BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Frank Schäffler Headshot

Wie die HuffPost den Klimawandel übersteht

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HUFFINGTON POST
Thinkstock
Drucken

Die Medienlandschaft in Deutschland verändert sich rasant. Die Tageszeitungen verlieren massiv an Auflagen, die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten werden von jungen Zuschauern bestenfalls ignoriert, häufig sogar durch Beitragsverweigerung bekämpft. Und das Internet und die Sozialen Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung.

In diesem Umfeld ist die HuffPost einer der Hechte im Karpfenteich

Vor 2 Jahren in Deutschland gestartet, liegt sie im Ranking von Alexa.com immerhin auf Platz 167 aller Websites in Deutschland. Selbst die mit Milliarden Zwangsbeitragsgeldern subventionierte ARD landet mit ihrem Webauftritt hinter ihr auf Platz 174 und auch Europas größter Medienkonzern RTL kommt lediglich auf Platz 169. Das ist eine Bilanz, auf die die Macher der HuffPost stolz sein können.

Das Modell HuffPost ist für viele Journalisten und Medienmacher der Inbegriff der Ausbeutung und der Grund für den Niedergang des qualitativen Journalismus. In der Regel bezahlt die Huffpost nichts für die eingestellten Blogbeiträge, sondern hofft darauf, dass sich genügend Autoren finden, die ihre Texte freiwillig bei ihr einstellen. Das Modell funktioniert - weltweit. Seit nunmehr 10 Jahren existiert dieses von Arianna Huffington und anderen entwickelte Konzept einer Online-Zeitung.

Wer ohne Gebühren oder Bezahlfunktionen gute Blogbeiträge lesen will, vermeidet an anderer Stelle vielleicht, dafür zu bezahlen. Aus diesem Dilemma kommen die Tageszeitungen nicht heraus. Lediglich die öffentlichen Fernsehanstalten können einfach die Rundfunkbeiträge erhöhen, wenn die Kosten steigen.

Dieser Quasi-Sozialismus versucht dann, bei den Neuen Medien so gut zu sein wie der Markt. Doch auch in der DDR hat man versucht, gute Autos zu bauen. Heraus kam am Ende nur der Trabant, auf den man 10 Jahre warten musste. Auch der Quasi-Sozialismus bei ARD und ZDF erzeugt am Ende nur Qualität in Trabi-Format. Solange die Menschen zwischen Trabi und BMW oder Toyota entscheiden können, werden sie den Leukoplast-Bomber links liegen lassen.

Dinosaurier werden in unserer Medienlandschaft aussterben

Der Niedergang der Öffentlichen wird weitergehen. Sie werden den Trend auch nicht durch noch mehr Beitragsgelder aufhalten können. Denn das Verhalten der Nutzer ändert sich radikal. Während vor 50 Jahren die Übertragung aus dem Kölner Millowitsch-Theater die Straßen leerfegte, nutzen die User heute ihre Tablets und Smartphones, um sich zu informieren oder ihr Unterhaltungsprogramm herunterzuladen.

Dinosaurier werden in so einer Medienlandschaft aussterben. Staatlicher Zwang wird durch den Boykott der Nutzer unwirksam. Das ist insgesamt eine sehr erfreuliche Entwicklung. Denn immer dann, wenn nur die Konsumenten entscheiden, was sie nutzen und wählen, herrscht Freiheit.

Das ist der Grundgedanke der Marktwirtschaft. Nicht eine zentrale Regierung, eine Behörde oder ein Amt entscheidet, was für den Einzelnen richtig und notwendig ist, sondern jeder Einzelne entscheidet das individuell für sich selbst. Es gibt in der Marktwirtschaft keine Gedankenpolizei oder Tugendwächter, sondern selbstbewusste Individuen.

Das ist eine Chance für die Huffington Post, gleichzeitig aber auch ihre Herausforderung. Sie muss eine Meinung haben, darf aber nicht den ZDFs und ARDs einfach nachquatschen. Sie muss anders sein, als die Dinosaurier tagtäglich vorleben. Sie muss frech, unkonventionell, offen und individualistisch sein. So - und wahrscheinlich nur so - wird sie als wachsende Stimme die medialen Klimawandel überstehen.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter
blog@huffingtonpost.de
.

Darum ist die HuffPost heute anders als sonst

Hier geht es zurück zur Startseite