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Das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: Luxusimmobilien in Berlin

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APPARTMENT BERLIN
MAISANT Ludovic / hemis.fr via Getty Images
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Etwas über 19.000 Euro den Quadratmeter wurden jetzt für eine Luxuswohnung in Berlin ausgegeben. Kein Einzelfall, auch Nationaltorwart Manuel Neuer hat sich soeben in der Nähe des Kurfürstendamms für sich und seine Freundin Nina Weiss ein 300 Quadratmeter Loft für drei Millionen Euro gekauft.

Die Nachfrage nach Luxuswohnungen ist in der deutschen Hauptstadt ungebremst, weiß Vincent Sünderhauf vom Immobilien-Beratungsunternehmen INVENEX Immobilien aus Berlin Charlottenburg zu berichten. Und es gebe mehr Interessenten als adäquate Angebote. „Berlin ist Luxus noch nicht gewöhnt, sagt der Immobilienspezialist. Im internationalen Vergleich hinken wir hier immer noch hinterher."

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Luxuswohnungen sind nicht eine Frage des Preises, sondern vor allem des Serviceangebotes, dass sich darum rankt. Internationale Kunden sind neben einer Tiefgarage, wenn es sich um Wohnungen handelt, genauso gewöhnt wie an einen Doorman oder andere hochwertige Serviceleistungen, die sich um das exquisite Wohnen drehen," meint Sünderhauf.

Sein Unternehmen verzeichne zumindest eine ungebremste Nachfrage sowohl von deutschen Kunden als auch von internationaler Klientel. Nicht immer könne er die Wünsche seiner anspruchsvollen Klientel bedienen. „In der historischen Mitte ist die Anzahl der Wohnungen und der zur Verfügung stehenden Fläche eben begrenzt."

Berlin-typische Wohnungen gefragt

„Vor allem die Nachfrage nach Berlintypischer Wohnungen, zentral gelegenen alten Fabriketagen oder Lofts oder den klassischen großen Berliner Altbauwohnungen über eine Etage ist ungebremst. Neubauten funktionieren in bestimmten Lagen sicherlich auch", sagt Fachmann Sünderhauf, zumindest dann, wenn sie architektonische Solitäre sind."

Doch meistens handele es sich um baulichen Einheitsbrei, auch wenn die Projektentwickler diese als Luxus vermarkteten, würden diese maximal gehobene Ansprüche bedienen.

Dass die Preise inzwischen auch in Stadtgebieten anziehen, die bislang nicht zu den 1a Lagen für Luxusimmobilien gehörten, wundert INVENEX Immobilien Geschäftsführer Sebastian Petrov nicht. „Berlin hat hier noch einen großen Nachholbedarf. Es vollziehen sich hier ähnliche Entwicklungen wie in anderen europäischen und internationalen Metropole auch. Im Übrigen sei das Luxussegment völlig entkoppelt von der Diskussion über bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu betrachten."

Einen Grund sieht Petrov dabei darin, dass Interessenten für wirkliche Luxuswohnungen niemals mieten, sondern nur kauften, zum anderen sei es eher der Markt an gut ausgestatteten Wohnungen für gehobene Ansprüche, der zu Kauf- und Mietpreissteigerungen führe und den Berliner Mietenspiegel belaste. Petrov: „Jemand,der eine Luxuswohnung kauft, vermietet nicht, sondern hat neben einer Wohnung in Berlin, vielleicht noch ein Haus an der Cote d´Azur und ein Townhouse in New York."

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