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Expo 2017 in Astana: Energie und Nachhaltigkeit im Fokus

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Wenn in etwas mehr als zwei Monaten, am 10. Juni 2017 die diesjĂ€hrige Weltausstellung „Expo2017" im kasachischen Astana startet, dann wird eine der wichtigsten Fragen im Mittelpunkt stehen: Future Energy - Action for Global Sustainability (Energie der Zukunft: Maßnahmen fĂŒr weltweite Nachhaltigkeit)- also die Herausforderungen, wie wir mit dem Thema Energie in Zukunft umgehen. Rund fĂŒnf Millionen Besucher erwarten die Veranstalter bis zum Ende der Schau am 10. September.

In Deutschland haben bislang nur einige wenige Fachleute von der Aufgabenstellung der diesjÀhrigen Weltausstellung Kenntnis, selbst in den Spitzen der Wirtschaft ist die Expo 2017 noch nicht durchgehend angekommen.

Dabei sollten es vor allem die Deutschen sein, die mit dem Ausstieg aus der Kernenergie einerseits und dem Umbau des Energiesystems andererseits, ein besonderes Interesse an den Inhalten der diesjĂ€hrigen Expo haben sollten. „Die kasachischen Organisatoren haben mit ihrer Expo Agenda ein sehr wichtiges Thema besetzt", sagt Ute Ute Kochlowski-Kadjaia, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Osteuropavereins der deutschen Wirtschaft. Im rohstoffreichen Kasachstan, der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft Zentralasiens, sei die BeschĂ€ftigung mit dem Thema zukunftsweisend, denn noch hĂ€ngen die Exporte zu einem Großteil von Öl- und Gaslieferungen ab. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und dem Ende der fossilen Energie werden die „Green Energies" in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen mĂŒssen.

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© Marketing Department EXPO 2017

Astana, das seit 1997 Hauptstadt Kasachstans ist, bietet sich als Austragungsort fĂŒr eine derartige Schau geradezu an. Innerhalb von dreißig Jahren hat sich die Einwohnerzahl der Kapitale fast verdreifacht und so weiss man gut mit den Ressourcen umzugehen. Zudem gilt die Metropole als eine der kĂ€ltesten StĂ€dte der Erde, im Winter wird es bis minus 52 Grad kalt. Nun entstehen große Waldgebiete um die Stadt, die vor den eisigkalten Steppenwinden schĂŒtzen sollen.

In den knapp hundert Tagen der "Astana EXPO-2017" hat man sich zum Ziel gesetzt, die interessantesten Entwicklungen auf diesen Gebieten zu zeigen und international zu diskutieren.

Energiemangel und nachhaltige Ressourceneffizienz
DarĂŒber hinaus wird man sich nicht nur mit den zukĂŒnftigen Energien, sondern auch mit dem Energiezugang fĂŒr EntwicklungslĂ€nder beschĂ€ftigen. Der Energiemangel ist in vielen Regionen der Erde ein Hauptgrund fĂŒr extreme Armut. Rund 1,5 Milliarden Menschen haben weltweit keinen Zugang zur Energie in Form von ElektrizitĂ€t, besonders in lĂ€ndlichen Regionen und abgelegenen Gebieten. Der Zugang zu Energie ist aber der wichtigste SchlĂŒssel fĂŒr eine nachhaltigen Entwicklung , denn ohne dieses Grundelement sind alle anderen drĂ€ngenden Fragen, wie der Zugang zu einem Gesundheitssystem, Wirtschaft und Kommunikation kaum lösbar. Eine Zahl macht das deutlich, wĂ€hrend die Weltbevölkerung zwischen 2000 und 2013 um etwa 16 Prozent stieg, wuchs der Weltenergieverbrauch sogar um ein Drittel an.

Deutscher Beitrag in Astana
Rund einhundert LĂ€nder beteiligen sich an der „Expo 2017" und auch die Bundesrepublik wird mit einem Pavillon vertreten sein. Auch hier steht das Thema Energie im Mittelpunkt: Unter dem Motto „Energy on Track" (Energie auf dem richtigen Weg) werden innovative Technologien und intelligente Verfahren zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie prĂ€sentiert. So werden die Besucher des deutschen Beitrages die Potenziale der KrĂ€fte der Natur und wie die Menschen sich diese Urgewalten zunutze machen können, erleben können. „Energiewende made in Germany" , mit der Deutschland international eine Vorreiterrolle einnimmt, steht dann auch im Fokus des Ausstellungsbereiches „Karte der Zukunft". Hier dreht sich alles um die regenerativen EnergietrĂ€ger Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft und Geothermie.

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Der Deutsche Pavillon gibt Einblicke in die Energiewende (©insglĂŒck/gtp2/mac)

Anschauliche Beispiele
Die Exponate geben eine Übersicht ĂŒber den aktuellen Forschungsstand, zeigen Wege einer klimaschutzfreundlichen Energiegewinnung und Energieversorgung auf und stellen erfolgreiche Beispiele aus der Praxis vor - alles unterhaltsam und auch fĂŒr Laien verstĂ€ndlich aufbereitet. Die Potenziale der regenerativen EnergietrĂ€ger. Entwickelt wurde das Ausstellungskonzept durch die Berliner Agentur" insglĂŒck".

Das Modell eines Windparks aus fĂŒnf rotierenden WindrĂ€dern fĂŒhrt die Besucher in die Thematik der Windenergie ein. Zwei Terminals davor entpuppen sich als „Kontrollzentrum" des einzigen kasachischen Windparks Yerementau I, der mit deutscher Hilfe gebaut wurde. Die Besucher erfahren interessante Details ĂŒber die 50 MW-Anlage und können per Live- Schaltung aktuelle Daten aus dem Windpark verfolgen.

Kasachstan: Technik und Natur
„Kasachstan ist ĂŒbrigens nicht nur zur Expo 2017 einen Besuch wert", sagt Zentralasien-Spezialist Jochen Szech, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von GoEast Reisen. „Der grĂ¶ĂŸte Binnenstaat der Erde bietet neben der modernen Hauptstadt Astana, Reiseziele im Altai Gebirge oder im Tien Schan Gebirge auch Reiseziele am Kaspischen Meer, die in dieser Zeit besonders fĂŒr einen Badeurlaub geeignet sind.

Auch die alte Hauptstadt Almaty ist einen Besuch Wert. Zu den beliebten Urlaubszielen in Kasachstan gehört der Katon Karagai Nationalpark, der sowohl nahe der chinesischen Grenze und der russischen Grenze gelegen ist. Aber auch die ehemalige Seidenstraße, die eine der wichtigsten Handelsstraßen von Ost nach West darstellte, fĂŒhrt durch Kasachstan und stellt eine besondere Attraktion dar. Kasachstan ist darĂŒber hinaus bekannt als Startplatz fĂŒr die russische Raumfahrt. In Baikonur wurde der erste Satellit ins All geschossen und 1961 startete der Kosmonaut Jurij Gagarin von hier als erster Mensch in den Weltraum. Der Startplatz wird immer noch auch von Russland benutzt, auch wenn das neue Kosmodrom in Wostotschnij im russischen fernen Osten die AbhĂ€ngigkeit der russischen Raumfahrt von Kasachstan verringern soll.

Sehenswert zudem der Sharyn Canyon, der in der NĂ€he zu der chinesischen Grenze liegt und der die Besucher an den Grand Canyon in Arizona erinnert.

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