schon zehn Prozent der Wirtschaftsleistung erbrächten, werde der Wert des Geldes pervertiert, schimpft Goldfachmann Harald Seiz. Dabei sollte der Wert des Geldes ursprünglich aus der Güterproduktion und den Dienstleistungen einer Volkswirtschaft errechnet werden.

Doch der Finanzmarkt drehe die ursprüngliche Idee des Geldes um. Vor allem in Zeiten der Nullzinspolitik der wichtigsten Notenbanken, sei Gold deshalb ein sicherer Hafen.

Seiz erinnert daran, dass man sich 1973 vom Bretton-Woods-System verabschiedet habe, weil Gold als Edelmetall, das man aus dem Boden holen müsse, begrenzt ist, man aber unbegrenzt Geld machen wollte. Damit habe sich die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft abgekoppelt und die Welt lebe nun auf Kredit.

Diese grundsätzliche Abkehr von den Werten hat auf die Sparvermögen der Menschen einen großen Einfluss. Harald Seiz,der Mann fürs Gold, erklärt dies wie folgt: In erster Linie seien Sparer von dieser negativen Entwicklung bedroht.

Denn fast alle Produkte wie Sparbücher, Bausparverträge, Lebensversicherungen oder festverzinsliche Wertpapiere verlören entweder langfristig an Wert oder aber ihre Auszahlungsbeträge sei durch die Inflation so sehr gekürzt, dass die Kaufkraft häufig nicht einmal mehr zum Leben reiche. „Niemand kann heute seriös behaupten, dass dieses System noch lange so weiter gehen kann. Und jeder weiß, dass es nicht gut ausgehen wird", prophezeit Harald Seiz.

Worauf Kleinanleger achten müssen

Anders als große Investoren nur in geringem Ausmaß wirklich die Möglichkeit in Gold zu investieren. Eine Möglichkeit dabei ist der Kauf von Goldmünzen oder kleinen Goldbarren, die es ab einer Kleinstmenge zu jeweils einem Gramm gibt. Sie bieten einerseits Wertstabilität und könnten in Zeiten von wirtschaftlicher Umbrüche als mögliches Zahlungs- und auch Tauschmittel dienen.

Von Buchgold, also Zertifikaten und Finanzprodukten, deren Wert vom Goldkurs abgeleitet wird -diese nennt man Derivate - rät Fachmann Harald Seitz ab. Steige der Goldpreis, verändere sich auch der Wert des Zertifikates, auch sei eine Wette auf fallende Kurse möglich. Buchgold habe darüber den Nachteil, dass man nicht echtes Gold kaufe.

Da Gold als Krisenwährung genutzt werde, würden Derivate in diesem Fall nichts bringen, denn wie beim Papiergeld, wolle dann niemand Papier in echtes Gold oder Geld tauschen, gibt Seiz zu bedenken.

Grundsätzlich warnt der Goldprofi vor einer Politisierung des Geldes. Experten forderten schon längst, sogenanntes „freies Geld" als Ergänzung zum Euro zuzulassen, da die Unterordnung der Notenbanken unter vermeintlich „alternativlose" politische Zwänge zahllose Gefahren berge.

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Bürger und Sparer wären die eigentlichen Träger dieser Risiken und würden die Fehlentscheidungen der Politik begleichen müssen. Und selbst in der Politik fänden sich immer mehr pragmatische Akteure, die in der Politisierung des Geldes große dringende Probleme sehen. Die Forderung nach „gutem Geld" sei deshalb berechtigt und nachvollziehbar.

Bitcoins und Co.

Das Aufkommen von digitalen Währungen wie beispielsweise Bitcoin zeige, dass bereits Prozesse hin zu Alternativen in Fahrt gekommen seien, die sich schwer aufhalten ließen. Wissenschaftler hätten jedoch Zweifel, dass sich digitale Währungen durchsetzen werde, so Seitz. „Ihrer Ansicht nach ist die Produktion von Bitcoins schlicht zu teuer.

Sie bezweifeln, ob es genug Rechenleistung auf der Welt gibt, damit eine digitale Währung ein globales Phänomen werden könnte. Das „Mining" von Bodenschätzen zur Herstellung von Zahlungsmitteln ist im Vergleich kostengünstiger.", fügt Experte Seiz hinzu.

Viele Experten sehen daher handfeste Vorteile in einer (Wieder)Zulassung von Gold als anerkanntem Zahlungsmittel. Es sollte freien Bürgern in Form von freiem Marktgeld als Alternative zu politisch abhängigem Geld oder experimentellen Währungen zur Seite stehen.

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