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Alfins Hölzl: "Turnfeste schaffen Bindung."

26/02/2017 15:10 CET | Aktualisiert 26/02/2017 15:10 CET

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Fragt man einen x-beliebigen Menschen auf der Strasse, woran er sich bei seinen ersten Sporterlebnissen erinnern kann, dann wird man in den überwiegenden Fällen zu hören bekommen. „Na, ich habe geturnt".

Auch wenn manch einer sich mit Graus an Barren, Reck oder Bockspringen erinnern mag, so bleibt das Turnen in all seinen Facetten, nach wie vor so etwas wie die größte und breit angelegeste Plattform, wenn es um den Zugang zur sportlichen Betätigung und Bewegung geht.

Von Aerobic über Faustball, von Gymnastik über Orientierungslauf, von Prellball über Ringtennis von Gerätturnen bis zum Wandern reichen die turnerischen Aktivitäten.

Anders, als bei den Ballsportarten wie Fußball oder Handball, die in der öffentlichen Berichterstattung im Vordergrund stehen, findet das Turnen, einmal abgesehen von Olympischen Spielen, Welt, Europa- und Deutschen Meisterschaften eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dabei ist der Deutscher Turnerbund mit seinem fünf Millionen Mitgliedern, neben dem DFB, der mitgliederstärkste Sportverband der Bundesrepublik.

Turnen ist mehr:

Turnen und die Turner waren vor 200 Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Freiheitsbewegung und der demokratischen Entwicklung. Und als Friedrich Ludwig Jahn 1811 in der Berliner Hasenheide einen Turnplatz errichtete, galt das als durchaus revolutionär. So waren die seit 1850 durchgeführten Turnfeste immer auch ein Zeichen von Solidarität und soziale Gemeinschaft.

Und damit sind die Turnfeste speziell und der Turnen und der Vereinssport im Allgemeinen, gerade vor dem Hintergrund der divergierenden Gesellschaft ein wichtiges Bindeglied und können einen Teil des gesellschaftlichen Kitts sein, der die Gesellschaft zusammenhält.

Turnfeste schaffen Bindung

„Turnfeste schaffen Bindung. Sie sind Treffen der Generationen, von Spitzen- und Breitensport, quer durch alle gesellschaftlichen und sozialen Schichten", erläutert der derzeitige Präsident des Deutschen Turnerbundes, Dr. Alfons Hölzl, die aktuelle Funktion der Turnfeste.

Berlin: Internationales deutsches Turnfest

Zu Pfingsten 2017 ist es jetzt wieder soweit. Diesmal findet vom 3. bis zum 10. Juni 2017 das Internationale Deutsche Turnfest in Berlin statt. Dabei will die Deutsche Hauptstadt einen ganz besonderen Rahmen bieten.

„Das Internationale Deutsche Turnfest 2017 ist im Berliner Sportkalender der Veranstaltungshöhepunkt des Jahres.", betont Andreas Geisel, der zuständige Berliner Senator für Inneres und Sport Damit bezog er sich nicht nur auf die großen Unterstützungsleistungen des Landes, sondern auch auf die nachhaltigen Impulse für die Sportentwicklung in der deutschen Hauptstadt.

„Ein wesentlicher Beitrag hierzu ist das Rahmenprogramm „Berlin turnt bunt!", denn mit diesem Programm soll das Turnfest in die Kieze hinein für alle Berlinerinnen und Berliner erlebbar werden und vielfältige Anreize in der Berliner Vereinslandschaft setzen.

Die einigende Kraft des Sports zwischen Kulturen und Nationalitäten wird das Fest in die Welt tragen."

Dabei ist dieses Programm wohl so einzigartig weltweit, eine gesamte Metropole in Bewegung zu bringen und Jung und Alt mitzumachen ist bis jetzt einzigartig.

Größtes Breitensportfest der Welt

Hinzu kommen angepeilte 70.000 aktive Teilnehmer, aus Deutschland und der ganzen Welt, die für eine Woche Berlin zu einer Sportmetropole machen und das größte Breitensportfest der Welt mitgestalten. Jetzt etwa hundert Tage vor dem offiziellen Beginn des Festes hat man über 40.000 Meldungen aus mehr als 2.500 Vereinen wie die Geschäftsführerin des Organisationskomitees, Kati Brenner, optimistisch vermeldet.

Von Kinderturnen bis Akademie

Wie vielfältig sich dieses bunte Spektrum beim Turnfest gestaltet, zeigt auch Europas größter Sportkongress: In der Turnfest-Akademie besteht für Trainer, Übungsleiter, Lehrer und Interessierte die Möglichkeit, in über 600 Workshops und Kursen neue Impulse für die Vereinsarbeit aufzunehmen.

Für die leistungssportliche Vielfalt des Turnfests stehen beispielsweise die Olympia-Dritte am Stufenbarren, Sophie Scheder und der „Hero de Janeiro", Andreas Toba. Beide werben für die Deutschen Meisterschaften während der Turnfest-Tage in Berlin, darunter die in den olympischen Turnsportarten Gerätturnen weiblich und männlich, im Trampolinturnen und der Rhythmischen Sportgymnastik.

„Es ist jedes Mal ein Gänsehaut-Gefühl, beim Turnfest zu starten", sagte Sophie Scheder. „Es ist eine Vielfalt, die man nicht beschreiben kann und freue mich, ein Teil des Turnfests zu sein", ergänzte Andreas Toba, Mitglied des Turn-Team Deutschland.

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