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Fachkräftemangel in Deutschland Mit Kreativität schaffen Unternehmen Lösungen

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Sechs Millionen Arbeitskräfte werden 2030 in Deutschland fehlen und werden dauerhaft nicht besetzt werden können. Das ist etwa ein Siebtel aller Arbeitsplätze in Deutschland.

Doch auch schon jetzt klagen viele Branchen über den Fachkräftemangel. Nachwuchsmangel einerseits und der demografische Faktor, der unsere Gesellschaft immer älter werden lässt, andererseits, sind die Treiber für diesen langfristigen Trend. Vor allem mittelständische Unternehmen sind zum Teil kaum noch in der Lage wichtige Stellen entsprechend zu besetzen, bei einigen führt es dazu, dass aufgrund akuten Personalmangels wichtige Deadlines nicht gehalten werden können.

In der IT Branche allein gibt es rund 40.000 unbesetzte Stellen. „Der Kampf um die Talente hat schon lange begonnen", berichtet Annette Vasquez, Geschäftsführerin der serviceline Personalmal Management GmbH.

Attraktive Standorte gefragt
Während Unternehmen an attraktiven Standorten wie München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin weniger Probleme hätten, würden Betriebe, die beispielsweise in mittleren Großstädten, in kleineren Städten oder auf dem platten Land suchten, erhebliche Schwierigkeiten haben geeignete Kandidaten zu finden. „Allerdings erleben wir, dass die höheren Gehälter, die in Ballungsgebieten gezahlt werden, durch die hohen und steigenden Lebenshaltungskosten wieder aufgefressen werden. Grundsätzlich gilt, dass heute sich qualifiziertes Personal attraktive Stellen aussuchen kann. Besonders schwierig wird dies beispielsweise auch für Unternehmen, die sich im Besitz der öffentlicher Hand befinden, weil diese häufig durch tarifliche Bestimmungen eingeschränkt sind.

Teufelskreis Personalmangel
Personalmangel ist ein Teufelskreis, weiss Annette Vasquez zu berichten. Überstunden und zusätzliche Arbeitsbelastungen bei der „Stammmannschaft" führen zu Unzufriedenheit und höherer Fluktuation, das vorhandene Personal zu halten, werde aufwändiger.

Die Geschäftsführerin berät die Personalentscheider inzwischen dahin, dass nicht allein das Gehalt eine ausschlaggebende Größe bei der Entscheidung eines potentiellen Kandidaten für einen Arbeitsplatz ist. Vielmehr würden heute auch flexible Arbeitszeiten, Home-Office und eine entsprechende Work-Life Balance zu den Kriterien gehören, die Bewerber bei der Wahl ihres potentiellen Arbeitsplatzes in Betracht ziehen würden.

Das Prinzip der Bewerbung hat sich zumindest in einigen Branchen vollkommen umgekehrt, erläutert die Personalberaterin. Heute müssen Unternehmen um Fachkräfte buhlen. Dazu gehöre auch, dass die Arbeitgeber Weiterbildungs- und Schulungsmaßnahmen anbieten, dann nämlich wenn der potenzielle Stelleninhaber nicht alle vom Unternehmen gewünschten Qualifikationen mitbringt.

Wichtig sei zudem rechtzeitig mit einer langfristigen Personalplanung zu beginnen, um entsprechende Vakanzen rechtzeitig zu erkennen und zu besetzen. In diese Planung sollte man auch externe Dienstleister mit einbeziehen, die aufgrund ihrer Kompetenz einen detaillierten Überblick über den Fachkräftemarkt besäßen und im Zweifel wechselwillige Kandidaten kennen würden.

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